Staudensonnenblume: Pflanzen und pflegen

Wer die kräftig gelb leuchtenden Sonnenblumen liebt, muss sich nicht mit den einjährigen Arten begnügen - es gibt eine ganze Reihe mehrjähriger Varietäten, die auch als Staudensonnenblumen bezeichnet werden. Ihre sonnigen Blüten sind zwar deutlich kleiner als die der einjährigen Formen, treten dafür aber umso zahlreicher in Erscheinung. Alle Arten sind, einmal eingepflanzt, äußerst pflegeleicht und bereiten Ihnen viele Jahre lang Freude.

Helianthus decapetalus
Die Staudensonnenblume kommt jedes Jahr aufs Neue

Herkunft und Verbreitung

Alle etwa 67 bekannten Sonnenblumenarten sind von Mexiko bis Kanada sowohl in Nord- als auch in Mittelamerika heimisch, wobei jede Varietät ihr bestimmtes natürliches Verbreitungsgebiet besitzt. Die Gattung der Sonnenblumen (bot. Helianthus) gehört zur Familie der Korbblütler (bot. Asteraceae) und ist vor allem wegen ihrer leuchtend gelben, vielstrahligen Blütenkörbchen sehr beliebt.

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Aussehen und Wuchs

Staudensonnenblumen bilden zahlreiche, aufrecht wachsende und eher dünne Stängel aus, an denen die zahlreichen Blüten sitzen. Die Wuchshöhe variiert je nach Art und Sorte – während manche der mehrjährigen Arten bis zu 300 Zentimeter hoch werden können, erreichen andere gerade mal eine Höhe von 100 bis 120 Zentimetern. Typisch ist jedoch der stark verzweigte und verdickte Wurzelstock, aus dem bei den meisten Arten weitere Triebe sprießen. Staudensonnenblumen wachsen zumeist horstig und bilden mehr oder weniger zahlreiche Ausläufer aus.

Verwendung

Alle Arten der Staudensonnenblumen sind wertvolle Futterpflanzen für Bienen und andere Insekten, auch wenn es sich oft um ansonsten sterile Hybridzüchtungen handelt. Je nach Wuchshöhe und -breite eignen sich manche Arten sehr gut für Flächenbepflanzungen, andere hingegen kommen als Solitäre besser zur Geltung. Die Blütenpflanzen schmücken gemischte oder reine Staudenbeete bzw. Rabatten, können als Beetbegrenzung, als Sichtschutz oder als Gehölzrandbepflanzung verwendet werden. Besonders apart wirken die strahlend gelben Blüten als Hintergrundbepflanzung vor anderen Stauden mit blauen, violetten oder roten Blüten wie beispielsweise Rittersporn, Indianer- oder Duftnessel, Eisenhut, Schafgarbe, Chrysanthemen oder Astern. Niedrig wachsende Sorten lassen sich zudem in Kübeln kultivieren und sind daher auch auf dem Balkon bzw. auf der Terrasse zu finden.

Blätter

Je nach Art und Sorte weisen die Blätter der Staudensonnenblume ein unterschiedliches Aussehen auf. Die häufigste Form ist dieselbe wie schon bei den einjährigen Arten: gesägte oder ganzrandige, eiförmige und große Laubblätter mit rauen Unterseiten. Es gibt jedoch auch andere Formen wie beispielsweise die schmalen Blätter der Weidenblättrigen Sonnenblume. Bei manchen Arten befindet sich das Laub lediglich basal am Stängel, bei anderen sind sie über den gesamten Stängel verteilt. Alle Sommerblumen sind sommergrün.

Blüten und Blütezeit

Die Blüten der ausdauernden Staudensonnenblume gleichen denen der einjährigen Arten, allerdings sind die zitronen- bis goldgelben Strahlenblüten meist deutlich kleiner. Dafür jedoch bilden die mehrjährigen Varietäten nicht nur eine, sondern sehr zahlreiche Blüten aus. Diese können einfach aufgebaut sein – mit der charakteristischen dunkleren Mitte – aber auch halbgefüllt oder gefüllt. Die meisten Sorten blühen im Spätsommer zwischen August und September, manche zeigen ihre Pracht aber auch bis zum ersten Frost im Oktober oder sogar November.

Früchte

Auch die Staudensonnenblumen bilden wie ihre einjährigen Verwandten essbare Sonnenblumenkerne aus. Allerdings gilt dies nicht für alle Arten, denn viele Zuchtsorten sind steril und entwickeln daher weder Früchte noch Samen.

Giftigkeit

Alle Helianthus-Arten sind ungiftig.

Welcher Standort ist geeignet?

Am schönsten blühen Staudensonnenblumen an einem vollsonnigen, warmen und geschützten Standort. Für diese Pflanzen gilt: Je mehr Sonne, desto besser – denn ist es zu dunkel, werden nur wenig Blüten ausgebildet.

Boden

Grundsätzlich fühlen sich Staudensonnenblumen an einem Standort mit nährstoffreichem, humosem, sandig-lehmigen und gut durchlässigen Gartenboden wohl, sofern dieser nicht zu schwer ist und einen neutralen bis alkalischen pH-Wert aufweist. Allerdings gibt es hinsichtlich der Feuchtigkeit des Untergrunds unterschiedliche Vorlieben bei den verschiedenen Arten: Manche bevorzugen einen eher trockenen Boden, andere hingegen einen frischen bis mäßig feuchten. Alle Arten vertragen aber Trockenheit recht gut.

Pflanzen / Aussaat

Jungpflanzen können Sie ab dem Spätwinter auf der heimischen Fensterbank vorziehen und nach den Eisheiligen ins Beet auspflanzen. Die Samen keimen bei rund 20 Grad Celsius recht unregelmäßig innerhalb von sieben bis 21 Tagen. Halten Sie unbedingt sowohl bei selbst gezogenen Pflanzen als auch bei Sämlingen den empfohlenen Pflanzabstand ein – dieser beträgt je nach Art und Sorte zwischen 80 und 100 Zentimetern. Vermischen Sie den Aushub mit reichlich Kompost und wässern Sie die frisch gesetzten Stauden anschließend kräftig. Außerdem empfiehlt sich das Eingraben von Stützstäben, damit die hochwüchsigen Stängel nicht abknicken oder abbrechen.

Gießen und Düngen

Zwar sind Staudensonnenblumen recht trockenheitsverträglich, dennoch sollten Sie sie nicht austrocknen lassen. Versorgen Sie sie vor allem während heißer und trockener Phasen mit reichlich Wasser, vermeiden Sie aber Nässe oder gar Staunässe. Eine Düngung mit mineralischen bzw. stickstoffreichen Düngemitteln ist wenig sinnvoll, da dies die Blüte negativ beeinflusst. Versorgen Sie die Stauden stattdessen im zeitigen Frühjahr sowie ein zweites Mal in Juni mit reichlich Kompost.

Staudensonnenblume richtig schneiden

Da manche Sorten sich gern selbst aussamen, sollten Sie verblühte Stängel zeitnah entfernen. Das hat zudem den Vorteil, dass der Schnitt eine längere Blütephase provoziert. Manche Arten sollten zudem im Herbst oder im Frühjahr bodennah zurückgeschnitten werden, da sie aus den Rhizomen neu austreiben.

Staudensonnenblume vermehren

Staudensonnenblumen lassen sich sowohl durch Samen als auch durch im Frühsommer geschnittene Stecklinge leicht vermehren. Außerdem sollten die horstig wachsenden Pflanzen etwa alle drei bis fünf Jahre geteilt werden – dies dient vor allem ihrer Verjüngung und sorgt für eine üppige Blütenpracht.

Überwintern

Zwar sind Staudensonnenblumen winterhart, sollten aber über die kalte Jahreszeit mit einer Abdeckung in Form von Reisig o. ä. vor Frost geschützt werden. Die Rhizome – also die Überwinterungsorgane der Staude – befinden sich recht dicht unter der Erdoberfläche und sind daher durch Bodenfrost gefährdet.

Krankheiten und Schädlinge

Staudensonnenblumen sind robuste Gartenpflanzen, die nur selten von Krankheiten oder Schädlingen befallen werden. Echter Mehltau kann insbesondere bei den großblättrigen Arten zum Problem werden.

Tipps

Außerdem mundet den stets hungrigen Schnecken das saftige Laub junger Pflanzen hervorragend. Ein Schneckenschutz ist daher wichtig.

Arten und Sorten

Im Gegensatz zu den einjährigen Sonnenblumenarten Helianthus annuus und Helianthus uniflorus ist die Stauden-Sonnenblume ein mehrjähriger Vertreter dieser attraktiven Blütenpflanzengattung. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine einzelne Art, denn für den heimischen Garten bieten sich eine ganze Reihe verschiedener Varietäten an. Auch wenn diese sich in vielen äußeren Merkmalen unterscheiden, so beeindrucken sie doch alle mit einem reichen und langanhaltendem Blütenflor. Besonders beliebt sind die folgenden Arten:

Staudensonnenblume (bot. Helianthus atrorubens)

Diese ausladend und buschig wachsende Art bildet bis zu 180 Zentimeter hohe Blütenstände aus und kann bis zu 100 Zentimeter breit werden. Die mehr als zehn Zentimeter im Durchmesser messenden Blütenschalen erfreuen den Betrachter mit ihrem leuchtend gelben Flor zwischen Anfang August und September. Helianthus atrorubens sollte gruppenweise mit höchstens zwei Pflanzen pro Quadratmetern in den Garten gesetzt werden und eignet sich vor allem für die Bepflanzung von größeren Freiflächen sowie Beet- und Gehölzrändern. Des Weiteren können Sie die langen Stängel wunderbar für Blumenarrangements – etwa in der Vase – nutzen. Besonders schöne Sorten sind beispielsweise:

  • ‘Giganteus’: imposant, sich stark ausbreitend, steril
  • ‘Monarch’: buschiger Wuchs, horstbildend, steril, üppig blühend

Schmalblättrige Sonnenblume (bot. Helianthus decapetalus)

Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die Sonnenblumenart mit den meisten Zuchtsorten. Helianthus decapetalus überzeugt mit einem dichten, horstigen Wuchs, bis zu 180 Zentimeter hohen Blütenstängeln und durchschnittlich zwölf Zentimeter messenden Blütenkörben. Pflanzen Sie die Art in humosen, nicht zu trockenen Boden. Die schönsten Sorten für den Garten sind:

  • ‘Capenoch Star’: bis zu 180 Zentimeter hoher, aufrechter Wuchs, hellgelbe Blüten, ausläuferbildend
  • ‘Loddon Gold’: goldgelbe, gefüllte Blütenbälle, Wuchshöhe bis 140 Zentimeter
  • ‘Meteor’: halbgefüllt, tellerförmige Blüten mit dunklerer Mitte, Wuchshöhe bis 180 Zentimeter
  • ‘Soleil d’Or’: große, tiefgelbe und gefüllte Blütenbälle, Wuchshöhe bis 160 Zentimeter
  • ‘Triomphe de Gand’: große, hellgelbe, tellerförmige Blüten mit dunklerer Mitte, Wuchshöhe bis 150 Zentimeter

Riesen-Sonnenblume (bot. Helianthus giganteus)

Die größte Sonnenblumenart entwickelt bis zu 300 Zentimeter hohe Blütenkörbe und zeigt ihre Blütenpracht erst spät zwischen September und dem ersten Frost. Pflanzen Sie die sich durch zahlreiche Ausläufer vermehrende Art mit viel Platz – empfohlen wird maximal eine Pflanze pro Quadratmeter. Eine der schönsten Sorten ist ‘Sheila’s Sunshine’ mit ihren hellen, cremefarbenen Blütenkörben.

Kleinblumige oder Kleinköpfige Sonnenblume (bot. Helianthus microcephalus)

Diese Art wächst locker verzweigt und neigt – im Gegensatz zu anderen Staudensonnenblumen – nicht zum Wuchern. Sie bildet kleine, dafür aber sehr zahlreiche Blüten aus, die ihre Pracht zwischen August und September entfalten. Die Art braucht einen nährstoffreichen, humosen und eher frischen Boden. Auch hier finden sich für den Gärtner viele interessante Zuchtsorten:

  • ‘Anne’: zitronengelbe Blüten mit roten Spitzen, ungewöhnlich breite Blütenblätter, Blütezeit beginnt schon im Juli
  • ‘Carine’: sehr helle zartgelbe Blüten, üppige Blütenbildung, langanhaltende Blüte, Wuchshöhe bis 180 Zentimeter
  • ‘Lemon Queen’: zitronengelbe, sehr üppige und langanhaltende Blütenpracht, Wuchshöhe bis 180 Zentimeter

Behaarte Sonnenblume (bot. Helianthus mollis)

Zwischen August und September entzückt die Behaarte Sonnenblume – die ihren Namen der rauen Behaarung an Stängel und Blättern verdankt – mit zahlreichen, vielstrahligen leuchtend zitronengelben Blütenkörben. Die Art wird bis zu 120 Zentimeter hoch und bildet dichte Horste aus. Pflanzen Sie sie auf gut durchlässige und eher trockene bis frische Böden.

Weidenblättrige Sonnenblume (bot. Helianthus salicifolius var. orgyalis)

Die bis zu 300 Zentimeter hoch wachsende Weidenblättrige – aufgrund ihres hohen Wuchses manchmal auch als Klafterlange – Sonnenblume wird hauptsächlich ihrer aparten, tiefgrünen Blätter wegen kultiviert. Zusätzlich zeigt die Blattschmuckstaude von September bis zum ersten Frost zahlreiche kleine, leuchtend gelbe Blütenkörbchen. Am wohlsten fühlt sich die attraktive, bis zu 200 Zentimeter breit wachsende Solitärstaude in humosem, eher trockenem Boden.

Topinambur (bot. Helianthus tuberosus, auch Indianerknolle)

Topinambur kennt so mancher vielleicht aus dem gut sortierten Supermarkt, denn bei der bräunlichen Knolle handelt es sich um ein sehr gesundes Wintergemüse. Weniger bekannt dürfte hingegen sein, dass es sich dabei um die Wurzelknollen einer Sonnenblumenart handelt. Helianthus tuberosus, auch als Indianerknolle bezeichnet, wird bis zu 300 Zentimeter hoch und blüht zwischen September und November mit leuchtend gelben Blütenkörbchen. Die wie alle Sonnenblumen sehr bienenfreundliche Art bevorzugt einen eher feuchten, aber durchlässigen Boden.

Text: Ines Jachomowski

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