Warum ist der Weißanstrich an Obstbäumen so wichtig?

Im Winter fallen viele Obstbäume, aber auch andere Gehölze, durch einen weißen Anstrich des Stammes auf. Warum der Baumstamm auf diese Weise geschützt wird, wann der Weißanstrich aufgebracht werden sollte und wie Sie dabei vorgehen, all dies klären wir in diesem Artikel.

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Die weiße Farbe schützt die Rinde der Obstbäume

Weshalb ist der Rindenschutz so wichtig?

An schönen Wintertagen wird der Stamm an der der Sonne zugewandten Seite erwärmt, während die vom Licht abgewandte Fläche gefroren bleibt. Dadurch entstehen Spannungen in der Rinde und diese kann aufreißen. Besonders gefährdet für thermische Rindenschäden sind junge Obstgehölze mit glatter Borke wie:

  • Apfelbäume,
  • Birnbäume,
  • Pfirsichbäume,
  • Kirschbäume,
  • Pflaumenbäume.

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Ältere Gehölze hingegen haben eine recht dicke Rinde ausgebildet, die sie gut vor gefährlichen Frostrissen schützt.

Was bringt ein Weißanstrich?

Der helle Farbton des Kalkanstrichs reflektiert das Sonnenlicht aufgrund der physikalischen Eigenschaften. Dadurch wird verhindert, dass sich die Rinde aufheizt und Spannungsschäden werden vermieden.

Welches Mittel kommt zum Einsatz?

Früher wurden die Bäume gekalkt. Allerdings hat dieser Anstrich den Nachteil, dass die weiße Farbe rasch abgespült wurde und aus diesem Grund mehrmals im Jahr frisch aufgetragen werden musste. Deshalb hat sich zwischenzeitlich ein ökologisch verträglicher Weißanstrich durchgesetzt.

Welche Bäume profitieren vom Rindenschutz?

Besonders gefährdet sind junge Laubbäume mit glatter Rinde an einem sonnigen Standort.

Dies sind nicht nur die bereits erwähnten Obstbaumsorten. Auch Laubbäume wie:

  • Ahorn,
  • Buche,
  • Linde

profitieren von diesem Rindenschutz. Je nach Standort können thermische Schäden aber ebenso an Gehölzen mit kräftiger Borke wie Kastanie oder Eiche auftreten.

Wann sollte der Anstrich aufgetragen werden?

Idealerweise streichen Sie den Jungbaum bereits bei der Pflanzung am Boden beginnend bis zur Krone hinauf weiß an. Diese Arbeit muss bei frostfreiem Wetter durchgeführt werden.

Haben Sie den richtigen Zeitpunkt verpasst, können Sie den Baum zunächst mit Schilfmatten vor Frosteinflüssen schützen und den Anstrich im kommenden Frühjahr aufbringen.

Wie wird der Weißanstrich aufgetragen?

Im Fachhandel erhalten Sie pulverförmige oder bereits angemischte Präparate.

  • Befreien Sie die Borke mit einem speziellen Schleifvlies oder einer Drahtbürste von lose aufliegenden Teilen.
  • Pulver rühren Sie mit wenig Wasser an, sodass eine dicke, tropffreie Farbe entsteht.
  • Je nach Hersteller wird ein Voranstrich empfohlen, den Sie nun aufbringen.
  • Streichen Sie anschließend den Stamm satt mit dem Weißanstrich ein.
  • Verwenden Sie hierfür einen qualitativ hochwertigen Pinsel mit feinen Borsten, da sich nur mit diesem der Anstrich gut deckend auftragen lässt.

Tipps

In der gefurchten Borke älterer Obstgehölze überwintern Schädlinge wie der Apfelwickler. Deshalb sollten lockere Rindenstücke im Herbst mit einer Bürste oder einem speziellen Rindenschaber abgekratzt werden. Bringen Sie im Anschluss frische Leimringe auf.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: SmLyubov/Shutterstock

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