Wachstum der Linde – wenn die Wurzel Schäden verursacht

Linden wachsen zu beeindruckenden Bäumen heran, die leider im Garten zu Problemen führen können. Grund hierfür ist das unterirdische Wurzelwerk, das sich schwer kontrollieren lässt. Doch mit einigen Kniffen müssen Sie nicht auf das Laubgehölz verzichten.

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Lindenwurzeln wachsen flach und breit und sind sehr kräftig

Wurzelwachstum

Die Wurzelentwicklung unterscheidet sich nicht zwischen Winter- und Sommerlinde. Tilia cordata und platyphyllos gehören zu den Herzwurzlern, die ein unregelmäßiges Wurzelsystem entwickeln. Das Wurzelwerk erreicht überschaubare Ausdehnungen in horizontaler und vertikaler Ausrichtung, da die Wurzeln kurz und gedrungen wachsen. Sie verzweigen sich frühzeitig und bilden einen hohen Anteil an Feinwurzeln, sodass der gesamte Ballen kompakt gedeiht.

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Das Herzwurzelsystem:

  • Mischform aus Pfahlwurzel und flach ausgebreiteten Seitenwurzeln
  • halbkugelförmige Erscheinung
  • erinnert im Querschnitt an die Form eines Herzens

So tief wurzeln Linden

Wenn Sie eine Linde im Garten anpflanzen möchten, sollten Sie sich mit den Wurzeltiefen auskennen. Die Wurzeln von Tilia-Arten erreichen nach 20 bis 30 Jahren eine Tiefe von maximal 1,5 Meter, wenn der Boden aus sandigem Lehm besteht. Bei Lösslehm ist die Ausdehnung etwas eingeschränkter.

Auf sandigen Untergründen, Kies und Schotter sind Reichweiten bis 0,8 Meter üblich. Schwere Ton- und Lehmböden sorgen aufgrund der schlechten Durchlüftung dafür, dass die Bäume hauptsächlich flach im Oberboden wurzeln und die unteren Bodenschichten nur schwach erschließen.

Probleme im Garten vermeiden

Linden weisen wegen ihrer mittleren Durchwurzelungstiefe eine gute Standfestigkeit bei Sturm auf. Allerdings kann das Wurzelwerk der Linde im Garten schnell zu Problemen führen, sobald es mit unterirdischen Leitungen in Kontakt kommt, oder der Baum zu nah an Gehwegen wächst. Platten können sich im Laufe der Jahre anheben, wenn sich das Wurzelwerk im Boden ausbreitet und Schäden an Stromkabeln und Wasserrohren sind nicht auszuschließen.

Vorbeugende Maßnahmen

Es ist möglich, den Wurzelballen von eingepflanzten Bäumen zu schneiden. Dazu muss zuerst die Baumkrone ausgelichtet und verkleinert werden. Eine radikale Methode ist der Kopfschnitt. Im Anschluss wird das Wurzelsystem freilegt und eingedämmt. Da dieser Eingriff die Standfestigkeit des Baums negativ beeinträchtigen kann, sollten Sie bei Altbäumen ein Fachunternehmen beauftragen. Leitungen lassen sich mit Wurzelschutzbahnen von den Wurzeln abschirmen.

Baum klein halten

Entnehmen Sie währen der Vegetationsperiode regelmäßig Äste im oberen und äußeren Bereich der Krone. Somit leiten Sie das Wachstum auf Jungtriebe um. Achten Sie darauf, dass der Baum ausreichend Knospen im inneren und unteren Kronenteil behält. Auf diese Weise verhindern Sie einen unkontrollierten Austrieb an unerwünschten Stellen. Wiederholen Sie diese Maßnahme bis zum Sommer etwa zwei bis drei Mal. Durch den Eingriff halten Sie die Ausdehnung in Grenzen, was sich auch im Wurzelwachstum bemerkbar macht.

Tipps

Für diese Schnittmaßnahme empfiehlt sich der Zeitraum zwischen Frühjahr und Frühsommer, wenn das Gehölz bereits Blätter besitzt.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Beekeepx/Shutterstock

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