Tagpfauenauge züchten – ein faszinierendes Abenteuer

Wenn sich aus einer hässlichen Raupe ein wunderschöner Schmetterling entwickelt, ist das Staunen groß. In der Natur sind wir selten Zeuge dieser Verwandlung. Erleben immer nur das eine oder andere. Doch wenn Sie diesen Edelschmetterling daheim züchten, bekommen Sie das faszinierende Spiel der Metamorphose hautnah mit.

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Die Verwandlung von einer Raupe zum Schmetterling ist faszinierend

Zeit für den Zuchtbeginn

Wenn der Steckbrief des Tagpfauenauges Sie am meisten überzeugt, und Ihre Wahl daher auf diesen Edelschmetterling fällt, müssen Sie sich bis zum richtigen Zeitpunkt gedulden. Nach der Überwinterung werden zunächst die Eier gelegt, im Mai und Juni entwickeln sich dann seine Raupen.

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Woher die Raupen nehmen?

Das Tagpfauenauge hat seinen Lebensraum auch in unseren Breitengraden. Während seiner Lebensdauer von zwei Jahren wird er je nach Witterung ein- oder zweimal pro Jahr 50 bis 200 grünlich gefärbte Eier legen. Dafür wählt er die Unterseiten der Brennnesselblätter, die den Raupen als Nahrung dienen.

Die Raupen sind schwarz mit weißen Punkten, außer am Kopf. Zudem haben sie schwarze Dorne. Mit diesen Merkmalen sind sie gut zu erkennen. Doch das Absammeln der Raupen in der Freien Natur ist heikel. Das Tagpfauenauges gehört aktuell zwar nicht zu den geschützten Arten, doch mehr Sicherheit haben Sie, wenn Sie andere Bezugsquellen wählen.

  • beim Schmetterlingszüchter kaufen
  • beim Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) nachfragen

Ein Nest bauen

  1. Besorgen Sie ein transparentes Gefäß aus Kunststoff oder Glas, mit mindestens 1 l Volumen. Der Platz wird für drei Raupen ausreichen.
  2. Legen Sie den Behälter mit einem feuchten Taschentuch oder Küchenrolle aus.
  3. Geben Sie danach einige Zweige Brennnesseln hinein. Sie sollten mit ihren Stielen in ein Wassergefäß stehen, dessen Öffnung gut abgedichtet ist. So fallen die Raupen nicht ins Wasser.
  4. Legen Sie die Raupen in die Box hinein.
  5. Bedecken Sie das transparente Gefäß mit einem feinmaschigen Gewebe, das noch Luft durchlässt.

Tipps

Zum Abdecken des Gefäßes eignet sich gut ein Stück von einer alten Gardine oder ein Feinstumpf.

Einen geeigneten Standort wählen

Der Zuchtkasten darf draußen oder im Haus stehen. Auf dem Balkon und im Garten ist das Schauspiel naturnaher. Doch auch eine helle Fensterbank ist geeignet. Achten Sie nur unbedingt darauf, dass der Behälter keine direkte Sonne bekommt. Das würde schnell zu Aufheizung über 50 °C führen und die Raupen verenden lassen.

Die Raupen werden fleißig fressen und sich alle 5-10 Tage häuten. Ausgewachsen haben sie keinen Hunger mehr, verpuppen sich an der Gefäßwand, oder einem Aststück. Besprühen Sie Kokons und Puppen regelmäßig mit Wasser, um Austrocknung zu verhindern. Warten Sie geduldig, bis das Tagpfauenauge aus eigener Kraft schlüpft.

Text: Daniela Freudenberg

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