Steingarten

Hanglage optimal nutzen: Anleitung für einen Steingarten

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Die Anlage eines Steingartens am Hang bietet die Möglichkeit, ungenutzte Flächen in blühende Landschaften zu verwandeln. Dieser Ratgeber führt Sie durch die Planung, den Bau und die Bepflanzung Ihres eigenen Steingartens, von der Standortwahl bis zur Pflege.

Steingarten Hanglage
Ein Hang ist geradezu ideal für einen Steingarten

Standortwahl und Vorbereitung

Bevor Sie mit der Gestaltung Ihres Steingartens beginnen, sollten Sie die Wahl des Standorts und die Vorbereitung des Bodens sorgfältig planen. Diese beiden Faktoren sind entscheidend für das Gedeihen Ihrer Pflanzen und die Langlebigkeit Ihres Gartens.

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Den idealen Standort finden

Steingärten bevorzugen sonnige Lagen mit einer südlichen oder südwestlichen Ausrichtung. So stellen Sie sicher, dass Ihre Pflanzen ausreichend Sonnenlicht erhalten. Halbschattige Standorte sind zwar möglich, erfordern jedoch eine angepasste Pflanzenauswahl. Vermeiden Sie schattige und feuchte Plätze, da diese für die meisten Steingartenpflanzen ungeeignet sind.

Den Boden vorbereiten

Entfernen Sie gründlich Unkraut und Wurzeln vom ausgewählten Standort. Um Ihre Pflanzen vor Wühlmäusen zu schützen, empfehlen wir, Drahtgeflecht in den Boden einzulegen. Damit sich keine Staunässe bildet, ist eine Drainageschicht unerlässlich. Verwenden Sie dazu Kieselsteine oder Kalksplitt und legen Sie diese auf Höhe der ersten Steinreihe aus. Ein wasserdurchlässiges Vlies verhindert, dass sich die Drainage mit der Gartenerde vermischt und verstopft. Falls Ihr Gartenboden sehr nährstoffreich ist, sollten Sie ihn mit Sand oder Kalksplitt magern. So schaffen Sie optimale Bedingungen für die meisten Steingartenpflanzen, die karge Böden bevorzugen.

Drainage und Bodenaufbau

Eine gute Drainage ist das A und O für einen gesunden Steingarten, insbesondere bei lehmigen Böden oder stark geneigten Hängen. Sie verhindert Staunässe und schafft die idealen Voraussetzungen für Ihre Pflanzen.

  1. Planung der Drainage: Heben Sie den Boden im Bereich Ihres zukünftigen Steingartens 30 bis 50 Zentimeter tief aus. Achten Sie dabei auf ein leichtes Gefälle, das überschüssiges Wasser ableitet.
  2. Entfernen von Unkraut und Wurzeln: Befreien Sie den Aushub von sämtlichen Wurzeln und Unkraut, um ein optimales Wachstum Ihrer Pflanzen zu gewährleisten.
  3. Verlegen von Wühlmausdraht: Schützen Sie Ihre Pflanzen vor Nagern, indem Sie Wühlmausdraht flächendeckend auslegen.
  4. Anlage der Drainageschicht: Füllen Sie den ausgehobenen Bereich mit einer 10 bis 20 Zentimeter dicken Schicht aus Kies, Sand und gegebenenfalls Bauschutt. Gestalten Sie dabei nach Bedarf kleine Erhebungen.
  5. Auslegen mit Unkrautvlies: Verhindern Sie die Durchmischung der Drainageschicht mit der darüberliegenden Erde, indem Sie ein wasserdurchlässiges Unkrautvlies auslegen. Achten Sie darauf, die Vliesbahnen mindestens 10 Zentimeter überlappend zu verlegen.
  6. Auftragen des Substrats: Tragen Sie abschließend eine 20 bis 30 Zentimeter hohe Schicht aus sandig-kiesigem Mutterboden oder geeigneter Pflanzenerde auf. Ist Ihr Gartenboden sehr nährstoffreich, können Sie ihn mit Sand oder Kalksplitt magern.

Planung und Gestaltung

Bei der Gestaltung Ihres Steingartens am Hang sollten Sie die natürliche Neigung des Geländes berücksichtigen und gleichzeitig Ihre ästhetischen Vorstellungen umsetzen.

Die richtige Lage und Ausrichtung

Wählen Sie für Ihren Steingarten einen sonnigen bis halbschattigen Standort, um Ihren Pflanzen optimale Wachstumsbedingungen zu bieten. Achten Sie darauf, dass keine Staunässe entstehen kann, da dies für die meisten Steingartenpflanzen schädlich ist.

Auswahl der Steine

Die Wahl der Steine prägt das Erscheinungsbild Ihres Steingartens maßgeblich. Achten Sie auf folgende Kriterien:

  1. Wetterbeständigkeit: Die Steine sollten frostbeständig und robust gegen Witterungseinflüsse sein.
  2. Natürliche Optik: Wählen Sie Steine mit natürlichem Aussehen, die in Größe und Farbton harmonieren.
  3. Gesteinsart: Berücksichtigen Sie bei der Wahl der Gesteinsart die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen. Kalkhaltige Steine wie Kalkstein eignen sich für bestimmte Pflanzengruppen, während andere Pflanzen kalkarme Steine wie Granit oder Basalt bevorzugen.

Gestaltungselemente

Integrieren Sie Wasserläufe oder Teiche, um Ihrem Steingarten eine besondere Atmosphäre zu verleihen. Umgeben Sie die Wasserflächen mit passenden Steinen, um ein harmonisches Gesamtbild zu erzeugen. Trittsteine und Wege aus Kies oder trittsicheren Platten leiten Besucher durch den Garten und ermöglichen es, die Anlage aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Schaffen Sie Höhenunterschiede durch unterschiedlich hohe Schichtungen der Steine. So lenken Sie den Blick auf besondere Pflanzen oder Gartendetails und erzeugen ein abwechslungsreiches Bild.

Bepflanzung

Wählen Sie Pflanzen, die an die Standortbedingungen Ihres Steingartens angepasst sind:

  • Anpassung an den Kalkgehalt: Stimmen Sie die Pflanzenauswahl auf die Gesteinsart ab, um ein optimales Wachstum zu gewährleisten.
  • Berücksichtigung der Bodenverhältnisse: Neben dem Kalkgehalt ist auch die Bodenbeschaffenheit für die Pflanzenwahl entscheidend. Ideal sind leicht saure bis neutrale, gut drainierte Böden.
  • Vielfalt an Pflanzen: Kombinieren Sie niedrigwachsende Bodendecker, mittelhohe Stauden und einzelne höhere Akzentpflanzen, um ein lebendiges und abwechslungsreiches Bild zu erzeugen.

Bepflanzung

Die Pflanzenauswahl prägt das Gesicht Ihres Steingartens. Achten Sie darauf, dass die Pflanzen nicht nur mit den Lichtverhältnissen am Hang zurechtkommen, sondern auch an die Bodenbeschaffenheit und den Wasserhaushalt angepasst sind. Viele Steingartenpflanzen stammen aus bergigen Regionen und sind an extreme Bedingungen gewöhnt. Daher eignen sie sich ideal für sonnige und trockene Standorte. Kombinieren Sie verschiedene Wuchsformen und Blütezeiten, um ein abwechslungsreiches und lebendiges Gesamtbild zu schaffen.

Pflanzen für kalkhaltige Böden:

  • Aloe Vera
  • Alpenveilchen
  • Blaukissen
  • Blauschwingel
  • Dachwurz
  • Duftsteinrich
  • Edelweiß
  • Enzian
  • Glockenblume
  • Grasnelke
  • Honiglauch
  • Kriechwacholder
  • Küchenschelle
  • Polsterthymian
  • Safrankrokus
  • Schleifenblume
  • Schlüsselblume
  • Steinkraut
  • Thymian
  • Veilchen
  • Wollziest
  • Zwergglockenblume
  • Zwergkiefer
  • Zypressen-Wolfsmilch

Pflanzen für kalkarme Böden und Silikatsteine:

  • Fetthenne
  • Polsterphlox
  • Schopflavendel
  • Sicheltanne
  • Teppichphlox

Kombinieren Sie Stauden, Zwerggehölze, Gräser, Kräuter und Zwiebelpflanzen, um Ihren Steingarten nicht nur optisch zu bereichern, sondern auch einen Lebensraum für verschiedene Tierarten zu schaffen.

Pflege

Obwohl Steingärten pflegeleichter sind als herkömmliche Gartenformen, benötigen sie dennoch regelmäßige Aufmerksamkeit, um ihre Schönheit und Gesundheit zu erhalten.

  1. Unkrautbekämpfung: Entfernen Sie regelmäßig Unkräuter, da Steingartenpflanzen im Wettbewerb mit Unkraut nicht stark konkurrieren können.
  2. Wassermanagement: Bewässern Sie Ihren Steingarten nur bei anhaltender Trockenheit, da die typischen Pflanzen Trockenheit gut tolerieren. Übermäßige Feuchtigkeit kann zu Wurzelproblemen führen.
  3. Erhalt der Bodenqualität: Lockern Sie den Boden gelegentlich auf und ergänzen Sie ihn bei Bedarf mit Sand oder Kalksplitt, um die Drainage zu verbessern und Moosbildung zu verhindern.
  4. Pflege der Pflanzen: Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile und schneiden Sie die Pflanzen im Frühjahr zurück. Dies fördert ein gesundes Wachstum und hält Ihren Garten schön.
  5. Düngung: Steingartenpflanzen benötigen nur minimale Düngung. Eine leichte Gabe von Kompost im Frühjahr kann für bestimmte Pflanzenarten förderlich sein.
  6. Kontrolle von Schädlingen und Krankheiten: Überprüfen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlingsbefall oder Krankheiten und greifen Sie bei Bedarf so natürlich wie möglich ein.
  7. Erosionsschutz: Sorgen Sie für adäquates Material, um Erosion zu verhindern, und ersetzen Sie ausgewaschene Erde. Schützen Sie empfindliche Pflanzen vor extremen Wetterbedingungen.