Rotdorn erfolgreich vermehren

Als blühprächtiger Solitär oder als schmuckvoller Heckenbilder - der Rotdorn ist eine dankbare und nützlingsfördernde Gartenbereicherung. Ihn vermehren zu wollen, ist also nachvollziehbar, allerdings nicht ganz einfach.

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Die Vermehrung über Stecklinge ist nicht einfach aber möglich

Einschränkungen bei der Vermehrung

Die Vermehrung ist beim Rotdorn möglich per:

  • Aussaat
  • Veredelung
  • Stecklingsmethode

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Die Krux des Zuchthintergrunds: Samenarmut

Da es sich beim Rotdorn um eine auf die Blütenoptik fokussierte Zuchtform des Zweigriffligen Weißdorns handelt, ergeben sich beim Kapitel Vermehrung ein paar Schwierigkeiten. Die zahlreichen, gefüllten, karminroten Dolenrispenblüten des Crataegus laevigata ‚Paul’s Scarlet‘ sind zwar schön anzusehen und auch eine wertvolle Bienenweide. Dafür sind sie aber auch in der Fruchtbarkeit eingeschränkt. Ihre Staubgefäße sind nämlich zugunsten der Optik in Blütenblätter umgewandelt, wodurch aus ihnen nur sehr selten Früchte gebildet werden.

Der Nachteil für Vermehrungspläne: Eigene Samen werden Sie nur mit etwas Glück ernten können. Wenn Sie ein günstiges Blüh- und Bestäuberjahr erwischen, können Sie es natürlich versuchen. Die Samen lagert man über den Winter ein und setzt sie im Frühjahr in Aussaaterde. Bis zum Keimen müssen Sie aber einiges an Geduld und Pflegeausdauer aufwenden. Es kann durchaus mehrere Monate dauern, bis die nicht besonders keimfreudigen Samen etwas hervorbringen.

Veredelung nur für Versierte

Am effektivsten wird Rotdorn durch Veredelung vermehrt. Das ist allerdings ein Unterfangen, das fachgerechte Übung erfordert. Wer noch nie selbst veredelt hat, sollte sich entweder von jemand Erfahrenem unterstützen lassen oder einen Profi beauftragen.

Rotdorne werden auf ihrem Zucht-Ahn, dem Weißdorn, veredelt. Man nimmt also einen Weißdorn als Unterlage und propft einen Rotdorn-Steckling hinter der Rinde auf.

Stecklingsvermehrung ist einen Versuch wert

Was auf jeden Fall nicht aufwändig ist und darum auch keine vergebenen Mühen birgt, ist die Stecklingsmethode. Hierbei müssen Sie nur ein paar Kleinigkeiten beachten und brauchen nicht übermäßig viel Zeit zu investieren, um die es bei einem missglückten Versuch schade wäre.

Schneiden Sie im Sommer mit Schrägschnitt einen schon leicht verholzten Trieb von etwa 15 Zentimetern Länge ab und entfernen sowohl die Blätter, als auch alle Blütenansätze. So entlasten Sie den Steckling von allen kraftzehrenden Elementen und erhöhen die Bewurzelungschance. Den so präparierten Zweig stecken Sie in ein Pflanzgefäß mit Erde und halten sie feucht. An einem hellen Standort können sich durchaus Wurzeln ausbilden. Warten Sie mit dem Auspflanzen, bis der bewurzelte Steckling ein gesundes, kräftiges Bild mit neuen Trieben abgibt.

Text: Caroline Strauss
Artikelbild: philip openshaw/Shutterstock

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