Weinrebe Rebenstecher
Der Rebenstecher kann großen Schaden anrichten

So halten Sie Schädlinge von Weinreben fern

Neben den üblichen Verdächtigen unter den Pflanzenschädlingen, haben sich drei Schmarotzer auf die Weinrebe spezialisiert. Welche das sind und wie sie zu bekämpfen sind, bleibt Ihnen hier nicht länger verborgen.

Reblaus (Viteus vitifoliae)

Sie verbreitet in den Weinbergen Angst und Schrecken, wenn sie in Heerscharen über die Rebstöcke herfällt. Somit verwundert es wenig, dass jedes Erscheinen der Reblaus meldepflichtig ist. Der Schädling fällt in unterschiedlichen Formen über die Weinreben her und saugt ihnen das Leben aus. Die 1 Millimeter kleinen Weibchen sind ockergelb und geflügelt. Die ungeflügelten Männchen leuchten hellgelb.

Als die durchgeschlagenste Methode gegen die Reblaus hat sich die Verwendung veredelter Weintraubensorten etabliert. Dabei kommen reblaustolerante Unterlagen aus Amerika zum Einsatz, die seit einiger Zeit die gefürchteten Invasionen der Schädlinge unterbinden. Achten Sie daher beim Erwerb von Jungpflanzen auf die Angebote von Edelsorten oder Sie veredeln die Weinreben im Rahmen der Vermehrung selbst.

Rebenpockenmilbe (Colomerus vitis)

Die winzig kleinen Gallmilben verursachen im Frühjahr und Sommer auf den Blattoberseiten pockenartige Erhebungen. Im weiteren Verlauf entwickelt sich ein weißer Filz, der bei roten Rebensorten braun-rot erscheint. Daher wird dieses Schadbild häufig mit der Pilzinfektion Mehltau verwechselt. Einzig bei sehr hohem Befallsdruck ist der Einsatz eines Bekämpfungsmittels auf der Basis von Rapsöl empfehlenswert. Ansonsten sollten infizierte Blätter ausgeputzt werden.

Rebenstecher (Byctiscus betulae)

Der 5 bis 7 Millimeter kleine Käfer ist kaum zu übersehen mit seinem metallisch glänzenden Körper in Goldgelb, Blau oder Violett. Von April bis September fallen die Rebenstecher vorzugsweise über Weinreben her. Die Weibchen nagen die Blätter an, damit sie welken. Daraufhin wickeln sie ihre Brut darin ein. Jedes Weibchen zerstört bis zu 30 Blätter, sodass die Versorgung der Weintrauben gefährdet ist. So gehen Sie gegen die Schädlinge vor:

  • regelmäßige Kontrollen der Weinreben auf einen Befall
  • die Käfer und eingerollten Blätter konsequent einsammeln
  • Weinreben nicht in unmittelbarer Nähe von Laubbäumen pflanzen

Insektizide sind für den Einsatz im Kleingarten nicht mehr erlaubt und im Hinblick auf die Bekömmlichkeit der Weintrauben nicht sinnvoll.

Tipps & Tricks

Der omnipräsente Dickmaulrüssler verschont die Weinrebe nicht. Die erwachsenen Käfer schaden den Pflanzen ebenso, wie ihre Larven. Als ökologische Bekämpfungsmethode haben sich Nematoden-Fallen bewährt. Die ausgeklügelte Konstruktion ist mit den Fadenwürmern gefüllt und wirkt für 6 Wochen je 10 Quadratmeter Fläche.

GTH

Text: Paula Jansen

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