Wie überwintern Marienkäfer? Drei überraschende Strategien
Was machen Marienkäfer eigentlich, um über die kalte Jahreszeit zu kommen? Das ist je nach Art erstaunlich unterschiedlich. Interessant ist vor allem, dass manche Arten eine für Insekten ungewöhnliche Verhaltensähnlichkeit mit Zugvögeln zeigen.
Winterstarre, Winterschlaf oder Zugvogelgebaren
Allgemein ist es bei Marienkäfern so, dass sie als fertig ausgebildeter Käfer, also als Imago überwintern und nicht wie andere Insekten als Larve. Von den vielen verschiedenen Marienkäferarten lassen sich 3 Gruppen mit unterschiedlichen Überwinterungsmethoden unterscheiden:

1. Die Winterschlaf-Gruppe
2. Die Wanderzügler nach Süden
3. Die Wanderzügler nach Norden
Winterschläfer
Die meisten Marienkäferarten, die bei uns vorkommen, bleiben im Winter bei uns und fallen in einen Winterschlaf bzw. eine Winterstarre. Dazu suchen sich windgeschützte, feuchte Plätzchen wie Laubhaufen, Mauerritzen oder Moosbetten. Bei Temperaturen unter 12°C beginnt der Körper der wechselwarmen Käfer in den Winterschlafmodus zu fallen. Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung verlangsamen sich und die Körpertemperatur sinkt auf etwa 5°C. Ab dem Gefrierpunkt tritt ein noch sparsamerer Körpermodus ein, die Winterstarre. Hierbei reduzieren sich die Körperfunktionen und die Körpertemperatur verglichen mit dem Aktivmodus auf 3-5%. Damit die nützlichen Blattlausfresser sicher im Garten überwintern können, bietet eine Nisthilfe für Marienkäfer einen idealen Schutz vor Witterung und Fressfeinden. Suchen die Insekten im Herbst stattdessen warme Hausfassaden und Wohnräume als Winterquartier auf, lässt sich eine Marienkäfer-Plage tierfreundlich loswerden.

Wanderzügler nach Süden
Andere Marienkäferarten machen sich für die Überwinterung wie Zugvögel auf in südlichere Gefilde. Dazu versammeln sie sich genau wie die Federtiere in großen Scharen und fliegen meist entlang der Küsten dem wärmeren Klima nach. Marienkäfer, die nach Süden ziehen, sind im Winter auf ausreichend warme Temperaturen angewiesen, weil ihr Organismus sich nicht durch einen Sparflammenmodus an Kälte anpassen kann.
Wanderzügler nach Norden
Komischerweise ziehen andere Marienkäfer im Winter sogar in noch kältere Länder als unseres. Das liegt daran, dass sie, um zu überleben, die Winterstarre und dementsprechend verlässliche, kontinuierliche Minusgrade brauchen. Der Winterschlafmodus würde sie zu oft aufwecken, was wiederum zu lebensgefährlichem Energieverbrauch führen würde. Unabhängig von der Überwinterungsstrategie sind die Käfer im Sommer wichtige Helfer, da neben täglich bis zu 150 Blattläusen auch Spinnmilben auf dem Speiseplan der Marienkäfer stehen.
Du möchtest wissen, wann du welche Pflanze schneiden solltest? Unser Schnittkalender für über 300 Pflanzen verrät dir die besten Zeitpunkte – von Obstbäumen über Rosen bis hin zu Sträuchern. So bleibt dein Garten das ganze Jahr in Bestform.
Schnittkalender entdecken →











