Thymian als Bonsai – gestalten und pflegen

Im mediterranen Garten finden sich häufig alte Thymiansträucher, die durch eine regelmäßige Ernte gutes Ausgangsmaterial für die Bonsaigestaltung liefern. Wegen der nadelförmigen Blätter und der knorrigen Rinde ist Thymus officinalis ein ideales Objekt für die asiatische Kunst.

thymian-bonsai
Thymian ist ein pflegeleichter, duftender Bonsai

Bonsaigestaltung

Thymian ist aufgrund seiner guten Verzweigungsfähigkeit und dem buschigen Wuchs für viele Stilarten und Bonsaigrößen geeignet. Die mediterrane Pflanze erweist sich als schnittverträglich und lässt sich zu geneigten oder natürlichen Wuchsformen erziehen. Halbkaskaden, Kaskaden und Besenformen sind gleichermaßen möglich wie die Literatenform. Auch Doppel- und Mehrfachstämme oder Wälder wirken ästhetisch.

Lesen Sie auch

Rückschnitt

Schnittmaßnahmen erfolgen vom Frühjahr bis in den Sommer hinein. Frische Jungtriebe lassen sich jederzeit kürzen. Das ist notwendig, um den Bonsai in seiner Form zu behalten. Ein kräftiger Schnitteingriff erfolgt nach der Blütezeit. Wenn Sie einen älteren Thymianstrauch mit dicken Haupttrieben im Garten haben, liefert dieser perfektes Ausgangsmaterial für einen Miniaturbaum. Er treibt auch nach intensiven Rückschnitten gut aus dem alten Holz und bildet dichte Polster, wenn Sie die Triebe an den Hauptstämmen regelmäßig entfernen.

Drahten

Thymiantriebe verholzen sehr schnell im ersten Jahr, weswegen sie beim Drahten und Biegen leicht brechen. Im Juni sind die Äste vergleichsweise flexibel und lassen sich einfacher mit der Drahtmethode in Form bringen. Belassen Sie die Drähte maximal für ein halbes Jahr an den Zweigen, damit diese nicht in die Rinde einwachsen. Ältere Exemplare sollten Sie im Frühjahr, wenn das Holz durch den Saftstrom weicher ist, mit Spanndrähten fixieren und auf diese Weise in die gewünschte Form bringen.

Anforderungen

Als Gewächs aus dem Mittelmeerraum legt Thymian Wert auf einen sonnigen und warmen Standort während der Sommermonate. In besonders heißen und trockenen Perioden ist eine zeitweise Beschattung sinnvoll. Die Witterung mit Wind und Regen lässt das Laub aushärten, sodass es widerstandsfähiger gegenüber einem Befall durch Krankheiten und Schädlinge wird. Den Winter verbringt der verholzende Strauch in einem frostfreien und kühlen Quartier, sobald die Temperaturen in den Minusbereich abfallen.

Wasser und Nährstoffe

Halten Sie das Substrat im Sommer konstant feucht und vermeiden Sie Staunässe. In den Wintermonaten gießen Sie das Gewächs sparsamer, sodass der Wurzelballen nicht komplett austrocknet. Die Düngung erfolgt während der Vegetationsperiode alle zwei Wochen. Beginnen Sie mit der ersten Verabreichung Mitte April und geben Sie dem Bonsai bis Anfang September Flüssigdünger über das Gießwasser.

Umtopfen

In Abhängigkeit vom Wachstum erfordert der Thymianbonsai alle zwei bis drei Jahre einen Substratwechsel. Im Rahmen des Umtopfens können Sie die Wurzeln einkürzen, sodass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Baumkrone und Wurzelballen entsteht. Das zeitige Frühjahr erweist sich als ideale Jahreszeit.

So füllen Sie die Bonsaischale:

  • Drainage aus Kies oder Splitt
  • jeweils einen Teil Anzuchterde und Akadama
  • drei Teile mineralisches Substrat wie Lavagranulat (24,95€ bei Amazon*) oder Bims.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Rafael SANTOS RODRIGUEZ/Shutterstock

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.