Ein Steckbrief über den Marienkäfer

Marienkäfer sind gern gesehene Gesellen. Sowohl im Volksglauben, als auch in der Gärtnerkultur hat er einen exzellenten Ruf als Himmelsbote und Nützling. Wir stellen Ihnen den kleinen, putzigen Punktekäfer einmal mit all seinen interessanten Merkmalen vor.

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Der Sieben-Punkte-Marienkäfer ist bei uns am häufigsten zu finden

Wieso er Marienkäfer heißt

Der wohlklingende Name des Marienkäfers hat seinen Ursprung in einem wohlmeinenden Volksglauben: So wird ihm die Rolle des Boten Marias, der Gottesmutter, zugeschrieben. Aber auch weitere positive Assoziationen haben die Menschen über die Jahrhunderte mit dem hübschen Käfer geknüpft: So gilt er als

  • Schutzpatron der Kinder
  • als Wunscherfüller beim Abfliegen von der Hand
  • als Wettervorhersager durch Abflug oder Sitzenbleiben
  • als Prohpet für Jungfrauen, die die Jahre bis zur Hochzeit zählen

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Seine Taxonomie

Marienkäfer sind eine erstaunlich starke Achse in der Tierwelt:

  • Sie bilden innerhalb der Ordnung der Käfer eine eigene Familie
  • Diese umfasst weltweit 360 verschiedene Gattungen mit über 6000 Arten
  • In Europa sind davon 75 Gattungen mit ca. 250 Arten vertreten

Die bei uns am häufigsten vorkommenden Arten sind der Siebenpunkt-Marienkäfer, der Asiatische Marienkäfer, der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer, der Vierfleckige Kugelmarienkäfer oder der Zehnpunkt-Marienkäfer.

Übrigens: Dass die Punkteanzahl auf den Deckflügeln die Lebensjahre des Käfers angeben, ist ein Irrglaube. Vielmehr variiert die Anzahl je nach Art und verändert sich während der ganzen Lebenszeit des adulten Käfers nicht.

Sein Lebensraum

Der Marienkäfer ist weltweit verbreitet, fühlt sich aber in warmen, tropischen bis subtropischen Klimagebieten am wohlsten. Deshalb ist er dort auch noch deutlich vielfältiger vertreten als bei uns in Europa. Er hält sich in Wäldern, Wiesengebieten, Heiden und Mooren auf, glücklicherweise aber auch in unseren Gärten. Besonders natürlich in solchen, die möglichst naturnah und mit viel Pflanzenreichtum bewirtschaftet werden.

Wie er lebt

Marienkäfer haben einen meist einjährigen, manchmal aber auch zweijährigen Lebenszyklus. Je nach Witterungs- und Nahrungsbedingungen kann ein erwachsener Käfer auch einen zweiten Winter überdauern. Daraus sehen Sie schon, dass Marienkäfer zu den Käfern gehören, die als Imagos und nicht als verpuppte Larve überwintern.

An sich durchleben sie aber die üblichen Entwicklungsstadien:

  • Ei
  • Larve
  • Puppe
  • Imago

Ei

Ende April bis Anfang Mai legen die Weibchen bis zu 400 Eier, meist auf die Blattunterseite geeigneter Pflanzen. Je nach Witterung vergehen bis zum Schlüpfen der Larven 5-8 Tage.

Larve

Als Larve lebt der Marienkäfer 30 bis 60 Tage, in denen er sich 3-4 mal häutet. Je nach Art können die Larven sehr unterschiedlich aussehen.

Puppe

Nach den durchlaufenen Larvenentwicklungsstadien kommt die Verpuppungszeit. Die Larve zieht sich in eine Mumienpuppe zurück und klebt dabei gekrümmt an Blättern, Zweigen oder Stämmen. Die Metamorphose zum fertigen Käfer dauert 6-9 Tage.

Imago

Der geschlüpfte Käfer ist aber noch nicht vollständig ausgebildet. So müssen etwa seine Deckflügel noch nachhärten, dabei entsteht auch erst die artspezifische Punktfärbung.

Marienkäfer als Nützling

Noch ein Wort zu seiner Nützlingsfunktion: Der Marienkäfer ist vor allem ein fleißiger Blattlausvertilger, was Hobbygärtnern sehr zugutekommt.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: Ivan Pikunic/Shutterstock
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