Zimmerlinde: Pflege und Sorten

Ihren großen, herzförmigen Blättern hat die Zimmerlinde ihre Namensverwandtschaft mit dem bei uns heimischen Laubbaum zu verdanken. Nach einigen Jahren in der Versenkung beginnt sich das aus Afrika stammendes Gehölz wieder zu einer bekannteren Zimmerpflanze zu mausern. Um ihre Kultivierung geht es im Folgenden.

zimmerlinde
Die Zimmerlinde blüht in den Wintermonaten

Herkunft

Die hierzulande verbreitetste Art der Gattung der Zimmerlinde, die Sparrmannia africana, verrät es bereits: Die Pflanze stammt ursprünglich vom afrikanischen Kontinent. Auch ihr deutscher Name „Kapländische Zimmerlinde“ deutet darauf hin.

Sie wurde schon im 18. Jahrhundert durch den schwedischen Arzt und Botaniker Anders Sparrmann entdeckt und nach Europa eingeführt. Sein Name ist in der botanischen Bezeichnung der Pflanze verewigt. Später war es Carl von Linné junior, der Sohn des berühmten gleichnamigen, schwedischen Botanikers und Naturforschers, der die Gattung beschrieb und aufstellte.

Als Pflanze des afrikanischen Südens ist die Zimmerlinde an ein helles, mittelfeuchtes und vergleichsweise kühles Habitat angepasst. Anders als bei vielen anderen hierzulande kultivierten, aus Afrika stammenden Zimmerpflanzen ist ihre ursprüngliche Umgebung keine tropische. Eine ganzjährige Zimmerkultur ist völlig problemlos zu bewerkstelligen.

Herkunft in Stichworten:

  • Zimmerlinde stammt aus Südafrika
  • Ursprungshabitat eher kühl, mittelfeucht und hell
  • Entdeckt und nach Europa eingeführt durch Anders Sparrmann
  • Beschrieben durch Carl von Linné jr.

Wachstum

Der Habitus der zu den Malvengewächsen gehörenden Sparrmannia ist ein strauch- bis baumartiger. Sie bildet mit ihren weit verzweigenden Trieben eine sehr auslandende Krone über einem mehr oder minder ausgeprägten Stamm aus. In ihrer Heimat kann die Zimmerlinde bis zu 7 m hoch werden, in der hiesigen Zimmerkultur begnügt sie sich eher mit maximal 3 Metern, bedingt durch das geringere Lichtangebot und den immer wieder erforderlichen Schnitt.

Wuchseigenschaften im Überblick:

  • Strauch- bis baumartiger Habitus
  • Bildet weit verzweigte, ausladende Krone aus
  • Kann im Ursprungshabitat bis zu 7 m hoch werden, hier eher nur 3 m

Blätter

Die Blätter der Sparrmannia sind der Hauptfaktor für ihre deutsche Trivialbezeichnung „Zimmerlinde“. Denn mit ihrer großflächigen, herzförmigen Erscheinung und ihrer hellgrünen Farbe erinnern sie tatsächlich deutlich an die Blätter von echten Linden.

Wer genau hinsieht, erkennt aber doch ein paar Unterschiede: Zunächst einmal wird die Blattkontur in fortgeschrittenem Alter an der Vorderkante von eckigen Ausbuchtungen geprägt – eine solche Ausformung zeigt keine Lindenart. Überdies haben Zimmerlindenblätter durch ihre etwas erhabene Äderung eine welligere, nicht so feine und glatte Oberflächentextur als Lindenblätter. Eine zarte Konsistenz haben sie aber dennoch, außerdem sind sie dicht behaart.

Die Blattränder sind buchtig gezähnt. Insgesamt können die Blätter eine stattliche Länge und Breite von bis zu 20 Zentimetern erreichen. Auch die Stiele werden in etwa so lang.

Blatteigenschaften in Kürze:

  • Herzförmige, großflächige Form erinnert an Lindenblätter
  • Mit spitzen, vorderen Ausbuchtungen in höherem Alter
  • Hellgrüne Farbe
  • Leicht wellige Oberflächentextur, dicht behaart
  • Bis zu 20 cm lang und breit

Blüten

Sofern Sie die Zimmerlinde generell kühl kultivieren und sie im Frühjahr nicht zurückschneiden, können Sie sich über die Winter- und Frühjahrsmonate hinweg über sehr hübsche Blüten freuen. Sie zeigen sich mit zarten, weißen Blütenblättern und einem großen, dottergelb und rostbraun gefärbten Busch aus vielen, langen Staubblättern. Die einzelnen, sich bei der Öffnung aufrichtenden Blüten stehen in großen Dolden zusammen.

Blüteneigenschaften im Überblick:

  • Zeigen sich vermehrt bei kühler Kultivierung und mäßigem Rückschnitt
  • Große, hübsche Erscheinung mit weißen Blütenblättern und dottergelb-braunem Staubblattbüschel
  • Stehen in großen Dolden zusammen

Wann ist Blütezeit?

Die Einzelblüten der Zimmerlinde haben zwar eine relativ kurze Verweildauer – die gesamte Blüteperiode dafür eine umso längere. Mindestens von November bis in den Mai hinein können sich an den Dolden immer wieder neue Blüten öffnen. Indem Sie sie nach dem Abblühen konsequent abschneiden, können Sie ihre Neubildung ankurbeln. Bei dauerhaft kühler Kultivierung kann die Zimmerlinde auch das ganze Jahr über blühen.

Zum Merken:

  • Blütezeit der Einzelblüten nur kurz
  • Blüteperiode insgesamt lang: von November bis Mai bzw. ganzjährig

Frucht

Wenn Sie in Ihrem Heim einen häufigen Luftaustausch zwischen drinnen und draußen pflegen und entsprechend genug Insekten Ihrer Zimmerlinde einen Besuch abstatten können, ist die Chance für eine Bestäubung der Blüten höher. Eine Fruchtausbildung anzustreben ist aber vor allem dann sinnvoll, wenn Sie eine Vermehrung über eigene Samen planen.

Die Früchte haben eine kapselartige Form und sind von einer stacheligen Hülle umschlossen, die eigentlich dem Abstreifen und Weitertransport durch Tiere dient.

Welcher Standort ist geeignet?

Gemäß ihrer Heimat an der südafrikanischen Küste bevorzugt die Sparrmannia einen für Zimmerpflanzen vergleichsweise kühlen und luftigen Standort. 15 bis 18°C sind ihr am liebsten – wer es zuhause immer gern mollig warm hat, kommt hier gegebenenfalls ein wenig in die Bredouille. Um aber in dem Fall trotzdem nicht auf die imposante Blattschmuckpflanze verzichten zu müssen, kann aber auch ein Standort im Treppenhaus in Frage kommen.

Licht möchte die Sparrmannia viel haben, allerdings keine direkte Sonneneinstrahlung. Schatten Sie sie also auf einer östlich oder westlich ausgerichteten Fensterbank stehend möglichst mit anderen Pflanzen oder einem lichten Stoff ab.

Im Sommer können Sie die Zimmerlinde auch nach draußen stellen.

Die Luftfeuchtigkeit sollte relativ hoch sein.

Standortanforderungen im Überblick:

  • Hell, aber ohne direkte Sonneneinstrahlung
  • Eher kühl: 15-18 °C
  • Recht hohe Luftfeuchtigkeit

Welche Erde braucht die Pflanze?

Der Nährstoffbedarf der Sparrmannia ist mittelhoch. Setzen Sie sie am besten in ein Gemisch aus normaler Blumenerde und einem kleinen Anteil reifem Kompost und/oder einer Handvoll Hornspäne. Ein wenig Auflockerung mit Sand ist auch empfehlenswert.

Möglich ist auch die Haltung in der Hydrokultur mit einem erdlosen Substrat aus Blähton und einem dauerhaften Wasser-Nährstoff-Fußbad. Diese Variante kann vor allem für Büros oder für Personen eine Lösung sein, die unregelmäßig zuhause sind.

Zimmerlinde gießen

In puncto Wasser braucht die Zimmerlinde nämlich relativ viel Aufmerksamkeit. Wer nicht ständig gießen möchte, ist mit der Hydrokultur also gut beraten. Vor allem während der Hauptvegetationsphase über die Frühjahrs- und Sommermonate müssen Sie sie reichlich mit Wasser versorgen. Staunässe ist trotzdem zu vermeiden – achten Sie also darauf, dass vor jedem Gießen der Substratballen immer gut abgetrocknet ist und kein Wasser im Untersetzer dauerhaft stehen bleibt. Einer gelegentlichen Dusche aus dem Wasserdisperser ist die luftfeuchtigkeitsliebende Zimmerlinde durchaus nicht abgeneigt.

Im Winter reduzieren Sie die Wassergaben ein wenig.

Zum Merken:

  • Zimmerlinde relativ durstig
  • Braucht regelmäßige, reichliche Wassergaben
  • Trotzdem Staunässe vermeiden
  • Besprühen tut ihr gut
  • Im Winter weniger gießen

Zimmerlinde richtig düngen

Durch ihren ziemlichen Nährstoffbedarf schadet es nicht, die Zimmerlinde über die Wachstumsphase hinweg regelmäßig zu düngen. Verwenden Sie dazu einfach einen universellen Flüssigdünger, den Sie im Anstand von zwei Wochen dem Gießwasser beimischen. Beim Eintopfen sollte das Substrat mit organischem Dauerdünger in Form von Kompost und Hornspänen angereichert werden.

In der Winterpause reduzieren Sie die zusätzliche Düngergabe auf höchstens einmal alle drei Wochen oder stellen sie ganz ein.

Düngeempfehlungen in Kürze:

  • Regelmäßige Düngung der Zimmerlinde durch relativ hohen Nährstoffbedarf sinnvoll
  • Im Sommer und Herbst alle 2 Wochen Flüssigdüngergabe
  • Dauernährstoffzufuhr durch Kompost/Hornspäne im Substrat
  • Im Winter höchstens alle 3 Wochen oder gar nicht düngen

Zimmerlinde richtig schneiden

Die sich ausufernd verzweigende Sparrmannia braucht eine regelmäßige Schnittpflege, wenn sie das Zimmer auf Dauer nicht ganz einnehmen soll. Übermäßig schnittverträglich ist sie allerdings nicht. Schon deswegen empfiehlt es sich, mit dem Trimmen zu warten, bis die Pflanze eine allzu üppige Größe und Breite erreicht hat anstatt sie regelmäßig nur wenig einzukürzen. Auch weil sie deutlich üppiger blüht, wenn sie nicth ständig durch Rückschnitt gestört wird, sollten Sie von einem alljährlichen Kürzen der Triebe absehen.

Die Regel lautet also: Radikalrückschnitt, wenn es aus Platzgründen sein muss, ansonsten nur abgeblühte Blüten abschneiden. Der Radikalrückschnitt sollte im Winter vorgenommen werden.
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Überwintern

Die Sparrmannia kann im Grunde das ganze Jahr über am selben Standort stehen, sofern dieser möglichst artgerechte Umstände aufweist. Das bedeutet: recht kühle, eher unter Wohnniveau liegende Temperatur, möglichst hell ohne direkte Sonne und eine gute Luftfeuchtigkeit.

Die Wintermonate erfordern eher ein paar Änderungen in der Pflege. So sollten Sie sowohl das Gießen, als auch das Düngen spürbar reduzieren.
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Zimmerlinde vermehren

Vermehren lässt sich eine Zimmerlinde am einfachsten über Stecklinge. Aber auch die Aussaat ist möglich.

Stecklinge

Bei dieser Methode schneiden Sie aus dem oberen Kronenbereich Kopfstecklinge von etwa 15 Zentimetern Länge ab. Den unteren Bereich befreien Sie großzügig von Blättern. Anwurzeln lasen können Sie die Stecklinge einfach in Wasser oder auch in einem Anzuchtsubstrat aus Torf und Sand, das Sie dann aber regelmäßig feucht halten müssen. Aufstellen sollten Sie den Steckling an einem warmen, hellen, vor direkter Sonne geschützten Ort.

Samenanzucht

Alternativ können Sie eine Zimmerlinde auch aus Samen ziehen. Wenn ihre Mutterpflanze Früchte ausgebildet hat, können Sie eigene Samen verwenden, im Fachhandel sind aber auch welche erhältlich. Die Samen werden zunächst für mindestens 6 Stunden in Wasser aufgeweicht, bevor Sie sie in Pflanzgefäße mit Anzuchterde setzen und mit etwas Sand bedecken. Die Pflanzgefäße überziehen Sie am besten mit Folie, um für ein gleichmäßig feuchtes und geschütztes Mikroklima zu sorgen. Für die Keimung brauchen die Samen viel Helligkeit und Wärme, etwa 25°C sind ideal.

Nach etwa zwei Wochen sollten sich die Keimlinge zeigen. Dann lüpfen Sie die Folie, um den Jungpflänzchen Luft zu verschaffen und ziehen Sie auf eine Größe von etwa 5 Zentimetern heran. Anschließend lassen sie sich pikieren.
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Ableger

Siehe Abschnitt „Vermehren – Stecklinge“.
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Krankheiten

Von Krankheiten und Schädlingen wird die Zimmerlinde zum Glück nicht häufig heimgesucht. Eher sind Pflegefehler für etwaige Schwächeleien verantwortlich wie etwa ein zu dunkler Standort oder Staunässe. In letzterem Fall kann sich Wurzelfäule oder Schimmel bilden, was die Pflanze mit gelben und abfallenden Blättern anzeigt. In dem Fall ist der Wurzelballen gründlich auszureinigen und in ein frisches Substrat zu setzen.
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Schädlinge

Die Zimmerlinde möchte nicht zu warm und trocken stehen. Das kann im beheizten Zimmer natürlich dann doch mal passieren. In dem Fall wird sie anfälliger für bekannte wärme- und trockenheitliebende Schädlinge wie die Weiße Fliege und Schild- oder Wollläuse.

Einem Befall mit der Weißen Fliege werden Sie am besten durch klebrige Gelbtäfelchen Herr. Schild- und Wollläuse bekämpfen Sie am besten zunächst durch mechanisches Abwischen und eine anschließende Spritzkur aus einem Spiritus-Kernseifen-Wasser-Gemisch.

Tipp

Wegen ihres ausufernden Wuchses empfiehlt es sich, die Zimmerlinde in ein großes Pflanzgefäß aus Ton zu setzen. So gewährleisten Sie genügend Standfestigkeit. Außerdem brauchen Sie nicht so häufig umzutopfen.

Sorten

Von den insgesamt etwa 7 verschiedenen Arten der Gattung Sparrmannia ist hierzulande eigentlich nur die Sparrmannia africana, die Kapländische Zimmerlinde, relevant. Aus dieser Art sind ein paar Sortenzüchtungen hervorgegangen, die sich in ihrer Erscheinungsform durchaus ziemlich voneinander unterscheiden. Sie haben also eine zwar zahlenmäßig nicht übermäßig üppige, dafür aber recht vielgestaltige Auswahl. Die bekanntesten Sorten sind die S. a. Variegata, die S. a. Flore Pleno und die S. a. Nana.

Sparrmannia africana Variegata

Das besondere Merkmal dieser Sorte ist die weißliche Panaschierung der Blätter. Sie erscheint in recht unregelmäßiger Struktur auf dem ausgeprägt geäderten Laub, was Symmetrieliebhabern sicherlich weniger gefallen wird. Fans außergewöhnlicher Blattschmuckphänomene dafür umso mehr. Die Blätter haben eine mindestens dreifach, wenn nicht sogar fünffach spitz ausgebuchtete Herzform – in letzterem Fall erinnert ihre Kontur fast eher der von Ahorn-, als von Lindenblättern.

Je nach Kühle des Standorts kann die Sorte ganzjährig ihre weißen Blüten mit gelb-rötlich-braunem Zentrum zeigen.

Insgesamt wird die S. a. Variegata bis zu etwa 3,50 m hoch und wächst sehr buschig aus.

Sparrmannia africana Flore Pleno

Der Name dieser Sorte verrät schon, was an ihr so besonders ist: Die Blüten sind gefüllt und erscheinen meist in den Frühjahrs- und Sommermonaten in großen, zartstrukturigen, fiedrigen Halbkugeln mit zahlreichen weißen Blütenblättern, die im Zentrum ins Dottergelbe und Altrosafarbene übergehen. Damit ist sie sicherlich die prachtvollste unter den Zimmerlindensorten.

Ihr Laub überlässt den üppigen Blüten die Bühne und zeigt sich in schlichtem, hellem Mattgrün und mit einer mehrfach spitz ausgebuchteten Kontur. Ihre Äderung ist etwas zarter als bei der S. a. Variegata, in fortgeschrittenem Alter und bei Erreichen einer gewissen Größe können sie leicht über dem Stiel überhängen.

Die S. a. Flore Pleno möchte im Gegensatz zu ihren Sortengenossinnen durchaus sonnig stehen. An Höhe kann die schnellwachsende Pflanze 3 oder 4 m erreichen, in der Breite 2 bis 4 m.

Sparrmannia africana Nana

Die S. a. Nana ist eine Zwergsorte. Sie eignet sich daher insbesondere für Zimmerlindenfans, die möglichst keine radikalen Rückschnitte durchführen wollen, um die Pflanze dauerhaft im Zimmer behalten zu können. Die ungefüllten Blüten sind weiß und können das ganze Jahr über erscheinen.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: photoflorenzo/Shutterstock
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