Robinie, Kugelakazie und Scheinakazie – wie schneiden?

Wie Sie Ihre Robinie schneiden müssen, hängt davon ab, ob es sich um eine Ursprungsform oder veredelte Varianten handelt. Oft herrscht Verwirrung zwischen den Bezeichnungen Robinie, Kugelrobinie und Scheinakazie. Wenn Sie das Wachstum dieser Ziergehölze verstanden haben, sind Pflegeschnitte unkompliziert.

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Die Kugelrobinie wird, wie ihr Name schon sagt, gern in Kugelform gezogen

Wachstum

Es gibt zwei Formen von Scheinakazien, die häufig in Gärten angepflanzt werden. Darunter fallen die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia), welche wegen ihrer Blattform auch als Scheinakazie bezeichnet wird, und die Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia umbraculifera). Dieses Ziergehölz stellt eine Unterart dar.

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Wo liegt der Unterschied?

Scheinakazien entwickeln natürlicherweise einen kurzen Stamm, der sich in geringer Höhe verzweigt. Kugelrobinien bilden von Natur aus eine kugelförmige Krone. Diese Kleinbäume wachsen zwei Meter hoch und erreichen eine Breite von vier bis fünf Meter. Da sie keine Dornen entwickeln, stellen Schnittmaßnahmen kein Problem dar. Bei den meisten Exemplaren handelt es sich um veredelte Zuchtformen, die auf einem Hochstamm gepfropft wurden.

Techniken

Weder Kugelrobinie noch Scheinakazie erfordern jährliche Rückschnitte. Beide Gehölze erweisen sich dennoch als sehr gut schnittverträglich. Solche Eingriffe fördern bei Kugelakazien die Ausbildung einer symmetrischen Krone. Ob das Exemplar veredelt wurde, erkennen Sie an einer leichten Verdickung am Stamm. Alle Austriebe unterhalb dieser Stelle können Sie vollständig entfernen. Wenn Sie die Scheinakazie zu einem Hochstamm erziehen möchten, sollten Sie diesen regelmäßig entasten.

Tipps

Der ideale Zeitraum für Schnitteingriffe erstreckt sich vom Spätwinter bis in das Frühjahr kurz vor dem Blattaustrieb.

Auslichtung

Sie dürfen Kugelakazien großzügig auslichten, wenn die Krone zu dicht gewachsen ist. Diese Maßnahme sorgt dafür, dass wieder mehr Licht in das Kroneninnere gelangt und keine kahlen Stellen entstehen. Entnehmen Sie beschädigte Zweige vollständig, indem Sie diese am Ansatz über dem Astring abschneiden. Wenn gesunde Äste die Symmetrie beeinträchtigen, werden auch diese entfernt.

Gesunderhaltung

Weisen Kugelakazien Schäden im äußeren Kronenbereich auf, sollten Sie diese um zwei Drittel einkürzen. Reduzieren Sie sämtliche Akazienäste so, dass ein schlafendes Auge erhalten bleibt. Dadurch fördern Sie eine gleichmäßige Erscheinung, denn an diesen Stellen treibt das Gehölz im kommenden Frühjahr aus.

Auch bei der Scheinakazie sind Astentnahmen kein Problem, wenn diese beschädigt sind oder quer wachsen und das Gesamtbild stören. Achten Sie darauf, dass beim Schnitt keine Stummel am Grundast zurückbleiben und das Gewebe am darunter befindlichen Ast unversehrt bleibt.

Radikalschnitt

Radikale Eingriffe sind bei der kugelförmigen Züchtung ratsam, wenn die Krone starke Schäden aufweist. Solche Maßnahmen bergen ein gewisses Risiko, dass das Gehölz abstirbt. Sturmschäden oder ein massiver Schädlingsbefall kann auch bei Scheinakazien einen Radikalschnitt notwendig machen. Diese Ursprungsart neigt nach solchen Eingriffen stark zur Bildung von Ausläufern. Gehen Sie in jedem Fall behutsam vor.

So gehen Sie vor:

  • konkurrierende Äste entnehmen
  • zu dicht stehende Exemplare entfernen
  • Zweige mit beschädigter Rinde und Bruchstellen abschneiden

Text: Christine Riel
Artikelbild: Ellita/Shutterstock

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