Tagpfauenauge – Steckbrief eines schönen Schmetterlings!

Das Tagpfauenauge gehört zu den schönsten Schmetterlingsarten, die wir im Garten erblicken können. Vor Entzückung vergessen wir ganz, dass zu ihm auch gefräßige Raupen gehören. Erfahren Sie mehr über den Schmetterling des Jahres 2009.

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Tagpfauenaugen haben eine Flügelspanne von bis zu 55mm

Name und Familie

Das Tagpfauenauge hat den wissenschaftlichen Namen Aglais io. Der Schmetterling stammt aus der Familie der Edelfalter.

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Verschiedene Entwicklungsstadien

Das Tagpfauenauge durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien. Aus einem Ei schlüpft eine Raupe, die sich nach einigen Wochen verpuppt und in einen Schmetterling verwandelt. Dieser überwintert in einem Versteck und paar sich im folgenden Frühling. So schließt sich der Kreislauf.

Aussehen der Eier

  • jeder Schmetterling legt 50 bis 150 Eier
  • früher nur im Mai oder Juni, inzwischen ein zweites Mal im September
  • Ablageplatz ist die Unterseite von Brennnesselblättern
  • jedes Ei ist etwa 1mm klein und grünlich gefärbt
  • mit acht weißen Längsrippen
  • nach zwei Wochen schlüpfen die Raupen

Die Raupen

  • sind zunächst nur 3 mm lang
  • sie sind weiß-grünlich, haben einen schwarzen Kopf
  • ernähren sich von Brennnesselblätter
  • leben gemeinschaftlich
  • häuten sich nach wenigen Tagen
  • werden dann graubraun
  • weitere Häutungen folgen
  • nach 3-4 Wochen sind sie ausgewachsen
  • sind dann bis zu 42 m lang
  • haben schwarzen Körper mit weißen Punkten und schwarzen Dornen
  • es folgt bald die Verpuppung

Ausgewachsener Schmetterling

Nach etwa zwei Wochen schlüpft der Schmetterling. Er pumpt seine Flügel mit Luft und Blut auf, damit sie erhärten und er fliegen kann. Die Flügel haben eine markante Musterung, die den Edelschmetterling unverwechselbar machen.

  • haben einen rostroten Farbton
  • auf den Flügelspitzen ist je ein buntes Auge
  • Flügelunterseiten sind grau, mit schwarzen Marmorierungen
  • Flügelspannweite liegt bei 50 bis 55 mm

Hinweis:
Sind die Flügel geschlossen, kann das Tagpfauenauge für ein welkes Blatt gehalten werden. Das Aufspannend der Flügel kann dagegen mögliche Fressfeinde vertreiben, denn die Musterungen werden als Augen eines größeren Tieres wahrgenommen.

Lebensdauer

Der Ausgewachsene Schmetterling lebt ein Jahr lang, oft auch zwei. Entscheidend für die Lebensdauer sind die klimatischen Bedingungen bzw. wie gut der Schmetterling überwintern kann. Dafür sucht er unter anderem Höhlen oder menschliche Behausung auf. Der Ort muss frostfrei aber unter 12 °C sein. Dann verfallen Sie in Winterstarre.

Lebensraum

Der Schmetterling ist in Europa und Asien heimisch, mit Ausnahme vor Griechenland, Teilen der Iberischen Insel und Gebieten unweit des Nordpols, wie z. B. Nordskandinavien. Er lebt bis zu einer Höhenlage von 2.500 m.

Das Tagpfauenauge ist in lichten, sonnigen Wäldern oder auf bunten Wiesen anzutreffen. Doch auch in Siedlungsgebieten findet es geeignete Lebensräume. So kann dieser Schmetterling in Parks, auf Friedhöfen und in privaten Gärten gesichtet werden.

Nahrung

Während sich die Raupen ausschließlich von der Brennnesselpflanze ernähren, können ausgewachsene Schmetterlinge verschiedene Blumen anfliegen und ihren Nektar saugen, wobei sie eine Vorliebe für violette Blüten zu haben scheinen. Beliebt sind unter anderem Disteln, Blaukissen, Sommerflieder, Dahlien, Staudenwicken oder Thymian. Im Frühjahr lockt als erstes die Salweide, auch Weidenkätzchen genannt.

Fressfeinde

Auch das Tagpfauenauge hat Fressfeinde. Das sind andere Insekten und einige Vogelarten.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: Sirin Gnadeberg/Shutterstock

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