Wegerich – die drei wichtigsten Arten der robusten Staude

"König des Weges" - diesem Namen macht der Wegerich alle Ehre. Die Pflanze, von der es über 200 Arten gibt, kommt an Wegrändern, auf Wiesen und Äckern vor. Selbst häufiges Begehen macht ihr nicht viel aus. In Deutschland spielen vor allem drei Arten des Wegerichs eine Rolle.

Wegerich Sorten
Spitzwegerich ist ein beliebtes, einheimisches Wildkraut

Die wichtigsten Arten des Wegerichs

In Deutschland kommen vor allem drei Arten Wegerich häufig vor:

  • Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
  • Breitwegerich (Plantago major)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media)

Lesen Sie auch

Eigenschaften des Spitzwegerichs

Er wächst vorwiegend auf saftigen Wiesen. Seine Blätter sind schmal und laufen spitz zu. Die kurze Blütenähre ist braun bis schwarz und von einem hellen Blütenkranz aus Staubblättern umgeben. Spitzwegerich duftet nicht. Die Bestäubung erfolgt über Insekten.

Eigenschaften des Breitwegerichs

Diese Wegerich-Art ist besonders robust und wächst sogar in kleinen Ritzen. Häufig kommt Breitwegerich auf Fußwegen vor. Er bildet kleine Rosetten, die dicht am Boden anliegen. Die Blätter sind wesentlich breiter als die des Spitzwegerichs und stehen nicht in die Höhe. Die Blütenähre ist ebenfalls schwarz oder braun. Der helle Kranz fehlt bei dieser Art.

Eigenschaften des Mittleren Wegerichs

Rein optisch scheint der Mittlere Wegerich eine Mischung aus Spitz- und Breitwegerich zu sein. Seine Blätter sind nicht ganz so schmal wie die es Spitzwegerichs. Die Blütenähre ist länger und trägt einen Blütenkranz aus weißen, manchmal auch rosafarbenen Staubblättern. Die Blüte des Mittleren Wegerichs verströmt als einziger Vertreter des Wegerichs einen lieblichen Duft.

Wegerich – eine alte Heilpflanze

Wegerich ist eine alte Heilpflanze, die seit Jahrhunderten eingesetzt wird und deren Wirksamkeit wissenschaftlich untersucht wurde. Als Wirkstoffe enthält sie Schleimstoffe, Schwefel, Gerbstoffe und Mineralsalze. Die Anwendung erfolgt innerlich als Tee und äußerlich als Tinktur.

Bewährt hat sich Wegerich bei Erkrankungen wie:

  • Atemwegsproblemen
  • Augenerkrankungen
  • Durchfall
  • Nasenbluten
  • Venenentzündungen
  • Wunden
  • Insektenbissen

Verwendet werden die Pflanzenteile aller drei Arten: Wurzeln, Blätter, Früchte und Pflanzensaft. Wegerich muss nach dem Sammeln möglichst sofort verbraucht werden. Falls das nicht möglich ist, werden die Pflanzenteile umgehend schonend getrocknet.

Tipps

Aufgrund seiner Heilwirkungen wurde der Spitzwegerich zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt. Er ist auch heute noch der bekannteste Vertreter der Wegerich-Arten.

Text: Sigrid Hestermann

Melde Dich für unseren Newsletter an

Erhalten Sie den monatlichen Gartenjournal Newsletter in Ihr E-Mail Postfach. Abmelden ist jederzeit möglich.