Taubnessel pflanzen und pflegen

In prekären Gartenlagen lässt die Taubnessel Sie nicht im Stich. Die aparte Wildstaude dekoriert das lichtarme Schattenbeet als Solitär und Bodendecker mit farbenfrohen Blüten und wunderschönem Laub. Gehen Ihnen noch Fragen zur Kultivierung durch den Kopf, entdecken Sie hier eine praxisnahe Antwort.

Lamium
Die Taubnessel sieht nicht nur süß aus, ihre essbaren Blüten schmecken auch süß

Taubnessel richtig pflanzen

Damit die wertvolle Wildstaude ihr kraftvolles Wachstum vom Start weg im Garten entfaltet, schenken Sie bei der Pflanzung folgenden Aspekten Ihre Aufmerksamkeit:

  • Den noch eingetopften Wurzelballen in Wasser stellen
  • Am halbschattigen bis schattigen Standort eine Grube ausheben mit dem doppelten Umfang des Wurzelballens
  • Die ausgehobene Erde mischen mit Kompost und Hornspänen
  • Die ausgetopfte Taubnessel bis zum unteren Blattpaar einpflanzen und angießen

Im Topf verläuft die Pflanzung ähnlich, wobei unter dem Substrat einige Tonscherben oder Kieselsteinen als Drainage eingefügt werden.

Pflegetipps

Um alle Faktoren der Pflege einer Taubnessel aufzuzählen, genügen die Finger einer Hand. So machen Sie es richtig:

  • Gießen bei sommerlicher Trockenheit
  • Organisch düngen bei Bedarf von April bis August
  • Verwelkte Blüten gleich abschneiden, das Laub erst im zeitigen Frühjahr
  • Leichter Winterschutz einzig im Pflanzgefäß erforderlich

Sollten sich im ersten Jahr noch keine Blüten präsentieren, haben Sie dennoch alles richtig gemacht. Mehrheitlich blühen Taubnesselarten und Sorten erst ab dem zweiten oder dritten Jahr.

Welcher Standort ist geeignet?

In freier Natur ist die Taubnessel als durchsetzungsfähige Pionierpflanze unterwegs. Überall dort, wo sie nicht unter pralle Sonneneinstrahlung gerät, leuchten uns die farbenfrohen Blüten entgegen. Siedeln Sie die Zierpflanze im Garten in diesen Lagen an:

  • Halbschattiger bis schattiger Standort
  • Lockere Gartenerde, humos und reich an Nährstoffen
  • Gerne sandig-lehmig bis frisch-feucht, ohne Gefahr von Staunässe

Taubnesseln sind demzufolge die idealen Kandidaten, um ein lichtarmes Beet unter dem dichten Laubdach hoher Gehölze zu begrünen. Je sonniger die Lage, desto feuchter sollte der Standort sein.

Der richtige Pflanzabstand

Fungiert die Taubnessel als Bodendecker im halbschattigen Beet oder unter Laubgehölzen, setzen Sie die Pflanzen in einem Abstand von 25 cm, bzw. 16 Exemplare je Quadratmeter. Die edlen Wildstauden mit einer Wuchshöhe von bis zu 60 cm, setzen als Solitär dekorative Akzente an lichtarmen Standorten, wenn sie in einer Distanz von 45 cm eingesetzt werden, bzw. 4 Exemplare je Quadratmeter.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Ihr rasantes Wachstum entwickelt die Taubnessel vorzugsweise in nährstoffreicher Erde, die zugleich locker und frisch-feucht strukturiert ist. Botaniker ordnen die Pflanze daher den Frische- und Stickstoffanzeigern zu. Gegenüber dem Bodensäurewert erweist sich die Wildstaude als tolerant, solange sie nicht mit einem allzu sauren oder stark alkalischen pH-Wert konfrontiert wird. Im Kübel gibt sich die beliebte Hummelweide mit handelsüblicher Blumenerde auf Kompostbasis zufrieden.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Im Container herangezogene Pflanzen können während der gesamten Vegetationsperiode gepflant werden. Verschaffen Sie Taubnesseln ideale Startbedingungen ins Pflanzenleben, setzen Sie die Jungpflanzen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni in die Erde.

Wann ist Blütezeit?

Die gewählte Sorte definiert die Blütezeit einer Taubnessel. Während die Wildarten eine gefühlte Ewigkeit lang blühen von April bis Oktober, präsentieren Hybriden ihre Blüten in der Regel von Mai bis Juli. Die kürzere Blütezeit machen die Züchtungen wett mit dekorativen Attributen, wie einer prächtigen Laubzeichnung.
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Taubnessel richtig schneiden

Im naturnahen Garten zählt der Rückschnitt von Taubnesseln nicht unbedingt zu den unverzichtbaren Pflegemaßnahmen. Lassen Sie dem wintergrünen Lippenblütler freie Hand, samt er selbständig aus und wirft sein Laub kurz vor dem neuen Austrieb im Frühjahr ab. Sofern Sie keine Selbstaussaat wünschen und sich am Erscheinungsbild der verdorrten Blätter stören, schneiden Sie die Zierpflanze so:

  • Nach der Blüte die verwelkten Köpfchen abschneiden, bevor sich die Samenstände entwickeln
  • Den wintergrünen Blattschmuck im Februar/März bodennah abschneiden, sobald das Laub eingezogen ist

Taubnessel gießen

Unter normalen Witterungsbedingungen begnügt sich eine Taubnessel mit dem natürlichen Regenaufkommen. Einzig bei anhaltender Trockenheit wird gewässert. In Topfkultur besteht hingegen regelmäßiger Gießbedarf. Prüfen Sie das Substrat alle 2-3 Tage per Daumen, um bei angetrockneter Erdoberfläche zu gießen. Mit normalem Leitungswasser gibt sich die Staude zufrieden.

Taubnessel richtig düngen

Die Taubnessel verfügt über eine vitale Wuchskraft, die in klassischer Gartenerde nicht nach zusätzlichen Nährstoffen verlangt. Sollten sich indes Mangelerscheinungen zeigen, wie schlaffe Blätter und kümmerliche Blüten, verabreichen Sie von April bis August alle 3-4 Wochen eine Portion Kompost oder Pferdedung. Im eng begrenzten Substratvolumen des Balkonkastens oder Kübels applizieren Sie während des Sommers alle 4 Wochen einen Flüssigdünger.

Überwintern

Die Taubnessel ist vollkommen winterhart. Selbst Temperaturen von – 30 Grad Celsius bereiten der Blume keine Probleme. Stattdessen zieren die wintergrünen Arten und Sorten den Garten während der kalten Jahreszeit. Schneiden Sie daher die Pflanze erst im zeitigen Frühjahr bodennah ab, um Platz zu schaffen für den nächsten Austrieb. Einzig die verwelkten Blütenstände werden im Herbst abgeschnitten, sofern eine Selbstaussaat nicht erwünscht ist. Kultivieren Sie die tauben Nesseln im Pflanzgefäß, könnte hier der Wurzelballen durchfrieren. Umwickeln Sie einen Kübel oder Balkonkasten mit Noppenfolie und stellen ihn auf Holz oder Styropor.

Taubnessel vermehren

Mehrheitlich legen Taubnesselarten einen vitalen Vermehrungsdrang an den Tag. Mittels Selbstaussaat und Wurzelausläufern besiedeln sie das Beet innerhalb kurzer Zeit. Möchten Sie selbst bestimmen, wohin die Reise geht, haben Sie die Wahl unter folgenden Methoden:

  • Teilung des Wurzelballens im Herbst
  • Abtrennung von Wurzelausläufern
  • Verwendung von nicht blühenden Trieben als Stecklinge im Sommer
  • Aussaat der Samen zwischen März und Juni unmittelbar ins Beet

Wie pflanze ich richtig um?

Erweist sich der bisherige Standort einer Taubnessel im Nachhinein als ungeeignet, geht ein Umpflanzen ganz unkompliziert von der Hand. Im zeitigen Frühjahr oder besser nach der Blüte im Herbst graben Sie den Wurzelballen aus. Zu lange Ausläufer können zuvor mit dem Spaten abgestochen werden. Am neuen Platz setzen Sie die Nessel in die mit Kompost aufbereitete Erde unter Beibehaltung der bisherigen Pflanztiefe und gießen reichlich an. Schneiden Sie die Blume jetzt noch nicht vollständig zurück, damit das Laub als natürlicher Winterschutz fungieren kann. Die am bisherigen Standort im Boden verbliebenen Wurzelausläufer sollten restlos entfernt werden, da die Pflanze daraus erneut munter austreibt.

Taubnessel im Topf

Mit rustikalem Charme ziert die Taubnessel im Topf halbschattige und schattige Ecken auf dem Balkon oder der Terrasse. Wählen Sie die Topfgröße nicht zu klein, wenn Sie sich für eine der hoch wachsenden Edelsorten entscheiden. Über dem Wasserablauf im Boden beugt eine Drainage aus Splitt oder Blähton schädlicher Staunässe vor. Als Substrat erfüllt gängige Blumenerde die Anforderungen. So pflegen Sie die Blattschmuckpflanze richtig:

  • Regelmäßig gießen mit normalem Leitungswasser
  • Von April bis August alle 4 Wochen flüssig düngen
  • Nach der Blüte die Köpfchen abschneiden, damit die Samen nicht im Garten umherfliegen
  • Bodennaher Rückschnitt erfolgt erst im zeitigen Frühjahr

Steht der Winter vor der Türe, umhüllen Sie den Topf mit Luftpolsterfolie und schieben ihm einen Holzblock unter. Töpfe mit einem Durchmesser von unter 30 cm siedeln um in ein helles, frostfreies Winterquartier. Gießen Sie weiterhin, wenn das Substrat antrocknet. Gedüngt wird bis März nicht.

Ist Taubnessel giftig?

Die Taubnessel ist keinesfalls giftig. Im Gegenteil hat sich der Lippenblütler einen Namen gemacht als Heilpflanze und Nahrungsmittel. Zubereitet als Tee, lindern die Blüten ein breit gefächertes Spektrum an gesundheitlichen Beschwerden. Kleine Kinder sind ganz wild darauf, den süßen Nektar aus den Taubnesselblüten auszusaugen. Ernten Sie die zarten Blüten kurz vor Beginn der Blütezeit, um daraus ein leckeres, gesundes Gemüse zu kochen, das an Spinat erinnert.
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Taubnessel blüht nicht

Wundern Sie sich nicht, wenn eine Taubnessel im ersten Jahr nicht blüht. Die überwiegende Mehrheit aller Arten und Sorten entfaltet erst im zweiten oder dritten Jahr im Garten ihren ersten Blütenflor. Bis dahin entwickelt die Pflanze eine ausreichende Blattmenge, die über genügend Potenzial verfügt, um die Blüten zu versorgen.

Wie bereite ich einen Tee aus Taubnesselblüten zu?

Taubnesselblüten verfügen über natürliche Heilkräfte gegen unterschiedlichste Beschwerden. Zubereitet als Tee, lindern sie unter anderem Blasenleiden, Darmbeschwerden, Husten oder Schlaflosigkeit. Bei Hautverletzungen oder leichten Verbrennungen verspricht eine Waschung mit Taubnesselblüten-Tee rasche Heilung. So ernten Sie die Blüten und bereiten den Tee zu:

  • Im Sommer die Taubnesselblüten abschneiden, bevor die Samenbildung einsetzt
  • 2 Teelöffel frische oder getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser übergießen
  • 15 Minuten ziehen lassen und abseihen

Entstammen die Pflanzen dem ökologischen Anbau im Hobbygarten, geben Sie Ihren Kindern die Blüten doch einmal zum Aussaugen. Die Kleinen werden von dem süßen Geschmack des Nektars begeistert sein.
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Wie unterscheide ich Taubnesseln von Brennnesseln?

Natürlich können Sie beherzt in die Blätter greifen, um den Unterschied festzustellen. Weniger schmerzhaft ist indes, auf die optischen Unterscheidungsmerkmale zu achten. Halten Sie Ausschau nach den weißen, braun-roten, rosa oder gelben Taubnesselblüten. So schön blühen Brennnesseln nicht. Deren Blüten sind winzig klein und grünlich.

Schöne Sorten

  • White Nancy: Premium-Sorte mit grün umrandeten, silbrig schimmernden Blättern und weißer Blüte; Wuchshöhe 15 cm
  • Elisabeth de Haas: Wunderschöne Gefleckte Taubnessel, die mit purpurvioletten Blüten prahlt; Wuchshöhe 15-20 cm
  • Pink Pewter: Eine aparte Silberblatt-Taubnessel, die hellrosa Farbtupfer im Schattenbeet setzt; Wuchshöhe 15 cm
  • Nesselkönig: Die Großblütige Taubnessel besticht mit edler Silhouette und braun-roten Blüten; Wuchshöhe 40-60 cm
  • Goldnessel: Eine royale Sorte mit goldgelben Blüten und ovalen, spitz zulaufenden Blätter mit gesägtem Rand; Wuchshöhe 20-30 cm
  • Red Nancy: Toller Problemlöser für schattige, trockene Lagen mit leicht saurem Boden; Wuchshöhe 15-20 cm
Text: Paula Jansen

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