Vanda Orchidee

Erfolgreich Vanda Orchidee vermehren: Tipps & Tricks

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Vanda Orchideen faszinieren mit ihrer exotischen Schönheit. Dieser Artikel erklärt, wie Sie diese prachtvollen Gewächse durch Keiki-Stecklinge und Pflanzensprossteilung selbst vermehren können.

Vanda-Orchidee Stecklinge
Neue Vanda-Orchideen lassen sich wunderbar aus Stecklingen ziehen

Vermehrung von Vanda Orchideen

Vanda Orchideen haben ein monopodiales Wachstum, das bedeutet, sie wachsen aus einem einzelnen Hauptstamm ohne seitliche Triebe. Diese besondere Wuchsform macht die Vermehrung durch Teilung, wie sie bei vielen anderen Orchideenarten üblich ist, schwierig. Stattdessen können Vanda Orchideen durch Seitentriebe, sogenannte „Keikis“, vermehrt werden. Eine Vermehrung durch Samen ist in häuslichen Bedingungen meist nicht erfolgreich.

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Vermehrung durch Seitentriebe (Keikis)

Die einfachste Methode zur Vermehrung von Vanda Orchideen ist die Nutzung von Keikis. Diese Seitentriebe, die sich an der Basis der Mutterpflanze oder entlang des Stammes bilden, entwickeln eigene Wurzeln. Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um Keikis erfolgreich abzunehmen und aufzuziehen:

  1. Geeigneten Keiki auswählen: Suchen Sie einen gesunden Seitentrieb mit mindestens drei bis vier Blättern und Luftwurzeln von mindestens 5 cm Länge.
  2. Keiki abtrennen: Verwenden Sie ein scharfes, sterilisiertes Messer oder eine Schere, um den Keiki vorsichtig von der Mutterpflanze abzutrennen.
  3. Behandlung der Schnittstellen: Bestäuben Sie die Schnittstellen mit einem fungizidhaltigen Mittel, dies beugt Infektionen vor und beschleunigt die Wundheilung.
  4. Eintopfen des Keikis: Pflanzen Sie den Keiki in ein geeignetes Substrat, wie Sphagnummoos oder spezielle Orchideenerde. Diese Materialien bieten gute Feuchtigkeitsspeicherung und Belüftung.
  5. Pflege des neuen Triebs: Stellen Sie die junge Pflanze an einen hellen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Halten Sie das Substrat feucht, aber vermeiden Sie Staunässe.

Vermehrung durch Kopfstecklinge

In bestimmten Fällen können Sie auch die Methode der Teilung durch Kopfstecklinge anwenden. Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Pflanze zu groß geworden ist.

  1. Voraussetzungen prüfen: Der obere Teil der Pflanze sollte mindestens zwei bis drei eigene Wurzeln haben. Auch der untere Teil muss genug gesunde Wurzeln behalten.
  2. Teilung der Pflanze: Schneiden Sie die Pflanze in der Mitte mit einem scharfen, desinfizierten Messer.
  3. Eintopfen des oberen Teils: Pflanzen Sie den abgetrennten oberen Teil in Sphagnummoos, um die Wurzelbildung zu fördern. Der untere Teil verbleibt im ursprünglichen Substrat und wird weiter gepflegt.

Voraussetzungen für die Stecklingsvermehrung

Um die Stecklingsvermehrung bei Vanda Orchideen zu ermöglichen, sollten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  1. Gesunde Mutterpflanze: Die Orchidee sollte kräftig und frei von Krankheiten sein. Gesunde Pflanzen bilden eher starke Seitentriebe aus.
  2. Alter der Pflanze: Ältere Orchideen neigen eher dazu, Keikis zu bilden, die sich leichter bewurzeln lassen.
  3. Wurzelsystem: Ein gut entwickeltes Wurzelsystem der Mutterpflanze ist entscheidend. Auch der abzunehmende Steckling sollte mehrere, mindestens 5 cm lange Wurzeln haben.
  4. Geeignete Schneidwerkzeuge: Verwenden Sie scharfe und desinfizierte Werkzeuge, um Infektionen zu minimieren.
  5. Substrat für die Bewurzelung: Der Steckling sollte in ein geeignetes Substrat wie Sphagnummoos gepflanzt werden. Alternativ ist auch ein Sauerstoffreiches Gemisch aus Torf und Sphagnummoos geeignet.
  6. Standortbedingungen: Der Steckling benötigt einen hellen, aber nicht sonnigen Platz mit hohen Temperaturen von 20-25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 60-85 %. Regelmäßiges Besprühen der Wurzeln und sparsame Bewässerung des Substrats sind wichtig.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Stecklingsvermehrung

  1. Auswahl eines geeigneten Keikis: Wählen Sie einen gesunden Seitentrieb mit mindestens drei bis vier Blättern und Luftwurzeln von mindestens 5 cm Länge.
  2. Vorbereitung des Schnittwerkzeugs: Desinfizieren Sie ein scharfes Messer oder eine Schere gründlich.
  3. Abtrennen des Keikis: Trennen Sie den Keiki vorsichtig von der Mutterpflanze ab, ohne Schaden zu verursachen.
  4. Behandlung der Schnittstellen: Bestäuben Sie die Schnittstellen mit einem fungizidhaltigen Mittel.
  5. Einweichen des Keikis: Legen Sie den abgetrennten Keiki für etwa zwei Stunden in weiches, zimmerwarmes Wasser.
  6. Eintopfen des Keikis: Pflanzen Sie den Keiki in Sphagnummoos oder ein Torf-Sphagnum-Gemisch ein und stabilisieren Sie ihn bei Bedarf mit einem kleinen Holzstab.
  7. Pflege und Standort: Stellen Sie den eingetopften Keiki an einen warmen, halbschattigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht und besprühen Sie die Pflanze regelmäßig mit kalkfreiem Wasser.
  8. Geduld üben: Es kann mehrere Wochen bis Monate dauern, bis sich neue Wurzeln und Blätter bilden. Beobachten Sie die Pflanze regelmäßig und pflegen Sie sie wie eine ausgewachsene Vanda-Orchidee, sobald der Keiki gut angewachsen ist.

Alternative Vermehrungsmethode: Teilung des Pflanzensprosses

Die Teilung des Pflanzensprosses eignet sich vor allem für fortgeschrittene Pflanzenliebhaber und erfordert besondere Sorgfalt.

  1. Vorbereitung der Werkzeuge: Verwenden Sie ein scharfes, desinfiziertes Messer.
  2. Teilung der Pflanze: Schneiden Sie den Pflanzenspross in der Mitte durch, wobei beide Teile ausreichend Wurzeln behalten sollten.
  3. Behandlung der Schnittstellen: Bestäuben Sie die Schnittstellen mit einem fungizidhaltigen Mittel.
  4. Eintopfen des oberen Teils: Pflanzen Sie den abgetrennten oberen Teil der Pflanze in Sphagnummoos ein.
  5. Pflege des unteren Teils: Belassen Sie den unteren Teil im ursprünglichen Substrat und pflegen Sie ihn weiterhin.

Nachsorge und Pflege

Die Pflege nach der Teilung ist entscheidend für den Erfolg:

  • Standort: Platzieren Sie beide Teile an einem hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • Bewässerung: Halten Sie das Substrat gleichmäßig feucht, ohne Staunässe zu verursachen.
  • Luftfeuchtigkeit: Eine hohe Luftfeuchtigkeit von 60-85 % fördert das Anwachsen.

Durch diese sorgfältigen Methoden können Sie erfolgreich neue Vanda Orchideen aus Ihren bestehenden Pflanzen generieren und sich an einer größeren Sammlung erfreuen.

Bilder: NokHoOkNoi / iStockphoto