Topinambur anbauen, Saison nutzen und Ernte steigern

Im 17. Jahrhundert galt Topinambur in Paris als Delikatesse. Anschließend wurde das Wurzelgemüse von der Kartoffel verdrängt, doch mittlerweile erlebt es einen Aufschwung. Die Kultur ist mit wenig Aufwand verbunden und die Erträge sind bei dieser ausbreitungsfreudigen Pflanze hoch.

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Topinambur wird im Spätherbst oder Winter geerntet

Gartensaison und Wuchseigenschaften

Topinambur ist ein typisches Wintergemüse, das von Oktober bis März Saison hat. Die Wurzeln schmecken nach der Frosteinwirkung besonders aromatisch und können im Garten von Herbst bis Frühjahr geerntet werden. Um die Ernte zu erleichtern, sollten Sie den Boden mit Stroh und Reisig abdecken. So verhindern Sie, dass die oberste Bodenschicht einfriert.

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Topinambur-Sorten:

  • frühe Sorten: ‚Gigant‘, ‚Bianca‘ und ‚Henriette‘
  • mittelspäte Züchtungen: ‚Waldspindel‘, ‚Medius‘ und ‚Topianka‘
  • späte Zuchformen: ‚Dornburger‘, ‚Landsorte Rot‘ und Violet de Rennes

Entwicklung

Die Sonnenblumenart entwickelt einen einjährigen Trieb, der sich verzweigen kann. Von August bis November blüht die Nutzpflanze, wobei der genaue Termin je nach Region variiert. In südlichen Ländern blühen die Korbblüttler nicht vor Oktober, während die Blütezeit in Mitteleuropa im August beginnt. Die Kurztagspflanze entwickelt Blüten, sobald die Tageslänge eine bestimmte Grenze unterschritten hat.

Knollenwachstum

Von Juli bis August investiert das Gewächs seine Energie in die Entwicklung unterirdischer Knollen, die als Kohlehydratspeicher dienen. Nach der Blüte stirbt der oberirdische Pflanzenteil im Herbst ab. Die Rhizome überwintern und treiben im nächsten Frühjahr erneut aus.

Ansprüche

Obwohl Topinambur als anspruchslos gilt, ist seine Wuchskraft stark vom Standort abhängig. Nährstoffarme Böden sind gleichermaßen für den Anbau geeignet wie reiche Substrate. Ein lockerer und leicht sandiger Boden mit einem pH-Wert zwischen 6.0 und 7.5, der nicht zu Staunässe neigt, liefert optimale Wachstumsbedingungen.

Vollsonnige Standorte nehmen die Nutzpflanzen dankbar an, wobei sie auch im Halbschatten gedeihen. Die oberirdischen Pflanzenteile vertragen geringe Fröste im einstelligen Minusbereich, während die in der Erde liegenden Rhizome auch bei -30 Grad keinen Schaden davontragen.

Richtig ernten und Erträge steigern

Je nach Region erfolgt der Hauptzuwachs der Knollen von Juli bis Oktober. Zwischen dem Absterben der alten Triebe und dem Neuaustrieb im Frühjahr können Sie das Wurzelgemüse ernten. Das Erntefenster erstreckt sich von November bis April. Um die Ernte zu erleichtern, schneiden Sie die Stängel nach dem Verwelken der Blätter bodennah ab.

Tipps für eine gute Ernte

Damit die frischen Triebe genügend Licht abbekommen, entfernen Sie im Frühjahr regelmäßig Unkraut. Im späteren Entwicklungsstadium spielt diese Maßnahme keine Rolle mehr, da Topinambur kräftig wächst und andere Pflanzen verdrängt. Durch das Entfernen der Blüten hat die Pflanze einen Energieüberschuss, was die Knollen um etwa ein Gramm größer werden lässt. Während der Wachstumsperiode sollten Sie die grünen Pflanzenteile nicht einkürzen, da dieser Eingriff den Ernteertrag mindert. Zusätzliche Düngegaben auf nährstoffarmen Böden steigern die Ernte.

Text: Christine Riel
Artikelbild: iMarzi/Shutterstock

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