Die Sommerlinde im Steckbrief

Seit jeher schreiben die Menschen der Linde eine positive mythologische Bedeutung zu. Bereits im Mittelalter tarf man sich unter ihren Blättern, um Feste abzuhalten, zu tanzen, aber auch um Rechtsverhandlungen vorzunehmen und Liebende zu trauen. Haben Sie schon einmal süßen Lindenhonig gekostet? Dann möchten Sie mit Sicherheit mehr über den Laubbaum erfahren. Der folgende Steckbrief bringt Ihnen die Sommerlinde näher.

sommerlinde-steckbrief
Die Sommerlinde wird auch Großblättrige Linde genannt

Allgemeines

  • Deutscher Name: Sommerlinde
  • Lateinischer Name: Tilia platyphyllos
  • weitere Bezeichnung: Großblättrige Linde
  • Baumart: Laubbaum
  • Familie: Malvengewächse
  • giftig?: nein
  • Alter: bis zu 1000 Jahre

Äußerliche Merkmale

Blätter

  • Form: wechselständig, herzförmig, kerbig gesägt, spitz zulaufend
  • Farbe: Blattoberseite grün, Blattunterseite etwas heller mit weißen Büscheln (Unterschied zur Winterlinde: diese ist braun behaart)
  • Länge: 5 bis 15 cm
  • Breite: 5 bis 15 cm
  • Herbstfärbung: gelb

Blüte

  • Blütezeit: Juni (die frühste blühende Linden Art)
  • Farbe: gelb
  • Duft: sehr stark
  • Form: Trugdolden
  • Länge: 7 bis 10 cm

Zweige

  • rot- braun
  • behaart

Frucht

  • Form: kugelförmig, oft mit drei bis fünf Kanten
  • Fruchtart: Nüsse, Kapselfrüchte
  • Farbe: grau
  • Oberfläche: filzig, stark verholzt
  • Fruchtreife: September
  • Unterschied zur Winterlinde: die Früchte lassen sich nicht zwischen den Fingern zerdrücken

Rinde und Holz

  • Farbe der Rinde: grau
  • Struktur der Rinde: in jungen Jahren glatt, später bilden sich längliche Risse
  • Farbe des Holzes: gelblich weißer Splint, dunkler Kern
  • Beschaffenheit des Holzes: zäh, lässt sich leicht spalten und gut verarbeiten, trocknet schnell

Wurzel

  • Tiefwurzler
  • bildet eine Pfahlwurzel
  • bildet eine Herzwurzel
  • Ausmaß der Wurzel übertrifft jenes der Baumkrone
  • hoher Feinwurzel Anteil
  • tief gehende Wurzel schützt die Sommerlinde vor Entwurzelungen durch Stürme

Ansprüche und Umweltvoraussetzungen

Standort

  • Lichtverhältnisse: sonnig bis halbschattig (je passender die übrigen Faktoren, umso mehr Schatten verträgt sie)
  • Temperatur: Frosthärte bis -28°C
  • kann einzeln oder in Gruppen stehen, häufig in Parkanlagen anzutreffen
  • harmoniert gut mit Eichen oder Kiefern

Boden

  • Beschaffenheit: sandig oder lehmig
  • pH-Wert: leicht sauer oder alkalisch
  • nasse Böden (verträgt keine Trockenheit)
  • nährstoffreiche Böden

Verwendung

  • zur Herstellung von Lindenblüten Tee
  • zur Herstellung von Lindenblüten Honig
  • zur Herstellung von ätherischen Ölen
  • als Hausmittel gegen grippale Infekte oder Vergiftungen
  • wirkt schweißtreibend
  • Holz wird in der Bildhauerei, Drechselei oder Tischlerei verwendet
  • oder zu Spielzeug, Zierleisten und Musikinstrumenten verarbeitet
  • die Holzkohle dient als Zeichenkohle
Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Manfred Ruckszio/Shutterstock

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