Tagpfauenauge – wie der Schmetterling sicher überwintert

Einem Tagpfauenauge kann bis zu zwei Jahre Lebenszeit vergönnt sein. Folglich muss es zwei Winter unbeschadet überstehen. Doch wo begibt sich der heimische Edelschmetterling zu Winterruhe, wenn es draußen stürmt und schneit? Findet er vielleicht Zuflucht bei uns daheim?

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Im Winter flüchten Tagpfauenaugen ins Warme

Flucht vor dem Frost

Der Lebensraum dieser Schmetterlingsart erstreckt sich über ganz Europa und Asien, mit Ausnahme der nördlichen Regionen. Dort wo die Winter frostig sind, benötigt das Tagpfauenauge ein schützendes Versteck. In der freien Natur kann das beispielsweise eine Höhle sein, oder ein Loch im Baumstamm. Sind menschliche Behausungen nicht weit, werden auch sie als winterliches Quartier angenommen. Wie zum Beispiel:

  • Garage
  • Keller
  • Dachboden
  • Treppenhaus
  • Gartenschuppen

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Ein Schmetterling in Winterstarre

Wenn Sie ein Tagpfauenauge in Ihren vier Wänden entdecken, wird es vermutlich regungslos an einer Wand haften. Der Schmetterling fällt bei Temperaturen unter 12 °C in Winterstarre. Lassen Sie den Schmetterling einfach in Ruhe. Die Winterstarre endet erst im März, wenn der erste Nektar des Jahres ihn in den Garten lockt. Dann sollte ein kleines Fensterchen offen stehen, damit er hinaus kann.

Frühes Erwachen

Hat sich der Schmetterling in einen warmen Raum verirrt und kommt nicht mehr heraus, droht ihm der Tod. Er flattert umher, verbraucht dabei Energie, findet aber keine Nahrung. Das gilt auch für den Fall, dass Sie mit guter Absicht das Tagpfauenauge in einen warmen Raum holen.

Der Edelschmetterling muss schnellstens ein kühles, aber frostfreies Quartier finden. Entlassen Sie den Schmetterling nicht nach draußen, wenn dort Minusgrade herrschen. Vermutlich wird er eingehen, noch bevor er einen neuen Unterschupf findet.

Den Schmetterling retten

  1. Besorgen Sie einen kleinen Pappkarton.
  2. Schneiden Sie ein kleines Loch hinein, durch das der Schmetterling hindurchpasst. Er hat etwa 50 mm Flügelspannbreite. Durch das Loch kann er im Frühjahr die Schachtel verlassen. Doch zunächst muss das Loch bis zum Frühjahr noch verschlossen bleiben.
  3. Fangen Sie den Schmetterling vorsichtig ein.
  4. Bringen Sie die Schachtel an einen Ort, der für seine Überwinterung ideal ist.
  5. Achten Sie in strengen Wintern darauf, dass die Temperatur im Überwinterungsquartier nicht unter 0 °C fällt.
  6. Sobald es draußen wärmer wird, muss auch der Raum eine Öffnung zum Verlassen bieten.

Tipps

Wenn Sie Gefallen an der bunten Schmetterlingsart gefunden haben, können Sie es auch wagen, selbst welche zu züchten. Raupen bekommen beim BUND oder einem Schmetterlingszüchter.

Text: Daniela Freudenberg
Artikelbild: oFFsoRRy/Shutterstock

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