Prachtscharte

Mit ihren walzenförmigen Blütenständen inszeniert sich die Ährige Prachtscharte als extravagante Augenweide im Staudenbeet. Damit die Kultivierung erfolgreich verläuft, ist kein umfangreicher gärtnerischer Erfahrungsschatz erforderlich. Die folgenden Antworten auf oft gestellte Fragen erläutern alle relevanten Details.

Liatris spicata
Die Prachtscharte steht am liebsten in der Sonne

Prachtscharte richtig pflanzen

Pflanzen Sie die Ährige Prachtscharte in kleinen Gruppen an einen sonnenverwöhnten Standort mit frisch-feuchter, humoser und gut durchlässiger Erde. Hier legen Sie im Abstand von 25-30 cm kleine Gruben an, deren Aushub mit Kompost und ein wenig Sand optimiert wird. Nachdem der noch eingetopfte Wurzelballen durchdringend mit Wasser getränkt wurde, topfen Sie die Jungstaude aus. Mittig platziert im Pflanzloch, verfüllen Sie den Hohlraum mit dem Substrat, drücken alles gut an und gießen.
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Pflegetipps

Wachstum und Blütenpracht erfüllen alle Erwartungen, wenn die Ährige Prachtstaude diese Pflege genießt:

  • Die Erde konstant leicht feucht halten
  • Organisch düngen von Mai bis August im monatlichen Rhythmus
  • Verwelkte, braune Blütenstände abschneiden
  • Das eingezogene Laub vor dem ersten Frost bis zum Boden schneiden

Nach dem herbstlichen Rückschnitt decken Sie die Wurzelscheibe ab mit Laub oder Nadelreisig, damit winterliche Dauernässe das Rhizom nicht verfaulen lässt.
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Welcher Standort ist geeignet?

Sucht sich die Ährige Prachtscharte in freier Natur ein adäquates Plätzchen, handelt es sich zumeist um einen sonnigen, warmen und windgeschützten Standort. Im Garten erweist sich die hübsche Staude dankbar für eine nährstoffreiche, leicht feuchte Erde, in der sich kein Wasser staut. Wollen Sie sich an den eleganten Blütenähren auf dem Balkon erfreuen, gelingt dies am sonnendurchfluteten Standort in durchlässiger Blumenerde auf Kompostbasis.
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Welche Erde braucht die Pflanze?

Wird dieser formschönen Staude eine nährstoffreiche, frisch-feuchte Erde zuteil, nimmt sie während regenarmer Sommerperioden kurzzeitige Trockenheit klaglos hin. Im Wasser versinken sollte das kräftige Rhizom dennoch nicht, denn auf Staunässe reagiert die Pflanze äußerst ungehalten. Lockern Sie im Zweifel verdichteten Boden auf mit Sand, feinem Splitt, Lauberde oder Kompost. Für eine Ährige Prachtscharte in Topfkultur empfehlen wir demzufolge eine Blumenerde mit geringem oder keinem Torfanteil, da dieses Material kein Wasser mehr speichert und komprimiert, sobald es einmal getrocknet ist.

Wann ist Blütezeit?

Die Ährige Prachtscharte lässt uns an ihrem Blütenspektakel teilhaben in der Zeit von Juli bis September. Lassen Sie sich das florale Schauspiel nicht entgehen, wenn sich die schlanken Zylinder von oben nach unten in leuchtendem Lila, Purpur oder Weiß entfalten. Nach einigen Tagen ist die gesamte Blütenkerze übersät mit unzähligen Blütenkörbchen, die ihrerseits aus winzigen Röhrenblüten bestehen.

Prachtscharte richtig schneiden

Sobald eine Ährige Prachtscharte verblüht, büßt die Staude ihr graziöses Erscheinungsbild ein. Schneiden Sie daher verwelkte Blütenkerzen zeitnah ab. Ab Oktober zieht die Staude ihre grasartigen Blätter ein, wobei die darin verbliebenen Nährstoffe im unterirdischen Rhizom eingelagert werden. Erst nachdem dieser Prozess abgeschlossen ist und das Laub restlos verdorrte, schneiden Sie es bis zum Boden ab.
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Prachtscharte gießen

Schwankungen im Wasserhaushalt werden zwar gutmütig toleriert, wirken sich bei wiederholtem Auftreten freilich nachteilig auf die Vitalität und Lebensdauer aus. Gießen Sie die Ährige Prachtscharte daher regelmäßig, wenn die Erde bis ca. 2 cm tief angetrocknet ist. Wo sich im Beet der Regen an der Wasserversorgung beteiligt, ist diese Maßnahme seltener der Fall, als für eine Staude im Topf.

Prachtscharte richtig düngen

Wo im naturnah bewirtschafteten Garten stets ein Vorrat an Kompost bereit steht, dankt die Ährige Prachtscharte für eine monatliche Ration in der Zeit von Mai bis August mit üppiger Blütenpracht. Alternativ genügt eine einmalige Gabe Volldünger im Mai, um den Nährstoffbedarf für diese Saison zu decken. Gedeiht die Staude im Topf, geben Sie alle 14 Tage ein wenig Flüssigdünger ins Gießwasser.

Überwintern

Im Fokus einer gesunden Überwinterung steht der Schutz vor dauerhafter Nässe, denn frostigen Temperaturen bietet die Ährige Prachtscharte bis – 34 Grad Celsius die Stirn. Es gilt, mit folgenden Maßnahmen den Wurzelstock vor einem Übermaß an Feuchtigkeit zu bewahren, damit sich keine Fäulnis ausbreitet:

  • Die Staude im Herbst bodennah abschneiden
  • Vor dem ersten Frost die Wurzelscheibe dick anhäufeln mit Laub und Nadelreisig
  • Topfpflanzen nach dem Rückschnitt in einen frostfreien Raum umsiedeln
  • Im Winterquartier ab und zu gießen, damit der Wurzelstock nicht vertrocknet

Rechtzeitig vor dem neuen Austrieb, wird der Winterschutz entfernt respektive das Pflanzgefäß wieder ausgeräumt.

Prachtscharte vermehren

Für die Vermehrung haben Sie die Wahl unter zwei Methoden, die im Hobbygarten erfolgreich praktiziert werden. Die einfachere Vorgehensweise ist die Teilung des Wurzelstocks im Frühjahr oder Herbst. Hierzu graben Sie die Ährige Prachtscharte aus, um sie in zwei oder mehr Segmente zu zerschneiden. Ohne große Umstände pflanzen Sie jedes Teilstück am sonnigen Standort in lockere, humos-lockere Erde und gießen in der Folgezeit regelmäßig.

Demgegenüber erweist sich die Aussaat ein wenig aufwändiger. Im März säen Sie die sehr feinen Samen auf Saaterde aus. Nachdem das Saatgut nur ganz dünn mit Sand übersiebt und mit feiner Brause gewässert wurde, platzieren Sie das Saatgefäß am halbschattigen Fensterplatz. Bei 18 bis 20 Grad Celsius schreitet die Keimung zügig voran. Pikiert werden die Keimlinge, wenn sie über mindestens 2 Blattpaare verfügen. Pflanzzeit für Sämlings-vermehrte Prachtscharten ist ab Mitte Mai.

Wie pflanze ich richtig um?

Einen Synergieeffekt in mehrfacher Hinsicht übt das Umpflanzen auf eine Ährige Prachtscharte aus. Nehmen Sie diese Pflegemaßnahme alle 4 bis 5 Jahre vor, trägt dies maßgeblich zu einer Verjüngung bei. Im gleichen Zug haben Sie die Gelegenheit, die prächtige Staude unkompliziert zu vermehren. So machen Sie es richtig:

  • Im März/April oder August/September den Wurzelstock aus dem Boden heben
  • Die restliche Erde von den Wurzeln abschütteln, um kümmerliche und faule Stränge abzuschneiden
  • Mit einem scharfen Messer oder geschliffenen Spaten den Wurzelballen zerteilen
  • Am bisherigen und neuen Standort die Erde mit Kompost und Sand aufbereiten, um die Segmente zu pflanzen
  • Je exakter die bisherige Pflanztiefe beibehalten wird, desto zügiger verläuft die Verwurzelung

In Topfkultur empfehlen wir, die Ährige Prachtscharte alle 1 bis 2 Jahre umzupflanzen. Spätestens wenn das Gefäß vollständig durchwurzelt ist, kommen Sie um diese Arbeit im zeitigen Frühjahr nicht mehr herum.

Schöne Sorten

  • Kobold: Kompakte Sorte, deren lilafarbene Blütenähren sich im kleinen Garten in Szene setzen; Wuchshöhe 30-40 cm
  • Floristan: Federige Blüten in leuchtendem Weiß zeichnen diese Ährige Prachtscharte aus; Wuchshöhe bis 80 cm
  • Callilepis: Ihre purpurfarbenen Federähren recken sich von Juli bis September der Sonne entgegen; Wuchshöhe bis 90 cm
  • Elegans: Edle Garten-Prachtscharte, deren lila-rote Blütenstände sich sanft im Sommerwind wiegen; Wuchshöhe 60 cm
  • Prärie-Prachtscharte: Majestätische Sorte deren Blütenähren sich bis 150 cm über den schmalen Blättern erheben
Text: Paula Jansen

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