Der Spitzwegerich: Steckbrief einer traditionellen Heilpflanze

Der Spitzwegerich (Plantago lanceolata) wird bereits seit Jahrhunderten als natürliche Arznei mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten genutzt. Die Blätter und Blüten der Pflanze können aber auch als geschmackvolle Zutat in vielen Rezepten verwendet werden.

Spitzwegerich Steckbrief

Einsatzmöglichkeiten von Spitzwegerich in Küche und Naturapotheke

Der in den Blättern des Spitzwegerichs enthaltene Saft wirkt schleimlösend und ist daher ein gutes Mittel zur Behandlung von Husten und Bronchialbeschwerden. Die Wirkstoffe der Pflanze können auf verschiedene Arten eingesetzt werden:

  • als mit einer Zentrifuge gewonnener Saft
  • als Tee aus den getrockneten Blättern
  • als Sirup
  • zur äußerlichen Wundbehandlung mit zerkauten oder zerriebenen Blättern

Da sich die Blätter des Spitzwegerichs nur schwierig trocknen lassen, sollten Sie diese möglichst nach ein paar Tagen andauernder Sommertrockenheit ernten. Außerdem sollten Sie dazu einen entlegenen Standort auswählen, um auf das Abwaschen möglicher Pestizide oder Verunreinigungen durch Hunde verzichten zu können. Dies gilt auch generell, wenn Sie den Spitzwegerich für den eigenen Verzehr oder das Verfüttern an Pferde und Kaninchen sammeln. Der Spitzwegerich ist durch seinen leicht pilzartigen Geschmack eine wertvolle Zutat für Wildkräutersalate, Wildkräuterpesto und Kräuterquark. Die noch nicht aufgeblühten Blüten können leicht angeröstet und verschiedenen Speisen als steinpilzartiges Aroma beigemischt werden.

Woran erkennt man den Spitzwegerich?

Der essbare Spitzwegerich ist an seinen lanzettförmigen Blättern relativ eindeutig zu erkennen und kann maximal mit dem ebenfalls ungiftigen Breitwegerich verwechselt werden. Zur Blütezeit im Sommer ragen die braunen Blütenköpfe mit ihrem Kranz aus weißen Einzelblüten hoch aus den Blattrosetten auf.

Wie kann der Spitzwegerich im Garten angesiedelt werden?

Der Spitzwegerich ist eine relativ anspruchslose Pflanze und kann an einem sonnigen bis maximal halbschattigen Standort im Garten angesät werden. Ein Anbau auf dem Balkon ist nicht zu empfehlen, da der Spitzwegerich mit seinen Wurzeln sehr tief in den Boden gräbt. Der Boden sollte idealerweise locker und nährstoffreich sein, außerdem stets etwas feucht. Da der Spitzwegerich aber auch keine Staunässe verträgt, sollten Sie schwere Böden mitunter mit Quarzsand oder Bims auflockern. Nach der Aussaat der Samen in etwa 1,5 Zentimetern Tiefe Anfang April keimt Spitzwegerich in der Regel innerhalb von etwa 14 Tagen.

Tipps & Tricks

Wenn Sie Spitzwegerich im Rasen bekämpfen wollen, so müssen Sie auf einen tiefen Schnitt zur Vermeidung einer Selbstaussaat achten. Die manuelle Entfernung der Pflanzen mit der Wurzel ist zwar mühsam, ermöglicht aber gleichzeitig die unbelastete Verwendung in Naturarzneien und Küchenrezepten.

Text: Alexander Hallsteiner

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