Schraubenbaum: Richtig pflegen

Ein Wintergarten bekommt durch den Schraubenbaum eine exotische Atmosphäre. Das Gewächs sieht mit seinem Blattschopf aus wie eine Palme und die Luftwurzeln erinnern an Mangroven. Die Pflanzen haben ganz spezielle Ansprüche an Standort und Pflege, damit sie üppig wachsen.

schraubenbaum
Der Schraubenbaum ist bei uns eine beliebte Topfpflanze

Herkunft

Die Gattung der Schraubenbäume (Pandanus) umfasst über 600 Arten. Sie werden gelegentlich als Pandanen oder Schraubenpalmen bezeichnet, obwohl sie keine Gemeinsamkeiten mit anderen Palmengewächsen haben. Diese Arten gehören zur Familie der Schraubenbaumgewächse und kommen ursprünglich aus wärmeren Regionen der östlichen Halbkugel. Sie sind auf zahlreichen Inseln im Indischen Ozean sowie auf den Maskarenen heimisch. Hier besiedeln die Pflanzen Küstengebiete und entwickeln eine undurchdringliche Vegetation.

Wachstum

Pandanen sind immergrüne Gewächse mit einer baum- oder strauchförmigen Gestalt. Sie wachsen ausdauernd und bilden einfache oder mehrfach verzweigte Stämme, die mit zunehmendem Alter teilweise verholzen. Wenn die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist, entwickeln Schraubenbäume Luftwurzeln. Mit Hilfe dieser frei zum Boden wachsenden Wurzeln nehmen die Gewächse Feuchtigkeit aus der Luft auf. Sie lassen den eigentlichen Stamm breit wirken. Die Pflanzen erreichen Wuchshöhen von mehr als 100 Zentimeter.

Ableger

Am Stamm entstehen mit der Zeit kleine Seitensprosse, die Sie mit einem scharfen Messer abschneiden und als Ableger nutzen können. Bei einigen Arten entwickeln die Triebe bereits am Stamm winzige Wurzeln. Zur Unterstützung der Wundheilung können Sie die Schnittstelle am Stamm mit etwas Holzkohle bestäuben. Der Staub saugt Feuchtigkeit auf und wirkt gleichzeitig desinfizierend, sodass die Entstehung von Krankheiten verhindert wird.
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Blätter

Die Blätter der Schraubenbäume stehen in einem dichten Schopf am Ende des Stammes. Die Blattspreite geht direkt in eine Blattscheide über. Sowohl Mittelrippen als auch Blattränder sind von Dornen besetzt. Die großen Laubblätter sind einfach aufgebaut und linealförmig ausgezogen. Sie hängen über, sodass Schraubenbäume wie Palmen aussehen. Durch ihre dreifach spiralförmige Anordnung wirkt der obere Teil gedreht, wodurch die Gewächse ihren deutschen Namen bekamen.

Blüte

Pandanen entwickeln männliche und weibliche Blüten, die sich in ihrer Form unterscheiden. Während die männlichen Kolben mehrfach verzweigt sind, erscheinen weibliche Kolbenblüten einfach. In Zimmerkultur kommt es sehr selten zur Blütenentwicklung. Für die Bestäubung sind Vögel und Insekten zuständig. Hauptsächlich werden Schraubenbäume durch den Wind bestäubt.

Frucht

Schraubenbäume entwickeln nach erfolgreicher Befruchtung Steinfrüchte, die aus mehreren Kammern bestehen. In jeder Kammer befinden sich zahlreiche winzige Samen. Es gibt einige Arten wie Pandanus utilis, die essbare Früchte entwickeln.

Verwendung

Mit ihrem malerischen Wuchs dienen Schraubenbäume der Innenraumbegrünung. Sie eignen sich wegen ihrer Ansprüche nur für die Kübelpflanzung. Pandanen schmücken Topfgärten und tropische Warmhäuser. Die Gewächse säumen künstlich angelegte Wasserfälle und Grotten in Tropenbädern.

Perfekte Nachbarn für Schraubenbäume:

  • Geweihfarn
  • Agaven
  • Flamingoblumen
  • Elefantenohr

Welcher Standort ist geeignet?

Schraubenbäume bevorzugen ein heißes und feuchtes Klima. Sie gedeihen an einem hellen Platz, an dem täglich mehrere Sonnenstunden herrschen. Pandanen erweisen sich als wachstumsfreudig, wenn sie während der Morgen- und Nachtmittagsstunden Sonne abbekommen. Die pralle Mittagssonne vertragen die Gewächse nicht. Wenn Sie diese Bedingungen nicht bieten können, sollten Sie eine Pflanzenlampe verwenden. Schraubenbäume benötigen eine minimale Beleuchtungsstärke zwischen 900 und 1.000 Lux.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Schraubenpalmen gedeihen in einem leicht sauren Substrat, dessen pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 liegt. Wenn Sie handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis nutzen, sollte der pH-Wert in diesem Bereich liegen. Abweichende Werte führen zu einem ungesunden Wachstum. Mischen Sie die Erde mit Torf oder Kokosfasern, Sand oder Perlit um eine optimale Wasser- und Nährstoffregulierung zu gewährleisten.

Mit einer selbst hergestellten Mischung verhindern Sie eine schnelle Substratverdichtung. Damit sparen Sie Zeit, da das jährliche Umtopfen entfällt. Vermengen Sie alle Bestandteile gründlich und überprüfen Sie den pH-Wert mit Indikatorstreifen oder einem pH-Meter. Ist der Wert zu niedrig, können Sie ihn mit der Zugabe von Landerde erhöhen. Ein Wert über 6,5 kann mit saurem Torf oder Humussubstrat erniedrigt werden.

Das kommt in die Substratmischung:

  • drei bis fünf Teile herkömmliche Blumenerde
  • 1,5 bis drei Teile tonhaltige Ackererde
  • ein Teil Quarzsand oder Perlit

Schraubenbaum im Topf

Schraubenbäume können in Hydrokultur kultiviert oder in Kübel gesetzt werden. Da die Gewächse mit der Zeit kopflastig werden und zum Umkippen neigen, sollten Sie einen schweren Topf wählen. Sie können das Pflanzgefäß auch in einen größeren Übertopf stellen und mit Steinen bedecken. Pflanzgefäße mit Bewässerungssystem sind ideale Alternativen zu herkömmlichen Kübeln.

Balkon

Wenn das Thermometer nachts nicht unter 15 Grad Celsius sinkt, können Sie den Schraubenbaum auf den Balkon stellen. Gewöhnen Sie das Gewächs langsam an die Außenbedingungen, indem Sie ihn zuerst an schattigere Plätze stellen. Nach einigen Tagen kann er an seinen endgültigen Platz im hellen Halbschatten wandern. Je mehr Licht der Baum abbekommt, desto intensiver wird die Blattzeichnung. An dunklen Standorten bleiben die Blätter dunkelgrün.

Schraubenbaum vermehren

Die einfachste Vermehrungsmethode ist das Abschneiden und Eintopfen der Kindel, mit denen sich Schraubenbäume vegetativ vermehren. Die Ableger werden in Erde gesteckt oder in eine wassergefüllte Vase gestellt. Verwenden Sie ein blau gefärbtes Glas, denn dieses unterstützt die Wurzelbildung. Bei einer Anzucht in Erde ist die Luftfeuchtigkeit ausschlaggebend für eine erfolgreiche Bewurzelung. Nutzen Sie daher in Mini-Gewächshaus oder stülpen Sie eine Folie über das Gefäß. Es dauert zwischen vier und sechs Wochen, bis der Ableger Wurzeln gebildet hat.

Die weitere Pflege:

  • Jungpflanzen in den nächsten zwei Wochen an die Raumluft gewöhnen
  • dazu Folie täglich etwas länger abnehmen
  • in den nächsten zwei Monaten mäßig gießen

Schraubenbaum gießen

Wenn Schraubenbäume in der Wachstumsphase sind, müssen sie regelmäßig gegossen werden. Der Topfballen sollte konstant feucht sein. Die exotischen Gewächse vertragen weder Trockenheit noch Staunässe. Lassen Sie das Substrat vor jeder Gießeinheit oberflächlich antrocknen. Im Winter wird sparsamer gegossen, sodass die Wurzeln nicht trocken fallen. Verwenden Sie weiches Wasser mit Zimmertemperatur. Abgestandenes Leitungswasser eignet sich gleichermaßen wie sauberes Regenwasser. Da die Blätter bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit schnell vertrocknen und braun werden, sollten Sie die Pflanze täglich besprühen.

Schraubenbaum richtig düngen

Zwischen Frühjahr und Sommer erfreut sich der Schraubenbaum über eine Düngung im Abstand von zwei Wochen. Verwenden Sie einen flüssigen Volldünger für Grünpflanzen in schwacher Konzentration. Eine übermäßige Nährstoffversorgung führt zu einem schnelleren Wachstum. Mit einer sparsamen Dosierung können Sie Ihre Pandane klein halten.

Schraubenbaum richtig schneiden

Sie können den Blattschopf des Schraubenbaums abschneiden, wenn Verzweigungen gewünscht sind. Unansehnliche und aus der Form geratene Pflanzen werden bis auf die Hälfte eingekürzt. Schraubenbäume können bis in das alte Holz beschnitten werden. Nutzen Sie für nicht verholzte Triebe ein scharfes Messer. Verholzte Pflanzenteile werden mit einer Gartenschere gekappt. Wenn der Trieb sehr dick ist, können Sie eine Astschere verwenden.

Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene Blätter und achten Sie darauf, dass die Luftwurzeln nicht beschädigt werden. Sie können die Nebentriebe, die sich am Stamm entwickeln, regelmäßig entfernen und zur Vermehrung nutzen. Wenn die Kindel am Stamm bleiben und dort wachsen, nimmt die Pflanze deutlich an Umfang zu.

Wie pflanze ich richtig um?

Wenn die stützenden Luftwurzeln unregelmäßig wachsen und die Pflanzen zu einer Richtung neigen, ist der Zeitpunkt des Umtopfens gekommen. Die Pflanze benötigt ein größeres Gefäß, das für mehr Stabilität sorgt. Wie alle Grünpflanzen werden auch Schraubenbäume im Frühjahr umgetopft. Sobald die Gewächse ihre endgültige Größe erreicht haben, werden sie nicht mehr umgetopft. Es reicht aus, wenn Sie die Wurzeln an der Oberfläche mit frischem Substrat bedecken.

Überwintern

Zwischen Oktober und März stagniert das Wachstum, sodass Sie die Pflanze weniger gießen und düngen müssen. Wassergaben sind notwendig, wenn die obere Erdschicht abgetrocknet ist. Ein bis zwei Düngungen sind während des Winters ausreichend. Sie können den Kübel in ein kühles Schlafzimmer stellen. Die Temperatur sollte nicht unter 16 Grad Celsius fallen.

Schädlinge

Saugende Schädlinge treten an Schraubenbäumen auf, die falsch gepflegt oder unter suboptimalen Standortbedingungen kultiviert werden. Damit die Pflanze nicht zu stark geschädigt wird, ist eine schnelle Bekämpfung notwendig.

Spinnmilben

Gelegentlich sind feine Spinnweben in den Blattachseln und zwischen den Dornen am Blattrand erkennbar. Sie deuten auf einen Befall durch Spinnmilben hin, die sich bevorzugt bei zu trockener Raumluft ausbreiten. Die befallenen Blätter zeigen bei einem leichten Schädlingsbefall gelblich-weiße bis silberfarbene Flecken. Stark geschädigte Blätter verfärben sich graubraun, bis sie vollständig vertrocknen.

Duschen Sie befallene Pflanzen ab und reiben Sie die Unterseiten betroffener Blätter mit einem Tuch ab. Stülpen Sie einen großen Sack oder eine transparente Kiste über die Pflanze, sodass die Luftfeuchtigkeit für die nächsten drei bis vier Tage sehr hoch ist. Durch das feuchte Mikroklima werden die Spinnmilben abgetötet.

Schmier- und Wollläuse

Diese Schädlinge treten häufiger an Schraubenbäumen auf. Kleine weiße Gespinste, die an Wattebäusche erinnern, deuten auf einen Befall hin. Die Blätter verfärben sich gelb und werden schrumpelig. Sie sind von einem klebrigen Film überzogen, der Pilzsporen optimale Wachstumsbedingungen bietet. Präparate mit Neem-Öl haben sich als wirksame Bekämpfungsmittel erwiesen.

Tipps

Pandanus-Arten entfalten in hohen Gefäßen ihre volle Wirkung, denn hier können die Blätter weit nach unten hängen. Stellen Sie das Gefäß zusätzlich auf ein Regal. Steht die Pflanze auf dem Boden, liegen die Blätter auf und wirken unansehnlich.

Sorten

  • Pandanus veitchii: Blätter dunkelgrün mit hellen Längsstreifen, bis 100 Zentimeter lang. Die am häufigsten kultivierte Pandanus-Art.
  • Compacta: Pandanus veitchii-Sorte mit 50 bis 60 Zentimeter langen Blättern, weißliche Randstreifen und deutliche Längsstreifen.
  • Aureus: Pandanus baptistii-Sorte mit kurzem Stamm. Blätter gelb-grün gestreift, erinnert an Graslilien.

Text: Christine Riel
Artikelbild: Thanawatn88/Shutterstock
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