rispenhortensien
Die Rispenhortensie blüht meist weiß oder rosa

Rispenhortensien: Pflegen und schneiden

Rispenhortensien überzeugen mit ihrer dekorativen Blütenpracht. Wenn Sie die Ansprüche der Sträucher berücksichtigen, benötigen Rispenhortensien wenig Pflege. Durch die richtige Standortwahl dürfen Sie sich über eine üppige Blütenpracht erfreuen. Die beliebten Ziersträucher wachsen auf Standorten mit optimaler Wasserversorgung.

Herkunft

Alle Sorten der Rispenhortensien gehören zur Art Hydrangea paniculata, die den Hortensiengewächsen untergliedert ist. Heimisch sind die Gewächse in den gemäßigten Breiten Asiens. Sie wachsen auf der russischen Inselkette Kurilen und auf Sachalin. Hauptverbreitungsgebiete liegen in China und Japan. Hier wächst die Art in feuchten Wäldern und Auen und an Flussufern. Rispenhortensien wachsen in Höhenlagen zwischen 300 und 3.100 Meter. In den USA gilt die Art als eingebürgert.

Wachstum

Rispenhortensien wachsen als verholzte Sträucher und kleine Bäume. Sie entwickeln viele gabelförmige Verästelungen, deren Rinde im jungen Alter hellgrau gefärbt ist und ockerfarbene Nuancen aufweist. Mit zunehmendem Alter verfärben sich die Äste dunkel. Alte Triebe sind von einer gräulich braunen Borke umgeben. Sie löst sich papierartig ab. Hydrangea paniculata erreicht Wuchshöhen zwischen einem und fünf Meter. In der Breite dehnen sie sich bis zu drei Meter aus. Rispenhortensien haben einen jährlichen Zuwachs von 25 Zentimeter, der sich durch Schnittmaßnahmen erhöht.

Blätter

Das Laub der Rispenhortensien steht in Zweierpaaren oder Dreierquirlen am Ast. Die Blätter sind in einen ein bis drei Zentimeter langen Stiel und eine fünf bis 14 Zentimeter lange Blattspreite gegliedert. Die Spreite ist breit bis oval oder eiförmig geformt. Sie läuft spitz zu und besitzt eine abgerundete oder keilförmige Basis. Ihr Rand ist fein gesagt.

Die Blattoberfläche erscheint durch die raue Behaarung mattgrün, während die nur an den Nerven behaarte Unterseite graugrün gefärbt ist. Je nach Standort variiert die Herbstfärbung. Rispenhortensien entwickeln unter nährstoffarmen und trockenen Bedingungen grünlich bis gelbe Herbsttöne.

Blüte

Hydrangea paniculata trägt rispige Blütenstände, die bis 26 Zentimeter lang werden und am Ende eines Triebes entstehen. Im unteren Bereich des Blütenstandes sitzen sterile Blüten, die eine Lockfunktion übernehmen. Ihre Kelchblätter sind auffallend vergrößert und bunt gefärbt. An der Spitze sitzen fertile Blüten, die sich aus Kelch- und Kronblättern zusammensetzen. Die Kronblätter sind weiß gefärbt und weniger auffällig, als die unteren Schaublüten.

Blütezeit

Die weiße, cremefarbene, weinrote oder rosafarbene Blütenpracht erscheint zwischen Juli und Oktober. Je nach Sorte variiert die Blütezeit. Im Laufe des Sommer verändern einige Sorten die Farbe ihrer Blüten.

Frucht

Von Oktober bis November reifen die Kapselfrüchte heran. Sie sind elliptisch geformt und beinhalten zwischen 30 und 100 Samen mit brauner Färbung. Sie besitzen an ihren beiden Enden kleine Flügel, welche die Verbreitung durch den Wind vereinfachen. Einige Sorten sind steril und entwickeln keine Früchte.

Verwendung

Rispenhortensien eignen sich als Solitär im Vorgarten. Sie dekorieren Staudenbeete, wo sie mit anderen hochwachsenden Arten wie Rittersporn harmonieren. Mit den Sträuchern lassen sich farbenfrohe Blütenhecken gestalten. Sie können Rispenhortensien mit anderen mäßig wüchsigen Arten zusammen pflanzen.

Das sind geeignete Pflanzpartner:

  • Hibiskus (Hibiskus syriacus)
  • verschiedene Rhododendron-Arten
  • Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia)

Kleinere Sorten eignen sich zur Bepflanzung von Kübeln. Wenn die Blütenpracht im Herbst in ein blasses Rosa übergeht, können Sie die Blütenstände abschneiden und in eine Vase stellen. Im getrockneten Zustand bleiben die Blüten lange attraktiv und schmücken winterliche Beete oder Trockensträuße.

Ist Rispenhortensien giftig?

Wie alle Hortensiengewächse enthalten Rispenhortensien verschiedene Giftstoffe wie Blausäure, Hydrangenol, Hydrangin und Saponine. Da die Konzentration in allen Pflanzenteilen gering ist, sind nach einem Verzehr größerer Mengen leichte Vergiftungssymptome zu erwarten. Hunde und Katzen können genauso wie Menschen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt erleiden. Zu den häufigsten Beschwerden bei Haustieren zählen Erbrechen und Durchfall. Kinder werden schnell von dem bitteren Geschmack der Blüten und Blätter abgeschreckt, sodass kaum Vergiftungserscheinungen auftreten.

Welcher Standort ist geeignet?

Als wärmeliebende Art mag die Rispenhortensie einen sonnigen oder absonnigen Standort. Sie gedeihen auch im Halbschatten. Obwohl viele Sorten als schattenverträglich angeboten werden, leiden die Sträucher unter Lichtmangel. Wählen Sie einen Platz mit windgeschützten Verhältnissen. Bei starken Winden besteht die Gefahr, dass die Blütenstände abbrechen.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Hydrangea paniculata bevorzugt einen frischen bis feuchten Boden, dessen pH-Wert im sauren bis neutralen Bereich liegt. Geringe Kalkansammlungen im Substrat bereiten den Pflanzen keine Probleme. Ideale Bedingungen liefern sandig-kiesige Substrate, da sie eine hohe Durchlässigkeit aufweisen. Rispenhortensien bevorzugen humusreiche Böden mit einem hohen Anteil an Nährstoffen.

Stecklinge

Wählen Sie einige einjährige Triebe aus, die weich sind und etwa zehn bis zwölf Zentimeter lang sind. Entfernen Sie untere Blätter und Triebspitzen. Halbieren Sie größere Blätter, um die Verdunstung zu reduzieren. Stecken Sie den Trieb in ausreichend feuchtes Anzuchtsubstrat. Es dauert zwei bis drei Wochen, bis der Steckling Wurzeln entwickelt.

Steckholz

Zerschneiden Sie im Herbst verwelkte Blütentriebe in mehrere Stücke in der Länge eines Bleistifts und stecken Sie diese in humusreiche und feuchte Gartenerde. An einem geschützten und halbschattigen Platz entwickelt das Steckholz nach einigen Wochen Wurzeln.

Rispenhortensien im Topf

Kleinere Sorten eignen sich für die Kübelpflanzung, wenn für ausreichend Wasserabfluss durch Drainage und Abzugslöcher gesorgt wird. Junge Rispenhortensien sind nicht winterhart und müssen im ersten Jahr an einem frostfreien Ort überwintern. Ab dem zweiten Jahr können Sie den Kübel mit einem Winterschutz im Freien stehen lassen.

Rispenhortensien gießen

An sonnigen Plätzen ist der Wasserbedarf höher als im Halbschatten. Achten Sie darauf, dass die Erde konstant frisch bis leicht feucht bleibt. Kurze Trockenzeiten bereiten den Sträuchern keine Probleme. Gießen Sie die Pflanzen im Sommer während der Abendstunden durchdringend und achten Sie bei Kübelpflanzen darauf, dass sich kein Wasser im Untersetzer sammelt.

Rispenhortensien richtig düngen

Im Frühling erfreut sich die Staude über eine mineralische Düngung. Streuen Sie zusätzlich organischen Dünger wie Hornspäne auf das Substrat. Damit sie den ganzen Sommer ausreichend Nährstoffe zur Verfügung hat, empfiehlt sich ein Langzeitdünger. Alternativ sollten Sie die Stauden alle acht bis 14 Tage düngen.

Rispenhortensien richtig schneiden

Rispenhortensien wachsen aus dem frischen Holz und sollten nicht zu weit zurückgeschnitten werden. Im Frühjahr werden die Sträucher kräftig zurückgeschnitten. Sie können die Pflanze um ein Drittel bis zur Hälfte kürzen. Solche Schnittmaßnahmen regen die Staude zur Bildung frischer Triebe an, sind aber nicht notwendig.

Alternativ können Sie Ihren Strauch im Sommer regelmäßig auslichten oder im Spätsommer verwelkte Blütenstände entfernen. Dadurch verlängern Sie die Blütezeit, denn Rispenhortensien entwickeln nach dem späten Rückschnitt neue Blütenrispen mit langen Stängeln. Starke Auslichtungen sind nur bei Pflanzen empfehlenswert, die an einem windgeschützen Standort wachsen, da der frische Austrieb windbruchgefährdet ist.

Wichtig beim Schnitt:

  • mindestens zwei Augenpaare stehen lassen
  • Triebe um die Hälfte kürzen
  • schwache Äste oder zu dicht stehende Blütentriebe vollständig entfernen

Wie pflanze ich richtig um?

Rispenhortensien, die weniger als fünf Jahre an einem Standort stehen, können problemlos umgepflanzt werden. Ältere Sträucher haben ein weitreichendes Wurzelwerk entwickelt, sodass ein Standortwechsel mit Wurzelverlust verbunden ist. Der ideale Zeitpunkt für die Maßnahme ist nach der Blüte, damit der Strauch am neuen Standort bis zum Wintereinbruch anwachsen kann.

Schneiden Sie kahle Triebe und verwelkte Stängel ab und stechen Sie einen großen Wurzelballen ab. Heben Sie das Wurzelwerk aus dem Loch und setzen Sie den Strauch am neuen Standort ein. Abgebrochene Wurzeln sollten entfernt werden, da sie der Pflanze keinen Nutzen bringen.

Winterhart

Frostige Temperaturen bereiten Rispenhortensien keine Probleme. In besonders kalten und schneefreien Wintermonaten sollten Sie den Strauch mit Reisig schützen. Dadurch verhindern Sie, dass die Triebe zurückfrieren und der Strauch kann im nächsten Frühjahr besser austreiben. Der frische Austrieb kann durch Spätfröste gefährdet werden. Decken Sie den Strauch mit Vlies oder Folie ab, damit die Triebe vor dem Erfrieren geschützt sind.

Kübelpflanzen in einem Topf mit einer Tiefe zwischen 30 und 40 Zentimeter überwintern ab dem zweiten Jahr an einem windgeschützten Standort im Freien. Wickeln Sie das Gefäß mit Jutesäcken ein und stellen Sie dieses auf ein Holzbrett. Kleinere Töpfe sollten in einem frostfreien Raum überwintern, in dem Temperaturen zwischen drei und fünf Grad Celsius herrschen.

Krankheiten

Im Freiland erweisen sich Rispenhortensien als resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Eine selten auftretende Krankheit ist Chlorose, die sich durch Gelbfärbung der Blätter äußert. Sie ist die Folge eines stark basischen Bodens oder eines Eisenmangels. Die Pflanze erholt sich schnell, wenn Sie bei den ersten Anzeichen Dünger verabreichen und etwas saure Erde unter das Substrat mischen. Hierfür eignet sich Torf oder Rhododendronerde.

Rispenhortensien blüht nicht

Jungpflanzen benötigen einige Jahre, bis sie ihre Blütenpracht am neuen Standort zeigen. Wenn die Blüte bei älteren Exemplaren ausbleibt, kann ein falscher Standort als Ursache in Frage kommen. Unter zu dunklen Verhältnissen blühen die Sträucher nicht. Sie benötigen einen halbschattigen bis sonnigen Standort. Ungeeignete Substratbedingungen können ebenfalls zum Ausbleiben der Blüte führen. Achten Sie darauf, dass der Boden nicht zu sandig und kalkhaltig ist.

Tipps

Ausgereifte und feste Blütenstände können Sie zum Trocknen abschneiden und in eine knapp mit Wasser gefüllte Vase stellen. Sobald das Wasser aufgebraucht ist, trocknen die Blüten. Sie wirken durch die leicht zerknitterten Blütenblätter pergamentartig.

Sorten

  • Grandiflora: Stark verzweigt. Kegelförmige Blütenrispen, bis 30 Zentimeter lang mit weißen Blüten. Blüht von August bis in den Spätherbst. Wächst bis 200 Zentimeter hoch.
  • Limelight: Kegelförmige Blütenstände, anfangs cremeweiß und später pink-rot, angenehm duftend. Blüht von Juli bis Oktober. Erreicht Wuchshöhen bis 200 Zentimeter.
  • Magical Mont Blanc: Kompakter und langsamer Wuchs. Schneeweiße Blüten von Juni bis September. Bis 120 Zentimeter hoch.


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Text: Christine Riel Artikelbild: ingehogenbijl/Shutterstock

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