Ist Umgraben sinnvoll im verwilderten Garten?

Die Natur breitet sich rasant aus, sobald sich der Mensch zurückzieht. Um den verwilderten Garten wieder aufzufrischen, ist eine erste Bestandsaufnahme wichtig. Sie gibt Hinweise darauf, ob ein Umgraben sinnvoll ist oder ob eine Alternative in Frage kommt.

verwilderten-garten-umgraben
Bei starken Unebenheiten und schweren Böden macht das Umgraben Sinn

Bestandsaufnahme

Vor dem Umgraben eines Gartens sollten Sie sich einen Überblick verschaffen. In verwilderten Gärten kommen nicht selten Schätze zu Tage, die Sie durch die radikalen Maßnahmen zerstören würden. Beobachten Sie den Garten für mindestens ein Jahr. Dadurch erhalten Sie einen Einblick, was in Ihrem Garten wächst und welche Bodentypen vorherrschen.

Lesen Sie auch

Bereits vorhandene Beete mit Zwiebelpflanzen müssen nicht umgegraben werden. Hier reichen Maßnahmen aus, die das Beet wieder in Form bringen. Wildkräuter wie Sauerampfer, Brennnessel oder Frauenmantel verbreiten sich in ungenutzten Gärten, wo sie der Artenvielfalt dienen und dem Menschen als Gemüse einen weiteren Nutzen bieten.

Umgraben abwägen

Den Garten umzugraben kommt bei starken Unebenheiten im Boden in Frage. Schwere Untergründe lassen sich kaum nutzen, wenn sie nicht gründlich umgegraben und aufgelockert wurden. Bei leichten Böden reicht es aus, das Substrat mit einem Sauzahn aufzulockern. Umschichtungen sind mit einer Störung des Bodengefüges verbunden. Der Boden benötigt nach solchen massiven Eingriffen Zeit, bis er sich regeneriert hat.

Wenn ein Umgraben notwendig ist, sollten Sie auf die Witterungsbedingungen achten. Der Herbst ist nicht immer ideal für diese Maßnahme. Auch im Frühjahr ist das Umschichten möglich, wenn die Vegetationsperiode noch nicht begonnen hat.

Dann sollten Sie den Garten umgraben:

  • nach leichten Bodenfrösten
  • im zeitigen Frühjahr mit niedrigen Temperaturen
  • vor intensiven Regenfällen

Beete ohne umgraben

Mulchen Sie die Fläche nach der Mahd ordentlich, die später ein Beet darstellen soll. Im verwilderten Garten fallen große Mengen Gras an, die sich ungeschnitten perfekt als Mulchschicht eignen. Je länger das Gras ist, desto besser. Die Schicht sackt in den nächsten sechs Monaten deutlich zusammen.

Kontrollieren Sie den Zustand des darunter befindlichen Rasens und geben Sie eine zusätzliche Mulchschicht auf die Fläche, wenn das Gras darunter noch nicht verrottet ist. Das Material zersetzt sich nur langsam und bietet eine ideale Schutzschicht für den Boden. Sie hält das Substrat feucht und warm, sodass die Bodenlebewesen die Biomasse in Kompost umsetzen können.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Surachet Jo/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.