Weinrebe

Schädlinge an der Weinrebe: Was tun gegen die Plagegeister?

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Weinreben sind anfällig für verschiedene Schädlinge, die Ernteerträge und -qualität beeinträchtigen können. Dieser Artikel stellt häufige Schädlinge vor und beschreibt verschiedene Bekämpfungsmethoden, darunter konventionelle, biologische und ökologische Ansätze.

Weinrebe Rebenstecher
Der Rebenstecher kann großen Schaden anrichten

Häufige Schädlinge der Weinrebe

Weinreben sind von verschiedenen Schädlingen bedroht, die unterschiedliche Teile der Pflanze befallen. Zu den bekanntesten Schädlingen zählen:

  • Reblaus: Die Reblaus ist ein winziges Insekt, das die Wurzeln der Weinrebe befällt und erhebliche Schäden verursacht. Sie wurde im 19. Jahrhundert aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt und richtete dort verheerende Schäden an. Europäische Rebsorten sind besonders anfällig, während amerikanische Reben eine gewisse Resistenz aufweisen.
  • Traubenwickler: Diese Nachtfalterlarven ernähren sich von den Blüten und Beeren der Weinrebe. Es gibt zwei Hauptarten: den Einbindigen und den Bekreuzten Traubenwickler. Die Larven des Einbindigen Traubenwicklers befallen Blütenstände und junge Trauben, während die des Bekreuzten Traubenwicklers reifende Beeren angreifen. Dies kann erhebliche Ernteverluste verursachen.
  • Milben: Verschiedene Milbenarten wie Spinn-, Blattgall- und Kräuselmilben befallen die Weinrebe und saugen den Pflanzensaft aus. Dies führt zu Verfärbungen, Wucherungen und Deformationen der Blätter und Triebe.
  • Grüne Rebzikade: Diese Zikade saugt an den Blättern der Weinrebe und kann virale Krankheiten übertragen, die zu erheblichen Schäden führen.
  • Kirschessigfliege: Dieser Schädling befällt reifende Trauben und hinterlässt seine Eier in den Beeren, aus denen Larven schlüpfen. Dies kann die Qualität der Beeren verschlechtern und zu Ernteverlusten führen.
  • Vögel: Vögel wie Amseln, Drosseln und Stare können kurz vor der Ernte erhebliche Schäden verursachen, indem sie die reifen Trauben anpicken und fressen. Dies führt zu Ernteverlusten und vermindert die Weinqualität.

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Bekämpfungsmethoden

Es gibt verschiedene Methoden zur Bekämpfung von Schädlingen im Weinbau, die von konventionellen chemischen Behandlungen bis hin zu biologischen und ökologischen Ansätzen reichen.

Konventionelle Methoden

  • Insektizide: Diese werden eingesetzt, um Insekten wie Traubenwickler zu bekämpfen, indem sie deren Nervensystem angreifen und abtöten.
  • Akarizide: Diese Mittel sind speziell für die Bekämpfung von Milben gedacht und wirken ähnlich wie Insektizide.
  • Fungizide: Fungizide zerstören Pilzkrankheiten, die die Weinreben befallen, indem sie das Wachstum der Pilze hemmen oder abtöten.

Biologische Methoden

  • Nützlinge: Nützlinge sind Insekten oder andere Organismen, die Schädlinge auf natürliche Weise bekämpfen. Raubmilben beispielsweise werden gegen Spinnmilben eingesetzt.
  • Pheromonfallen: Diese Fallen locken männliche Traubenwickler mit synthetischen Pheromonen an, um deren Population zu kontrollieren.
  • Verwirrmethode: Diese Methode stört die Paarung von Traubenwicklern, indem Dispenser synthetische Pheromone abgeben und die Männchen verwirren, sodass sie die Weibchen nicht mehr finden.

Ökologische Methoden

  • Anbaumethoden: Die Förderung der Biodiversität, der Einsatz von Gründüngung und die Verwendung von Kompost tragen zu einem gesunden Ökosystem im Weinberg bei.
  • Pflanzenstärkungsmittel: Diese erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Weinreben gegen Schädlinge und Krankheiten. Sie bestehen oft aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Algenextrakten.
  • Mechanische Methoden: Das Absammeln von Schädlingen oder das Aufstellen von Netzen sind ebenfalls effektive Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung.

Resistenzzüchtung

Resistenzzüchtung ist ein zentraler Ansatz zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten im Weinbau. Ziel ist die Entwicklung von Rebsorten, die eine natürliche Resistenz gegen bestimmte Bedrohungen aufweisen:

  • Pilzresistente Sorten: Diese Sorten sind widerstandsfähig gegen Pilzkrankheiten wie Echten und Falschen Mehltau, was den Bedarf an Fungiziden reduziert. Pilzwiderstandsfähige Sorten werden auch PIWIs genannt.
  • Reblausresistente Unterlagen: Veredelte Reben werden auf reblausresistenten Unterlagen gepfropft, um Schutz gegen diesen zerstörerischen Schädling zu bieten.
  • Angepasste Klonauswahl: Die Auswahl widerstandsfähiger Klone innerhalb einer Rebsorte kann das Risiko von Schädlingen und Krankheiten weiter minimieren.

Diese Maßnahmen verringern die Notwendigkeit chemischer Behandlungen und tragen zum Umweltschutz bei.

Bilder: Henrik_L / iStockphoto