Vanda-Orchidee: Richtig pflegen

Vanda-Orchideen beeindrucken mit einer üppigen Blüte. Die exotischen Gewächse sind nicht ganz leicht zu kultivieren. Wer sich mit den speziellen Anforderungen der epiphytisch lebenden Pflanze auseinandersetzt, kann sich für viele Jahre an der Blütenpracht erfreuen.

vanda
Vanda umfasst 80 verschiedene Arten von Orchideen

Herkunft

Vanda beschreibt eine Gattung der Orchideen, die etwa 80 Arten beinhaltet. Das Verbreitungsgebiet der Arten erstreckt sich von Indien bis zu den Philippinen und den indonesischen Inseln. In Thailand, Myanmar und Yünnan liegen Zentren der Artenvielfalt. Hier besiedeln die Gewächse immerfeuchte oder wechselfeuchte Wälder. Sie kommen bevorzugt im Flachland vor und erobern Höhenlagen in niedrigen Bergregionen.

Das Areal der Vanda-Orchideen ist nicht nur auf die tropischen und subtropischen Regionen in Südostasien beschränkt. Einige Arten besiedeln Lebensräume im Nordosten Australiens. Viele Wildformen werden kultiviert. Zuchtformen eignen sich besser als Zierpflanzen.

Wachstum

Vanda-Arten können zu stattlichen Exemplaren heranwachsen, die bis 150 Zentimeter hoch werden. Der Großteil der Zierpflanzen erreicht Wuchshöhen zwischen 50 und 80 Zentimeter. Sie bilden einen Hauptspross, der sich nicht verzweigt. Vom Haupttrieb gehen zahlreiche Seitentriebe ab.

Vanda-Orchideen wachsen als Aufsitzerpflanzen auf Gehölzen, um in den dichten Wäldern mehr Licht abzubekommen. Ihre Wurzeln sind an diese Lebensweise spezialisiert. Sie dienen der Verankerung auf Ästen und benötigen Luft zum Überleben. Mit Hilfe des lang ausgeprägten Wurzelwerks ziehen die Pflanzen Feuchtigkeit aus der Luft.

Blätter

Die fleischig verdickten Blätter fühlen sich ledrig an. Sie sind dunkelgrün gefärbt und glänzen. An ihrer Basis sind sie entlang der Mittelrippe v-förmig gefaltet. Die Blattspreite ist zur Spitze flach ausgebreitet. Sie ist schmal linealisch ausgeformt und endet in einer eingezogenen Spitze. Die Blattspreite geht in den Blattgrund über. An dieser Stelle entwickeln die Orchideen ein Trenngewebe.

Blüte

In den Blattachseln entstehen Triebe, an denen sich große Einzelblüten entwickeln. Die Wildformen sind einfarbig, während Hybride mehrfarbige Kronblätter mit attraktiven Zeichnungen und Mustern entwickeln. Sie verströmen einen intensiven Duft. Die Blüten folgen einem fünfzähligen Aufbau. Die Blütenblätter stehen frei. Sie sind unterschiedlich geformt und können an ihrer Basis verdreht erscheinen, sodass ihre Rückseite nach vorne zeigt. Oft sind die Blütenblätter am Rand gewellt oder gekräuselt.

Blütezeit

Vanda-Orchideen blühen vom Frühling bis in den Herbst. Ihre Blütezeit erstreckt sich über zwei Monate, die sich bis zum Herbst drei Mal wiederholen kann. Es gibt Sorten mit winzigen Blüten und Hybride mit auffallend großen Kronblätter. Sie können in Weiß, Gelb, Orange, Rot, Violett oder Blau blühen.

Gut zu wissen:

  • Blüten verwelken erst nach mehreren Wochen
  • Vandeen werden von Holzbienen bestäubt
  • reichhaltige Farb- und Größenpalette innerhalb der Blüten

Verwendung

Diese Zierpflanzen verschönern Innenräume und Warmhäuser mit ihren auffallenden Blüten und dem intensiven Aroma. Sie gedeihen in beheizten Gewächshäusern mit hoher Luftfeuchtigkeit. Bei optimalen Bedingungen eignen sich Vandeen während der Sommermonate für eine Kultivierung im Freien.

Ist Vanda giftig?

Vandeen werden als giftig eingestuft. Sie sollten die Pflanzen nicht kultivieren, wenn sich Kinder oder Haustiere in Ihrem Haushalt aufhalten.

Welcher Standort ist geeignet?

Als Gewächse der tropischen und subtropischen Regionen bevorzugen Vandeen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Standort sollte halbschattig und hell sein und warme Temperaturen gewährleisten. Es gibt einige Arten, die normale Zimmertemperaturen vertragen. Auf einer nördlich ausgerichteten Fensterbank gestaltet sich die Kultivierung sehr schwierig.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Für die Haltung von Vandeen benötigen Sie kein Substrat, da die Pflanzen in ihren natürlichen Lebensräumen auf Ästen wurzeln. Die Orchideen sollten hängend in Lattenkörbchen oder Töpfen mit großen Aussparungen gezogen werden. Hier können die Luftwurzeln frei wachsen und herabhängen.

Aussaat

Die Vermehrung über Samen wird von Fachbetrieben durchgeführt, da sie sehr aufwändig und langwierig ist. Die Blüten müssen per Hand bestäubt werden. Das geschieht mit einem Zahnstocher, der über die männlichen Blütenorgane gestreift wird. Anschließend werden die Pollen auf die Narbe gebracht. Vandeen benötigen von der Befruchtung bis zur Fruchtreife etwa 20 Monate. Wenn die Fruchtkapseln eingetrocknet sind, können diese geerntet werden.

Um die Samen zum Keimen zu bringen, sind sterile Bedingungen notwendig. Alle Utensilien müssen frei von Pilzsporen, Bakterien und Viren sein. Sind Pflanzgefäß oder Nährboden kontaminiert, wachsen die Keime häufig schneller als die Samen und töten diese ab. Nicht alle Pilzsporen sind schädlich. Vandeensamen sind auf spezielle Pilzsporen angewiesen. Ohne diese Lebensgemeinschaft können die Samen nicht überleben. Versuche von Züchtungen auf gesammelten Rindenstücken haben sich in vielen Fällen als erfolgreich erwiesen.

Stecklinge

Die Vermehrung über Kopfstecklinge erfordert Fingerspitzengefühl, da bei falschem Vorgehen sowohl die Mutterpflanze als auch der Steckling geschädigt werden können. Eine gesunde Pflanze wird in der Mitte des Sprosses in zwei Pflanzen geteilt. Der obere Teil sollte zwei bis drei Luftwurzeln ausgebildet haben, damit der Steckling überlebensfähig ist. Auch der untere Teil benötigt genügend Wurzeln zum Überleben. Bei guter Pflege entwickelt er nach einigen Monaten Seitentriebe, an denen frische Blätter entstehen.

Stecken Sie den Kopfsteckling in einen mit Sphagnummoos ausgelegten Topf, der über ausreichend Löcher verfügt. Das Moos kann Feuchtigkeit speichern und abgeben, sodass die Pflanze besser frische Wurzeln entwickeln kann.

Vanda im Topf

Vandeen werden hängend kultiviert, sodass die Wurzeln frei wachsen und der Luftzirkulation ausgesetzt sind. Ein Topf aus transparentem Glas mit ausreichend Löchern ist ideal geeignet. Es gibt spezielle Tontöpfe mit fensterartigen Aussparungen. Sie haben gegenüber Glas den Vorteil, dass das Material Wasser speichert und an die Luft abgibt. Auf diese Weise können Sie eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleisten. Eine Kultivierung in Kunststofftöpfen ist ebenfalls möglich. Diese werden für einen besserem Wasserhaushalt mit Styropor ausgekleidet.

Balkon

Vanda-Orchideen können während der Sommermonate auf den Balkon gestellt werden. Der Standort im Freien fördert ein gesundes Wurzelwachstum, sofern ausreichend Luftfeuchtigkeit und Wärme vorhanden sind. Die Orchideen reagieren auf Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht weniger sensibel als verwandte Arten. Sobald die Temperatur nachts unter zehn Grad Celsius sinkt, sollte die Pflanze rein geholt werden.

Im Gewächshaus

Vandeen stammen aus tropischen Gefilden und mögen warme Temperaturen in Verbindung mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Wenn diese Bedingungen nicht gewährleistet werden können, empfiehlt sich die Kultivierung im Gewächshaus. Hier ist die Chance der Blütenbildung sehr hoch.

Idealbedingungen:

  • Temperatur zwischen 25 und 30 Grad Celsius
  • Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent
  • lichtdurchflutet

Vanda gießen

Zwei Mal pro Woche werden die Luftwurzeln vollständig im Wasserbad getaucht. Hier bleibt die Vanda für 30 Minuten stehen, sodass sich die Wurzeln vollsaugen können. Achten Sie darauf, dass das Wasser zimmerwarm ist. Nach dem Wasserbad muss das Wasser gut abtropfen können. Zwischen den Tauchprozeduren sollten die Luftwurzeln vollständig abgetrocknet sein. Sie erkennen trockene Wurzeln an einer gräulichen Färbung. Mit Wasser vollgesogene Wurzeln schimmern grün. Sie werden dann weich.

Vandeen bevorzugen eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 60 Prozent. Um dieser Anforderung nachzukommen, sollten Sie die Pflanze täglich mit Wasser besprühen. In den Blattachseln darf sich kein Wasser ansammeln, da es ansonsten zur Fäulnisbildung kommen kann. Während der Ruhephase in den Wintermonaten besprühen Sie die Pflanze alle paar Tage.

Vanda richtig düngen

Nährstoffe werden den Vandeen über das Tauchbad zur Verfügung gestellt. Während der Wachstumsphase zwischen März und Oktober erfreuen sich die Orchideen alle drei Wochen über eine Düngung. Sie regt die Blütenbildung an und fördert ein gesundes Wachstum. Verwenden Sie einen Spezialdünger für Orchideen und vermischen Sie diesen mit dem Tauchwasser.

Vanda richtig schneiden

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist bei Vandeen nicht notwendig. Sobald die Blütentriebe vollständig bis zur Basis vertrocknet sind, werden diese bis auf zwei Zentimeter gekürzt. Diese Maßnahme fördert weitere Blütenentwicklungen. Frühzeitige Schnittmaßnahmen bergen die Gefahr, dass Viren und Pilze an der Schnittstelle siedeln.

Wie pflanze ich richtig um?

Wenn die Wurzeln das Gefäß vollständig eingenommen haben, können Sie Ihrer Vanda einen neuen Topf gönnen. Das ist alle zwei bis drei Jahre notwendig. Im Zuge dieser Maßnahme werden verletzte Wurzeln oder faulige Stellen entfernt. Wenn Sie Ihre Orchidee mit Styropor in einem Kunststoffgefäß halten, sollte das Material mehrmals im Jahr ausgetauscht werden.

Schädlinge

Unter falschen Standortbedingungen kann es gelegentlich zu einem Befall durch Schildläuse, Woll- oder Schmierläuse kommen. Überprüfen Sie Luftfeuchtigkeit und Temperatur und passen Sie die Pflege entsprechend an. Die Schädlinge können mit einem ölhaltigen Mittel bekämpft werden, welches auf die Blätter gesprüht wird. Teebaumöl oder Niem-Öl eignen sich gut für die Herstellung eines ökologischen Bekämpfungsmittels

Gelbe Blätter

Wenn die Temperaturen unter zehn Grad Celsius sinken, bekommen die Blätter oft gelbe Flecken. Diese Symptome können auch auf zu wenig Dünger oder zu dunkle Bedingungen hindeuten. Überprüfen Sie die Standortverhältnisse und gönnen Sie der Vanda einen besseren Platz. Als lichthungrige Pflanze bevorzugt die Orchidee einen geschützten Platz am südlich ausgerichteten Fenster.

Vanda blüht nicht

Über Kopfstecklinge gezogene Jungpflanzen benötigen etwas Zeit bis zur Entwicklung der ersten Blütentriebe. Ältere Exemplare kommen häufiger zur Blüte. Damit die Orchideen Blüten ansetzen, muss die Pflege stimmen. Wenn eine Vanda nicht blüht, liegt es oft an zu niedriger Luftfeuchte und zu dunklen Verhältnissen.

Tipps

Sollte ein Blütentrieb abbrechen, können Sie diesen in eine mit Wasser gefüllte Vase stellen. Die Blüten halten sich dort für mehrere Wochen.

Sorten

  • Vanda coerulea: Blüht von Oktober bis November in blauen und violetten Farbtönen. Zwischen 20 und 150 Zentimeter hoch.
  • Vanda cristata: Gelblich-grüne Blüten, oberseits braunrot gestreift, duftend. Blütezeit zwischen März und Juni. Bis 20 Zentimeter hoch.
  • Vanda denisoniana: Weiße bis grünlich-weiße Blüten mit orangefarbenen Flecken, duftend.
  • Vanda pumila: Kleine Art. Weißlich-grüne Blüten mit brauner Zeichnung. Bis 15 Zentimeter hoch.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Videowokart/Shutterstock

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