Besonderheiten beim Walnussbaum – das zeichnet die Pflanze aus

Der Walnussbaum unterscheidet sich in vielen Eigenschaften von anderen Obst- und auch sonstigen Bäumen. In diesem Beitrag erfahren Sie die wesentlichsten Besonderheiten der 2008 zum Baum des Jahres gekürten Walnuss.

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Walnüsse galten bis 2006 als Steinfrucht

Walnüsse: Steinfrüchte oder Nüsse?

Jeder Mensch, ob pflanzenaffin oder nicht, bringt den Walnussbaum vor allem mit seinen gesunden, wohlschmeckenden Früchten – den Walnüssen – in Verbindung. Doch handelt es sich bei ebendiesen um Steinfrüchte oder doch um echte Nüsse?

Traditionell galten Walnüsse in der Botanik als Steinfrüchte. Allerdings zeigte eine im Jahr 2006 veröffentlichte Diplomarbeit an der Ruhr-Universität Bochum, dass Walnüsse in der Tat richtige Nüsse sind. Die Hülle gibt den Ausschlag: Vereinfacht ausgedrückt, muss eine Nuss eine mit einem Samen und einer harten Schale ausgestattete Schließfrucht sein. Die harte Schale wird aus den Fruchtblättern gebildet und kann sich nicht selbständig öffnen. All das ist bei Walnüssen der Fall.

Von Hydrojuglonglucosid zu Juglon

Eine weitere Besonderheit beim Walnussbaum ist das sogenannte Juglon. In den Blättern und Früchten der Pflanze befindet sich das wasserlösliche Hydrojuglonglucosid, das durch Auswaschung in den Boden gelangt. Dort wird es durch Bakterien zu Juglon umgewandelt.

Bei Juglon handelt es sich um den einfachsten natürlich vorkommenden Farbstoff. Er wirkt hemmend auf die Keimung anderer Pflanzen. Deshalb ist Unterwuchs beim Walnussbaum nur in geringfügigem Maße anzutreffen.

In der Fachsprache nennt man dieses Phänomen „allelopathische Wirkung“. Das bedeutet, eine Pflanze wird durch eine andere Pflanze chemisch beeinflusst, eventuell beeinträchtigt.

Gerbstoffreiche Blätter gegen Insekten

Der Walnussbaum hat besonders gerbstoffreiche Blätter. Diese bauen sich also langsamer ab als anderes Laub. Dadurch sind sie für viele Insekten nicht wirklich schmackhaft.

Nussbäumen wird generell das Charakteristikum zugeschrieben, Fliegen fernzuhalten (zu vertreiben). Aus diesem Grund stehen sie auch oft in den Innenhöfen von Bauernhöfen – neben den dort erforderlichen Misthaufen. Walnüsse und sonstige Nussbäume dienen in dem Fall als schützende Schattenspender und ermöglichen entspanntes Sitzen.

Schnittempfindlich durch starken Saftfluss

Speziell ist weiterhin, dass der Walnussbaum sehr empfindlich auf Schneidemaßnahmen reagiert – insbesondere im Frühjahr, Herbst und Winter.

Beim Schneiden im Frühjahr tritt ein extrem starker und langanhaltender Saftfluss ein – oftmals als Verbluten bezeichnet. Dies kann dem Walnussbaum massiv schaden.

Um ein solches Szenario zu vermeiden, sollten Sie Ihren Walnussbaum möglichst immer nur im Spätsommer (August, September) schneiden. In diesen beiden Monaten hält sich der Baumsaft in Grenzen. Zudem geht die Wundheilung nach einem spätsommerlichen Schnitt schneller und gesünder vonstatten.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Matauw/Shutterstock
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