Rispenhortensie

Die spektakuläre Rispenhortensie ebnet selbst Debütanten unter den Hobbygärtnern den Weg in die blütenreiche Welt der Hortensien. Keine andere Hortensien-Art gibt sich anspruchsloser und flexibler in der Kultivierung. Gab Ihnen die Pflege bislang noch Rätsel auf, entdecken Sie hier die Antwort darauf.

Hydrangea paniculata Vanille Fraise
Die Vanille Fraise ist eine beliebte Sorte der Rispenhortensie

Rispenhortensie richtig pflanzen

Steht der Frühling in den Startlöchern, ist die beste Zeit gekommen für die Pflanzung einer Rispenhortensie. Die Erde ist vollständig aufgetaut und von Bodenfrösten droht keine Gefahr mehr. Bevor Sie sich im Beet an die Bodenvorbereitung begeben, stellen Sie den Wurzelballen in ein Gefäß mit kalkfreiem Wasser. So pflanzen Sie eine Rispenhortensie fachgerecht:

  • Am sonnigen bis halbschattigen Platz eine Grube ausheben mit dem doppelten Volumen des Wurzelballens
  • Den Aushub anreichern mit Moorbeeterde, Kompost und Hornmehl
  • Die Jungpflanze austopfen, mittig einpflanzen und angießen
  • Mulchen mit Laub, Grasschnitt, Nadelkompost oder Rindenmulch

Behalten Sie beim Pflanzen die Erdmarke am Wurzelhals im Blick und setzen die Rispenhortensie nicht tiefer als im Anzuchttopf. Im Kübel verläuft der Pflanzvorgang ähnlich, wobei zusätzlich am Topfboden eine Drainage aus Tonscherben schädlicher Staunässe vorbeugt.
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Pflegetipps

Die maßgeblichen Eckpfeiler einer sachgemäßen Pflege sind: Wasser- und Nährstoffhaushalt, Rückschnitt und Überwinterung. Schenken Sie diesen Aspekten Ihre besondere Beachtung:

  • Rispenhortensie gleichmäßig feucht halten mit kalkfreiem Wasser
  • Von März bis September wohl bemessen düngen
  • Im Beet vor Frost und Schnee schützen
  • Kübelpflanzen vorzugsweise hell und frostfrei überwintern bei 5 Grad Celsius
  • Rückschnitt durchführen im März, rechtzeitig vor dem neuen Austrieb

Herausragender Unterschied zur populären Bauernhortensie ist die Eigenschaft, am diesjährigen Holz zu blühen. Je beherzter der Frühjahres-Schnitt erfolgt, desto üppiger die Blütenfülle im Sommer und Herbst.

Welcher Standort ist geeignet?

Am hellen, sonnigen bis halbschattigen Standort fühlt die Rispenhortensie sich wohl. Weisen Sie dem Blütengehölz einen Platz in voller Sonne zu, sollte die konstante Versorgung mit Wasser sichergestellt sein. In schattigen Lagen gerät die Blüte eher mickrig.
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Der richtige Pflanzabstand

Die Rispenhortensie punktet nicht nur mit einer voluminösen Blütenfülle, sondern entwickelt zudem einen raumgreifenden Habitus. Diesem Umstand tragen Sie Rechnung, indem der Pflanzabstand mindestens die halbe Wuchsbreite beträgt. Zur Verdeutlichung einige Beispiele:

  • Little Lime: Wuchshöhe 120 cm – Wuchsbreite 150 cm – empfohlener Pflanzabstand 75 cm
  • Mega Mindy: Wuchshöhe 175 cm – Wuchsbreite 130 cm – empfohlener Pflanzabstand 65 cm
  • Bobo: Wuchshöhe 90 cm – Wuchsbreite 70 cm – empfohlener Pflanzabstand 35 cm

Welche Erde braucht die Pflanze?

Damit die Rispenhortensie zeigt, welche Blütenpower in ihr steckt, sollte der Boden so beschaffen sein:

  • Nährstoffreich, humos und frisch-feucht
  • Durchlässig, locker und ohne Gefahr von Staunässe
  • Kalkfrei, idealerweise mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,0

Was ist die beste Pflanzzeit?

Die Pflanzzeit beginnt im Frühjahr ab März. Den genauen Termin bestimmt die Witterung, denn bei anhaltendem Frost oder verspäteten Bodenfrösten warten Sie besser ab. Ungeachtet ihrer Winterhärte in späteren Jahren, ist die Hydrangea paniculata im Pflanzjahr noch frostempfindlich.

Wann ist Blütezeit?

Die Blütezeit einer Rispenhortensie erreicht ihr Zenit, wenn die meisten Zierpflanzen verblüht sind und sich auf die kalte Jahreszeit vorbereiten. Die zentrale Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Gleichwohl verfügen einige Sorten über das Potenzial zu einer früheren oder späteren Blüte. Kombinieren Sie beispielsweise diese Rispenhortensien, um sich von Juni bis Oktober/November an der Blütenpracht zu erfreuen:

  • Dharuma: Juni bis August
  • Limelight: Juli bis September
  • Pinky Winky: August bis Oktober/November

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Rispenhortensie richtig schneiden

Die Rispenhortensie blüht an den diesjährigen Trieben, was sie zu einer der schnittverträglichsten Hortensien qualifiziert. Damit einher geht die Erfordernis, alljährlich im zeitigen Frühjahr zur Schere zu greifen. Andernfalls verliert das Prachtstück allmählich seine Form und vergreist von innen heraus. So schneiden Sie richtig:

  • Im März schneiden, an einem bedeckten, frostfreien Tag
  • Triebe einkürzen um bis zu 50 Prozent
  • Jeden Schnitt knapp über einer nach außen gerichteten Knospe ansetzen
  • Je kräftiger der Rückschnitt, desto üppiger die Blüte

Lichten Sie zugleich den Blütenstrauch gründlich aus. Totholz oder kümmerliche Zweige kappen Sie an der Basis.
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Rispenhortensie gießen

Über das mächtige Blätter- und Blütenkleid verdunstet die Rispenhortensie täglich eine Menge Feuchtigkeit. Kontrollieren Sie daher jeden Morgen die Oberfläche des Substrats. Fühlen sich die oberen 2-3 Zentimeter trocken an, wird gewässert. Während heißer Sommertage kann dies durchaus am Morgen und in den Abendstunden erforderlich sein. Verwenden Sie überwiegend weiches Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser.

Rispenhortensie richtig düngen

Wahlweise decken Sie den Nährstoffbedarf mit organischem Dünger, wie Laubkompost, Guano, Hornspäne und Kaffeesatz oder greifen zu einem Spezial-Hortensiendünger aus dem Fachhandel. Während die Gabe von Naturdünger sich von März bis September im Rhythmus von 2 Wochen erstreckt, genügt für Langzeitdünger, wie Substral Osmocot Rhododendron- und Hortensiendünger, eine einzige Dosis im März.
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Überwintern

Ungeachtet ihrer natürlichen Winterhärte, empfehlen wir folgende Schutzmaßnahmen:

  • Den Wurzelbereich bedecken mit Laub, Stroh, Nadelreisig
  • Die Zweige schützen mit Schilfmatten oder Jutebändern
  • Große Kübel mit Noppenfolie einpacken und auf Holz stellen
  • Kleinere Töpfe ins frostfreie, helle Winterquartier tragen
  • Bei Kahlfrost an milden Tagen ein wenig gießen

Schenken Sie insbesondere dem Winterschutz einer jungen Rispenhortensie in den ersten Jahren besondere Aufmerksamkeit, denn sie muss sich ihre Frosthärte erst noch erarbeiten. Hüllen Sie die gesamte Pflanze ein mit Jute oder atmungsaktiven Gartenvlies.

Rispenhortensie vermehren

Die Vermehrung von Rispenhortensien gelingt problemlos mithilfe von Stecklingen. Schneiden Sie während der Blütezeit gesunde, nicht blühende Triebe mit einer Länge von 10-15 cm. Die untere Hälfte wird entlaubt, bis auf das obere Blattpaar. So gehen Sie weiter vor:

  • Kleine Töpfe füllen mit einem Mix aus Torf und Sand
  • Darin jeweils einen Steckling zu zwei Drittel einpflanzen
  • Vorzugsweise von unten gießen mit kalkfreiem, handwarmem Wasser

Am halbschattigen Standort hinter Glas bei 15-18 Grad Celsius konstant feucht gehalten, schreitet die Bewurzelung zügig voran.
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Wie pflanze ich richtig um?

Als Termine für eine Umpflanzaktion kommen das Frühjahr und der Spätherbst in Betracht. Stechen Sie den Wurzelballen 2 Wochen zuvor rundum ab und wässern die Rispenhortensie ausgiebig, damit sich zahlreiche Feinwurzeln entwickeln können. Ein Rückschnitt kompensiert den Verlust von Wurzelvolumen. Am Tag selbst lockern Sie den Wurzelballen mit der Grabegabel, um ihn anschließend aus dem Boden zu heben. Am neuen Standort sollte die Pflanzgrube bereits vorbereitet sein, um die Hortensie ohne Zeitverzug erneut einzupflanzen.
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Rispenhortensie im Topf

Damit eine Rispenhortensie im Topf gedeiht, sollte ein Mindestvolumen von 30 Litern gegeben sein. Obschon der Blütenstrauch nach reichlich Gießwasser verlangt, sollte schädlicher Staunässe bereits beim Pflanzen vorgebeugt werden. Bedecken Sie daher den Wasserablauf mit Tonscherben, bevor Sie Moorbeeterde als Substrat einfüllen. So pflegen Sie eine Topf-Hortensie:

  • Regelmäßig gießen mit weichem Wasser
  • Von März bis Anfang September mit Flüssigdünger für Hortensien versorgen
  • Hell und frostfrei überwintern bei 4-6 Grad Celsius
  • Im Frühjahr schneiden und umtopfen

Rispenhortensie blüht nicht

Wenn eine Rispenhortensie nicht blüht, resultiert dieses Manko aus verschiedenen Gründen. Die häufigsten Ursachen und Gegenmaßnahmen im Kurz-Überblick:

  • Falscher Schnitt: den zentralen Rückschnitt im März durchführen, vor dem Austrieb
  • Ungeeigneter Standort: eine sonnige bis halbschattige Lage wählen
  • Nährstoffmangel: von März bis September organisch oder mineralisch-organisch düngen
  • Überdüngung: mineralischen Dünger exakt nach Dosierungsanleitung verabreichen

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Wie erziehe ich die Rispenhortensie zum Hochstamm

Die besten Erfolgsaussichten auf eine Hochstamm-Erziehung bietet eine Jungpflanze. Möglich ist die Umgestaltung im Habitus überdies bei älteren Rispenhortensien. So verläuft die Prozedur in den ersten Jahren:

  • Im Herbst des Pflanzjahres einen kräftigen Trieb zum Stamm erwählen und mit einem Stab stützen
  • Alle anderen Bodentriebe abschneiden
  • Die Verzweigungen am Stamm bis zur gewünschten Kronenhöhe entfernen

In den folgenden Jahren leiten Sie den Haupttrieb entlang des Stabes bis zur erwünschten Wuchshöhe. Kappen Sie die Spitze erst, wenn kein weiteres Höhenwachstum erwünscht ist. Daraufhin formen Sie in der Folgezeit in jedem Frühjahr die Krone, indem neue Triebe an den Seiten eingekürzt werden, um eine buschige Verzweigung zu erzielen.
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Wie pflege ich die Rispenhortensie Limelight richtig?

Als Rispenhortensie der Superlative punktet Limelight mit lindgrünen Blüten von bis zu 30 cm Größe, die allmählich ins Weiße changieren. Um dieser Premium-Sorte ihre geballte Schönheit zu entlocken, kommt es diese Details an:

  • Sonniger Standort mit frisch-feuchtem Boden, reich an Nährstoffen
  • Kalkfreies Substrat mit einem pH-Wert von 5,5 bis 6,0
  • Reichlich und regelmäßig gießen, am vollsonnigen Ort bis zu zwei Mal täglich
  • Beginnend im März bis Anfang September düngen
  • Wahlweise alle 2 Wochen organisch düngen oder im März einen Langzeitdünger für Hortensien verabreichen

Sollten Sie die verwelkten Blüten im Herbst als optische Beeinträchtigung empfinden, schneiden Sie diese heraus. Den zentralen Rückschnitt nehmen Sie freilich erst im März bis Anfang April vor. Es spricht nichts dagegen, die Triebe bis auf 20 Zentimeter einzukürzen; umso üppiger fällt die diesjährige Blüte aus.

Die schönsten Sorten

  • Sundae Fraise: die Kegelblüten erinnern an eine Erdbeer-Eistüte und verströmen einen ähnlichen Duft
  • Diamant Rouge: versprüht ein Farbenfeuerwerk in Weiß und Rosa, das im Herbst in sattes Purpurrot changiert
  • Pinky Winky: spektakulär mit zweifarbigen Blüten, die während des Verblühens von Cremeweiß nach zart Rosa wandeln
  • Vanille Fraise: vollbringt ein ähnliches Blütenwunder, wie Pinky Winky und punktet mit einem kompakteren Habitus
  • Bobo: weiß blühender Zwerg mit riesengroßen Blüten; dank seiner Höhe von 90 cm der ideale Kandidat für den Kübel
  • Little Lime: kleine Schwester der Premium-Sorte Limelight mit zierlicher Silhouette und lindgrünen, später weißen Blüten
Text: Paula Jansen

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