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Überwinterung von Taubenschwänzchen: Was ist zu beachten?

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Taubenschwänzchen, ursprünglich Wanderfalter, überwintern zunehmend in milden Regionen Deutschlands. Dieser Artikel beleuchtet die Auswirkungen dieses neuen Verhaltens auf ihren Lebenszyklus, ihre Verbreitung und die Bedeutung für die heimische Population.

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Das Kolibri-ähnliche Insekt ist nun auch in unseren Breitengraden immer häufiger anzutreffen

Überwinterung von Taubenschwänzchen in Deutschland

Taubenschwänzchen können als ausgewachsene Falter überwintern, benötigen jedoch frostfreie Bedingungen. Sie suchen hierfür gut geschützte Orte, wie Spalten in Mauern, Schuppen oder Garagen. In milden Regionen Süddeutschlands, insbesondere in Flusstälern, haben sich die Überwinterungsmöglichkeiten verbessert. Der Klimawandel trägt zu dieser Entwicklung bei, sodass immer mehr Taubenschwänzchen in Deutschland erfolgreich überwintern.

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Auswirkung der Überwinterung auf den Lebenszyklus

Die Überwinterung in Deutschland beeinflusst den Lebenszyklus des Taubenschwänzchens erheblich. Traditionell wanderten die Falter im Frühjahr aus dem Mittelmeerraum ein, legten Eier an Labkräutern ab und die Raupen entwickelten sich im Sommer. Überwinternde Taubenschwänzchen in Deutschland beginnen oft schon im März mit der Eiablage, was frühe und zusätzliche Generationen im Sommer ermöglicht. Dies führt zu drei bis vier Generationen pro Jahr, vergleichbar mit Südeuropa, was die Verbreitung der Art begünstigt.

Verhalten von überwinternden Taubenschwänzchen

Überwinternde Taubenschwänzchen wählen speziell geschützte Orte, um den Winter zu überstehen. Dazu gehören Spalten in Mauern, Schuppen und andere frostfreie Bereiche. An milden Wintertagen können die Falter aktiv werden und auf Nahrungssuche gehen. Sie nutzen dann Wärmequellen wie sonnenbeschienene Steine, um ihre Flugmuskulatur einsatzbereit zu halten. Diese Anpassung ist entscheidend für ihr Überleben in kühlen Zeiten.

Bedeutung für die Population und Verbreitung

Die zunehmende Überwinterung von Taubenschwänzchen in Deutschland hat deutliche Auswirkungen auf deren Population und Verbreitung. Durch die zusätzlichen Generationen im Sommer erhöht sich die Anzahl der Falter, was eine weitere Ausbreitung nach Norden ermöglicht. Beobachtungen zeigen, dass sie immer häufiger in Gärten, Parks und offenen Geländen mit reichlich Nektarangebot vorkommen. Diese Entwicklung ist eng mit den veränderten klimatischen Bedingungen verbunden.

Beobachtungen und Meldungen

Die Beobachtung von Taubenschwänzchen im Winter bietet wertvolle Erkenntnisse zur Anpassungsfähigkeit dieser Art. Solche Beobachtungen helfen Wissenschaftlern, die Auswirkungen des Klimawandels zu untersuchen und die Überwinterungstrends zu dokumentieren. Durch die Beteiligung der Öffentlichkeit an der Datenerfassung können wichtige Informationen zur Ökologie und zum Verhalten dieser Schmetterlinge gesammelt werden.

Bilder: Frank McClintock / Shutterstock