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Apfelbaum düngen: Wann und wie für eine reiche Ernte sorgen?

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Apfelbäume benötigen für gesundes Wachstum und reiche Ernte eine durchdachte Düngestrategie. Dieser Artikel erläutert die optimale Nährstoffversorgung, geeignete Düngemittel und gibt praktische Tipps zur Düngung, Kalkung und Baumscheibenpflege.

Apfelbaum düngen

Notwendigkeit der Apfelbaumdüngung

Apfelbäume können über Jahrzehnte in Ihrem Garten gedeihen und dabei tiefreichende Wurzeln entwickeln. Trotzdem ist eine gezielte Düngung notwendig, um optimales Wachstum und eine reiche Ernte zu gewährleisten. Besonders in den Wachstumsphasen sind ausreichende Nährstoffe essenziell. Ohne regelmäßige und angepasste Düngung können Nährstoffmängel auftreten, die das Wachstum und die Fruchtbildung beeinträchtigen.

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Die Hauptnährstoffe für Apfelbäume sind Stickstoff und Kalium. Stickstoff fördert das Wachstum von Blättern und Trieben, sollte jedoch nicht im Übermaß verabreicht werden, da dies die Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten erhöhen kann. Kalium hingegen unterstützt die Blüten- und Fruchtbildung sowie die Widerstandskraft des Baumes.

Eine ausgewogene Düngung, die der Entwicklungsstufe des Baumes angepasst ist, vermeidet typische Probleme wie übermäßiges Triebwachstum und die Bildung von Wassertrieben, die als Konsequenz einer zu hohen Stickstoffzufuhr auftreten können. Diese Triebe sind besonders anfällig für Schädlinge und Krankheiten und beeinträchtigen die Vitalität des gesamten Baumes.

Durch die jährliche Gabe von organischen Langzeitdüngern wie Kompost oder natürlichen Spezialdüngern für Obstbäume im Frühjahr und nach Bedarf im Sommer, können Sie sicherstellen, dass Ihr Apfelbaum die notwendigen Nährstoffe erhält. Darüber hinaus unterstützen natürliche Mulchmaterialien das Bodenleben und verbessern langfristig die Bodenstruktur.

Optimale Zeitpunkte für die Apfelbaumdüngung

Eine sorgfältige Planung der Düngung ist entscheidend, um das Wachstum und die Ertragsmenge Ihres Apfelbaums zu maximieren. Der erste Düngungstermin ist der Frühling, bevor die Knospen blühen. Zu diesem Zeitpunkt bereitet sich der Baum auf den Neuaustrieb vor und kann die Nährstoffe besonders effektiv aufnehmen.

Ab dem zweiten Standjahr sollten Sie die Düngung regelmäßig fortsetzen. Der Düngungsplan sieht folgendermaßen aus:

  1. Frühjahr (März/April): Beginnen Sie die Saison mit einer Grunddüngung, die etwa 60% der jährlichen Düngermenge ausmacht, um das Wachstum der Triebe zu fördern.
  2. Frühsommer (Ende Juni): Eine zweite Düngegabe unterstützt die Fruchtbildung mit etwa 40% der Jahresdüngermenge.
  3. Spätsommer (Juli bis August): Vermeiden Sie größere Düngegaben, um den Trieben Zeit zum Verholzen und für eine verbesserte Winterhärte zu geben.
  4. Herbst: Nach der letzten Ernte können Sie eine letzte Kompostgabe einarbeiten und die Baumscheibe mit Laub abdecken, um den Baum auf die kalten Monate vorzubereiten.

Die genaue Düngermenge hängt von der Größe und dem Alter Ihres Baums ab. Eine Bodenanalyse kann Ihnen Aufschluss darüber geben, welche Nährstoffe in welcher Menge notwendig sind. Beachten Sie stets, Überdüngungen zu vermeiden.

Auswahl des geeigneten Düngers

Die Wahl des passenden Düngers ist entscheidend für das gesunde Wachstum und die Fruchtbildung Ihres Apfelbaums. Organische Langzeitdünger in Bio-Qualität sind besonders zu empfehlen, da sie ihre Nährstoffe langsam und kontinuierlich freisetzen. Dies verhindert die Auswaschung ins Grundwasser und sorgt für eine nachhaltige Nährstoffversorgung.

Empfohlene organische Dünger

  • Kompost: Verbessert die Bodenstruktur und fördert das Bodenleben. Verteilen Sie etwa 3 Liter Kompost pro Quadratmeter Baumscheibe zu Beginn des Frühjahrs und arbeiten Sie ihn leicht ein.
  • Hornspäne: Fördert das Wachstum durch hohen Stickstoffgehalt. Tragen Sie etwa 60 bis 80 Gramm pro Quadratmeter Baumscheibe Ende Februar bis Mitte März auf.
  • Knochenmehl: Gute Phosphorquelle, fördert Wurzelwachstum und Blütenbildung. Anwendung als Ergänzung zu anderen Düngemitteln.

Anwendungshinweise

  • Dosierung: Achten Sie auf die Angaben auf der Verpackung des Düngemittels, um eine Überdüngung zu vermeiden.
  • Zeitraum: Düngen Sie im Frühjahr (März/April) und zur Unterstützung der Fruchtbildung im Frühsommer (Ende Juni). Ab Juli sollten keine größeren Düngegaben mehr erfolgen.
  • Baumscheibe: Halten Sie diese bei jüngeren oder schwach wachsenden Bäumen bis zum äußeren Kronenrand frei von Bewuchs. Mulchen Sie nach dem Düngen mit einer dünnen Schicht Rasenschnitt.

Durch gezielte Auswahl und richtige Anwendung von organischen Düngern fördern Sie die Gesundheit und Produktivität Ihres Apfelbaums und tragen gleichzeitig zum Umweltschutz bei.

Anleitung zur organischen Langzeitdüngung

Eine gezielte organische Langzeitdüngung stellt eine stetige und schonende Nährstoffversorgung sicher. Wichtige Schritte zur organischen Langzeitdüngung sind:

  1. Grunddüngung vor der Pflanzung: Arbeiten Sie 30 bis 60 Gramm organischen Langzeitdünger pro Baum in die oberen Bodenschichten ein und gießen Sie den Boden.
  2. Frühjahrsdüngung: Verteilen Sie 50 bis 150 Gramm organischen Langzeitdünger pro Baum auf der Baumscheibe und arbeiten Sie ihn leicht ein.
  3. Düngung zur Fruchtbildung: Geben Sie Ende Juni eine zusätzliche Menge Dünger, um die Fruchtentwicklung zu unterstützen.

Falls die Baumscheibe mit Rasen bedeckt ist, lösen Sie das Düngegranulat in Wasser auf und gießen Sie den Apfelbaum damit. Verwenden Sie reifen Kompost zur Düngung. Mischen Sie Hornmehl und Gesteinsmehl für eine zusätzliche Nährstoffversorgung.

Durch die gezielte und nachhaltige Nutzung organischer Dünger fördern Sie die Gesundheit und Produktivität Ihres Apfelbaums und verbessern die Bodenqualität.

Selbst gemischter Naturdünger

Selbstgemischte Naturdünger sind eine umweltfreundliche Alternative für die Versorgung Ihres Apfelbaums. Eine bewährte Rezeptur besteht aus Gartenkompost, Hornmehl und Gesteinsmehl.

Rezeptur für einen Quadratmeter Baumscheibe

  • 3 Liter reifer Gartenkompost
  • 60 bis 80 Gramm Hornmehl
  • 40 Gramm Urgesteinsmehl

Anwendung

Streuen Sie die Mischung Ende Februar bis Mitte März gleichmäßig auf die Baumscheibe aus und arbeiten Sie sie leicht in die oberste Bodenschicht ein. Verteilen Sie die Mischung bis zum äußeren Kronenbereich, um die Feinwurzeln optimal zu versorgen.

Zusätzliche Tipps

  • Brennnesseljauche fördert das Wachstum und stärkt das Immunsystem. Verdünnen Sie diese im Verhältnis 1:10 mit Wasser und gießen Sie den Baum damit.
  • Zerkleinerte Bananenschalen, reich an Kalium, unterstützen das Blüten- und Fruchtwachstum. Arbeiten Sie sie in den Boden rund um den Stamm ein.
  • Eine dünne Schicht Mulch aus Rasenschnitt hält die Bodenfeuchtigkeit und liefert zusätzliche Nährstoffe.

Mit diesen Maßnahmen stellen Sie sicher, dass Ihr Apfelbaum gesund bleibt und eine reiche Ernte liefert.

Kalkung von Apfelbäumen

Achten Sie auf den pH-Wert des Bodens, um optimale Bedingungen für Ihre Apfelbäume zu schaffen. Apfelbäume bevorzugen lehmige Böden, die schwach sauer bis leicht alkalisch sind. Verwenden Sie Teststreifen, um den pH-Wert zu überprüfen. Bei Bedarf bringen Sie kohlensauren Kalk im Herbst aus.

Hinweise zur Kalkung

  • Bringen Sie den Kalk im Herbst aus, um eine langfristige Verbesserung des Bodens zu erreichen.
  • Die Kalkmenge sollte sorgfältig dosiert werden, um eine Überkalkung zu vermeiden.

Regelmäßige Bodenanalysen helfen, den spezifischen Bedarf Ihres Bodens festzustellen und eine optimale Bodenbeschaffenheit zu sichern.

Baumscheibe und Mulchen

Für junge Apfelbäume oder schwach wachsende Sorten ist eine gepflegte Baumscheibe entscheidend. Halten Sie den Bereich um den Stamm bis zum äußeren Rand der Krone frei von Bewuchs. Nach dem Düngen ist das Mulchen eine wertvolle Maßnahme:

  • Erhalt der Bodenfeuchtigkeit: Mulch verringert die Verdunstung und hält den Boden feucht.
  • Nährstoffversorgung: Organisches Mulchmaterial verrottet langsam und gibt Nährstoffe frei.
  • Unkrautunterdrückung: Mulch verhindert unerwünschten Bewuchs.
  • Bodenverbesserung: Die Bodenstruktur wird durch Humusbildung verbessert.

Die Mulchschicht sollte ein bis zwei Zentimeter hoch sein und während der Saison regelmäßig erneuert werden. Achten Sie darauf, dass der Mulch nicht direkt den Baumstamm berührt, um Fäulnis zu vermeiden.

Indem Sie die Baumscheibe freihalten und regelmäßig mulchen, unterstützen Sie ein gesundes Wachstum und fördern eine reiche Ernte.