Wertvolle Tipps zur Düngung des Ziergartens

Nicht nur im Frühjahr, wenn im Garten alles grünt und sprießt, benötigen Pflanzen einen guten und ausgewogenen Dünger. Das richtige Mittel hält den Boden fruchtbar und sorgt dafür, dass weder Mangelzustände noch eine Überernährung auftreten. Doch wie wird fachgerecht gedüngt und welches Präparat ist im Ziergarten empfehlenswert?

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Dünger ist nicht gleich Dünger

Das Gesetz des Minimums

Bereits vor 200 Jahren veröffentlichte der Agrarwissenschaftler Carl Sprengel die wichtigste Düngeregel: Das Minimumgesetz. Es besagt, dass das Wachstum der Pflanzen durch die im Verhältnis am geringsten vorhandene Ressource (Nährstoffe, Licht, Luft) eingeschränkt wird. Dies bedeutet, dass Sie beispielsweise einen vorliegenden Eisenmangel nicht durch die Gabe anderer Mineralien ausgleichen können.

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Mangelerscheinungen erkennen

Häufig sind nicht das fehlende Wasser oder wenig Licht daran schuld, dass die Blätter der Zierpflanzen vergilben oder die reiche Blüte auf sich warten lässt. So ist die Gelbfärbung des Laubes (Chlorose) typisch für den bereits genannten Eisenmangel. Aber auch zu hohe Nährstoffgaben können das Pflanzenwachstum beeinträchtigen und ähnliche Auswirkungen haben.

Wertvoller Helfer beim gezielten Düngen: Die Bodenanalyse

Um gezielt düngen zu können ist es wichtig, den Nährstoffgehalt des Bodens zu kennen. Mittels einer Bodenprobe können Sie diesen zuverlässig bestimmen lassen. Das Material hierfür sollten Sie stets vor der ersten Düngergabe entnehmen und in einem spezialisierten Labor untersuchen lassen. Dies kostet, abhängig vom Umfang, zwischen 20 und 50 EUR.

Welcher Dünger eignet sich?

Der wertvollste Dünger für den Ziergarten ist selbst hergestellter Kompost. Diesen können Sie während des gesamten Gartenjahres ausbringen und den Boden mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen.

ArtErklärung
Organischer VolldüngerBesteht aus natürlichen Rohstoffen in optimaler Zusammensetzung.
KalkstickstoffWird vor der eigentlichen Düngung eingesetzt und hält den pH-Wert stabil.
Kuh- oder PferdedungRelativ ausgewogener Nährstoffgehalt. Allerdings riecht dieser Dünger etwas streng.
HornspäneEs dauert bis zu drei Monate, bis der Stickstoff und die Spurenelemente freigesetzt werden. Viele Tierschützer lehnen diesen Dünger ab, da häufig nicht klar ist, aus welcher Haltung die Tiere stammen.
BlaukornLangzeitdünger, der alle Nährstoffe enthält. Durch Versickerung kann dieses Mittel das Grundwasser mit Nitrat belasten.
FlüssigdüngerDiese werden mit dem Gießwasser verabreicht. Die Spezialprodukte versorgen bestimmte Pflanzen mit genau auf deren Bedürfnisse abgestimmten Nährstoffen.
BittersalzSollte nur bei akutem Magnesiummangel eingesetzt werden.

Wann sollte der Ziergarten gedüngt werden?

Zierpflanzen benötigen nur in der Wachstumsphase von Ende März bis Ende August gezielt Nährstoffe. Düngen Sie später kann es passieren, dass sich die Gewächse nicht rechtzeitig auf die Winterruhe vorbereiten und anfällig gegenüber Kälteschäden werden.

  • Im Frühjahr ab Ende März dürfen Sie stickstoffbetont düngen. Zu diesem Zweck können Sie dem Kompost Horngries oder Hornspäne (6,39€ bei Amazon*) beimengen.
  • Im Spätsommer ist Kalium wichtig. Wie viel von diesem Spurenelement im Dünger enthalten sein sollte, ist abhängig von der Bodenbeschaffenheit.

Tipps

Findet in Ihrem Garten kein Komposter Platz, können Sie alternativ über die Anschaffung einer Wurmkiste nachdenken. Die kleinen Bewohner verarbeiten in dieser Box nahezu alles, was in der Küche an kompostierbarem Abfall anfällt. Innerhalb einiger Monate entsteht hieraus wertvoller Wurmkompost, den Sie als Dünger im Ziergarten verwenden können.

Text: Michaela Kaiser

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