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Der Feigenkaktus verträgt Frost

Grüner wohnen: winterharte Sukkulenten für Anfänger

Künftig wollen wir an dieser Stelle eine „Pflanze des Monats“ präsentieren, deren Aufzucht auch unter widrigen Wetterbedingungen und mit nur wenigen botanischen Fachkenntnissen gelingen wird. Zu den Sukkulenten, als bizarre Urgestalten im Dornenkleid, finden sich schon einige sehr interessante Artikel mit vielen Tipps bei uns im Gartenjournal. Daher soll es heute um die winterharten Exemplare gehen, die nicht weniger attraktiv und bei jeder Jahreszeit ein echter Blickfang im Hausgarten sind. Dank ihrer dickfleischigen Blätter, die große Mengen Feuchtigkeit speichern können, sind Sukkulenten wahre Überlebenskünstler.

Neben der allseits bekannten Crassula, Eclaira und Co., bei denen es sich um Blattsukkulenten handelt, gibt es diese Dickblattgewächse auch mit einem Stamm. Ebenfalls durch Dornen gegen seine natürlichen Fressfeinde geschützt, eignen sich besonders die kälteresistenten Sorten ausgezeichnet für Bepflanzungen im Steingarten, auf Terrassen sowie dem Balkon.

Eine Besonderheit unterscheidet die Winterharten von ihren Artgenossen: Beginnend mit dem September, werden sie bis Anfang März überhaupt nicht mehr gegossen. Die Fotosynthese bewirkt, dass angesammeltes Restwasser in den Pflanzenkörpern zu Zucker umgewandelt wird, sodass bei gleichzeitiger Reduzierung des Zellsaftes auch Temperaturen weit unterhalb des Gefrierpunktes keinen Schaden bei den tropischen Gewächsen anrichten. Erkennbar ist dieser Vorgang an den besonders charakteristischen Farbänderungen von Grün in Richtung Rotbraun, die im Herbst bei vielen Winterharten beobachtet werden können. Sie generieren in der Folgezeit sozusagen ihr eigenes natürliches Frostschutzmittel und bereiten sich so, ohne unser Zutun, auf den Winter vor.

Beliebte Sorten der winterharten Sukkulenten

Wer über eine Anpflanzung im Garten nachdenkt, sollte unbedingt berücksichtigen, dass die Sprossachsen dieser Gewächse bereits nach kurzer Zeit beachtliche Dimensionen erreichen können und üppig verzweigen. Schließlich spielen aber die richtige Standortwahl, ein optimales Substrat wie auch zuverlässiger Regenschutz und artgerechte Wasserdosierung eine dominante Rolle bei diesen Tropenpflanzen, die immerhin bis auf eine Höhe von 15 Metern heranwachsen können. In der folgenden Übersicht haben wir einige der in deutschen Gärten häufig anzutreffenden winterharten Sukkulentenarten zusammengefasst:

Sorte optimale Temperatur (°C) Wuchshöhe (cm) Merkmale
Echinocereus viridiflorus bis – 25 bis 10 üppig blühend und ausgezeichnet für Steingärten geeignet
Escobaria vivipara (Kugelkaktus) bis – 30 10 bis 15 Bildung eigener Ableger, benötigt Kältereiz für Blüten
Opuntia engelmannii bis – 20 100 bis 400 Feigenkaktus mit essbaren Früchten und strauchigem Wuchs
Bergkaktus bis – 20 ca. 150 Säulenkaktus mit rosa Blüten im Sommer und 8 cm langen Dornen; nicht für Zimmerhaltung
Opuntia ficus indica bis – 15 (außer Jungpflanzen!) ca. 500 Uraltsorte mit bis zu 10 cm großen Früchten, extrem schnell wachsend
Corynopuntia clavata bis – 20 (Minis) 3 bis 7 optisch sehr auffällige gelbe Blüten, benötigt Regenschutz
Opuntia imbricata bis – 30 maximal 500 winterhärteste Art, darf auch gekürzt werden
Opuntia tortispina bis – 20 bei breitem Wuchs bis 100 rosarote Blüten, braucht Frost zum Wachsen, gut als Topfpflanze verwendbar

Pflanz- und Pflegetipps für Sukkulenten

In allen Regionen Deutschlands ist die Kultivierung grundsätzlich in jedem Garten möglich, bis auf einige Jungpflanzen, die in den ersten Jahren in der Wohnung oder mindestens im Kaltgewächshaus aufgezogen werden sollten. Viele der Arten eignen sich als Topfpflanzen besonders gut und können während der gartenfreien Zeit Terrassen, Balkone oder Hauseingänge sehr dekorativ aufhübschen. Einige Tipps, die Sie dabei beherzigen sollten:

  • ideale Pflanzzeit: Ende Februar bis in den August hinein;
  • der Standort sollte regengeschützt und sonnig sein (perfekt ist eine südliche Hanglage);
  • wasserdurchlässigen, körnigen Substratboden verwenden, damit Regenwasser rasch abfließen kann;
  • KEINE Komposterde verwenden (Gefahr von Pilzerkrankungen!);
  • nicht sofort nach dem Pflanzen gießen und Staunässe vermeiden.
Text: Fred Lübke Artikelbild: Iuliia Kudrina/Shutterstock

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