glockenheide
Die Glockenheide kommt in Deutschland auch vereinzelt wild vor

Glockenheide: Pflanzen und pflegen

Glockenheiden ziehen mit ihrer buschigen Gestalt und dem rosafarbenen Blütenmeer die Blicke auf sich. Mittlerweile gibt es zahlreiche Sorten, welche die Farbpalette erweitern. Wenn Sie ihre besonderen Ansprüche an Standort und Pflege beachten, erweisen sich Glockenheiden als langlebige Zwergsträucher.

Herkunft

Hinter der Glockenheide verbirgt sich ein Gewächs der Ericaceae, die den wissenschaftlichen Namen Erica tetralix trägt. Die Art wächst in atlantisch geprägten Regionen Europas. Sie kommt in Spanien und Portugal sowie im nördlichen Frankreich vor. Ihr Areal erstreckt sich bis nach England und Dänemark. In Deutschland kommt die Glockenheide hauptsächlich in den nordwestdeutschen Tiefebenen vor. Häufig wird auch die verwandte Art Erica gracilis im Handel als Glockenheide angeboten. Sie kommt ursprünglich aus Südafrika.

Natürliche Lebensräume der heimischen Glockenheide:

  • Moore, Heidemoore und Moorwälder
  • Zwergstrauchheiden und Borstgrasrasen
  • Feuchte Heiden und Ufersäume von Weihern
  • Sandgruben und Waldlichtungen

Wachstum

Glockenheiden sind immergrüne Zwergsträucher, deren Triebe verholzen und starr aufrecht wachsen. Sie wachsen zwischen 15 und 50 Zentimeter hoch und tragen reduzierte Blätter, die an Nadeln erinnern.

Blätter

Die nadelförmigen Blätter werden zwischen drei und sechs Millimeter lang und sind quirlständig angeordnet. Die Blätter stehen sparrig vom Stängel ab und sind auf ihrer Oberseite steifhaarig bewimpert. Der Blattrand ist nach unten eingerollt. Diese Blattform ist eine Anpassung an die natürlichen Standorte, die arm an Nährsalzen sind.

Blüte

Die Heidekrautgewächse entwickeln einen buschigen bis kopfigen Blütenstand, der sich aus fünf bis 15 Einzelblüten zusammensetzt. Jede Blüte besteht aus vier Kelch- und der gleichen Anzahl an Kronblättern. Diese sind zu einer bauchigen Röhre verwachsen und umschließen acht Staubblätter.

Blütezeit

Während Erica tetralix zwischen Juni und September blüht, trägt Erica gracilis von September bis Dezember Blüten. Bei beiden Arten strahlen die Kronblätter in rosafarbenen Tönen. Die zahlreichen Sorten erweitern die Farbpalette um lilafarbene, rote oder weiße Nuancen. Nachdem die Blüten bestäubt wurden, bleiben die Kronblätter erhalten. Das macht die Pflanzen attraktiv, da sie eine lange Blütezeit vortäuschen.
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Frucht

Entsprechend der Blütezeit tragen die beiden Glockenheiden-Arten entweder im Herbst oder im Frühjahr Früchte. Die Kapselfrüchte öffnen sich entlang vorgebildeter Nähte und entlassen die winzigen Samen, die sich mit dem Wind verbreiten. Zur Fruchtreife fallen die verwelkten Kronblätter nicht ab, sodass die Kapseln tief in der Krone verborgen sind.

Verwendung

Glockenheiden bereichern naturnah gestaltete Heidegärten und Bienenweiden. Sie eignen sich zur Bepflanzung von Moorbeeten und Ufersäumen an Gewässern. Die Blütenpracht kommt besonders gut zur Geltung, wenn große Flächen mit den Heidekrautgewächsen bepflanzt werden. Sie eignen sich perfekt als Bodendecker und zur Hangbepflanzung. Aufgrund ihrer geringen Wuchshöhe können die Zwergsträucher in Schalen und Balkonkästen gepflanzt werden. Sie dekorieren Balkone und Terrassen. Für die Grabbepflanzung werden Glockenheiden gerne genutzt.

Ideale Kombinationspartner:

  • Besenheiden
  • Wacholder und Kiefern
  • Lungenkraut und Lerchensporn
  • Heidel- und Preiselbeeren
  • Fieberklee und Buschwindröschen

Welcher Standort ist geeignet?

Die Zwergsträucher bevorzugen halbschattige Standorte mit hellen Bedingungen. Sie wachsen bei reichlich Morgen- und Abendsonne am besten. Die pralle Mittagssonne bereitet den Pflanzen keine Probleme, wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Welche Erde braucht die Pflanze?

Glockenheiden wachsen auf nährstoffarmen und feuchten Substraten. Ideal sind sandige und anmoorige bis leicht torfige Böden. Kalk vertragen die Zwergsträucher nicht. Je feuchte der Boden ist, desto mehr Sonneneinstrahlung vertragen Glockenheiden. Trockene Bedingungen führen schnell dazu, dass die Blätter vertrocknen. Als Substrat hat sich Blumenerde oder Spezialerde für Rhododendren als vorteilhaft erwiesen. Die Erde kann pur genutzt oder mit Sand gemischt werden.

Substrat selbst mischen:

  • ein Teil Torf oder Torfersatz
  • ein Teil Moorerde
  • drei Teile Koniferenerde
  • ein Teil Sand

Glockenheide vermehren

Sowohl Erica tetralix als auch die verwandte Erica gracilis werden erfolgreich durch Stecklinge vermehrt. Auch Teilung und Absenker bringen Nachkommen hervor. Die Aussaat gestaltet sich schwieriger und gehört daher nicht zu den Standardmethoden.

Teilung

Während des Frühjahrs können Sie den Wurzelballen der Glockenheide ausgraben und mit einem scharfen Messer zerteilen. Die Teilpflanzen sollten kräftige Wurzeln und mehrere Sprosse besitzen, damit sie gut anwachsen können. Pflanzen Sie die Tochterpflanzen sofort an ihren Platz, damit die Wurzeln nicht austrocknen.

Absenker

Für diese Vermehrungsmethode wird ein kräftiger Seitentrieb zum Boden gebogen und kreuzweise an der Spitze angeritzt. Dieser Teil wird mit einem Stein auf dem Substrat fixiert, sodass die Triebspitze nicht bedeckt ist. Nach regelmäßiger Bewässerung entwickelt der Absenker innerhalb einiger Wochen Wurzeln und der Trieb kann von der Mutterpflanze getrennt werden.

Stecklinge

Schneiden Sie von einer kräftigen Mutterpflanze Stecklinge ab, die etwa zehn bis 15 Zentimeter lang sind. Die Triebe können leicht verholzt sein. Achten Sie darauf, dass das Gewebe an den Schnittstellen nicht zerquetscht wird. Stecken Sie die Triebe in ein nährstoffarmes Substrat wie Moorbeeterde. Ein optimales Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit entwickelt sich unter einer transparenten Abdeckung. Nach einigen Wochen haben die Stecklinge Wurzeln entwickelt.

Was ist die beste Pflanzzeit?

Wenn die Gärtnereien voll mit Glockenheiden sind, können diese sofort in den Garten gepflanzt werden. Lockern Sie das Substrat auf und heben Sie das Loch so tief aus, dass der Wurzelballen etwa einen Zentimeter mit Substrat bedeckt ist. Bevor Sie die Pflanze einsetzen, sollte der Wurzelballen in ein Wasserbad getaucht werden. Achten Sie in den ersten Wochen nach der Pflanzung auf eine regelmäßige Bewässerung.

Glockenheide im Topf

Glockenheiden eignen sich für die Kübelpflanzung, da sie nicht sehr hoch wachsen. Die Wurzeln vertragen keine Staunässe. Bedecken Sie den Kübelboden mit Tonscherben und Steinen, damit die Wurzeln nicht im Wasser stehen. Ideal ist ein Pflanzgefäß mit einem Abzugsloch, sodass überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Im Topf zieren Glockenheiden sonnige bis halbschattige Balkone. Je nach Art sollten Sie auf einen ausreichenden Winterschutz achten. Da das Substrat im Kübel schneller friert, sollten auch winterharte Sorten vor Frost geschützt werden.

Glockenheide gießen

Erica gracilis und Erica tetralix haben einen höheren Wasserbedarf. Trockenheit führt schnell dazu, dass die Zwergsträucher vertrocknen. Überprüfen Sie den Feuchtigkeitsgehalt des Substrat während heißer Sommermonate regelmäßig. Topfpflanzen müssen häufiger gegossen werden, da das Substrat schneller austrocknet. Nutzen Sie kalkfreies Wasser. Regenwasser ist ideal geeignet.

Glockenheide richtig düngen

Als Pflanzen nährstoffarmer Standorte benötigen Glockenheiden selten Düngergaben. Spezialdünger für Azaleen und Rhododendren regen die Zwergsträucher zu Wachstumsschüben an. Kübelpflanzen erfreuen sich alle vier Wochen über zusätzliche Nährstoffe. Für diese Pflanzen können Sie einen flüssigen Blühpflanzendünger in schwacher Konzentration verwenden.

Glockenheide richtig schneiden

Jedes Jahr nach der Blüte können die verwelkten Blütenstände abgeschnitten werden. Das animiert die Zwergsträucher zur Bildung frischer Triebe. Sie wachsen buschig und entgehen einer inneren Verkahlung. Wenn Sie Glockenheiden im ersten Jahr auf etwa zwei Drittel zurückschneiden, treibt die Jungpflanze besonders kräftig aus. In den Folgejahren können Sie den Strauch bis knapp über die Vorjahresschnitthöhe zurückschneiden.

Winterhart

Nicht jede Glockenheide ist gleichermaßen winterhart. Die aus Südafrika stammende Erica gracilis verträgt Temperaturen im einstelligen Minusbereich. Unter -6 °C erfrieren die Wurzeln. Erica tetralix ist gut winterhart und übersteht auch niedrigere Temperaturen bis in den zweistelligen Bereich. Da die Sträucher immergrün sind, benötigen sie auch im Winter ausreichend Wasser. Gießen Sie die Pflanzen an frostfreien Tagen, damit es nicht zu Trockenstress kommt.

Kübelpflanzen können je nach Art und mit dem entsprechenden Winterschutz draußen bleiben. Nicht winterfeste Arten verbringen die kalten Monate in einem hellen Winterquartier mit Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Ihr Wurzelballen darf im Winter nicht austrocknen.
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Pilzbefall

Unter suboptimalen Standortbedingungen kann es zur Ausbreitung von Pilzen kommen. Diese können die Pflanzen stark schädigen und sollten schnell bekämpft werden.

Mehltau

Die Sporen setzen sich auf den Trieben und Blättern ab und hinterlassen einen mehligen Belag. Mit einem Gemisch aus zehn Prozent Vollmilch und 90 Prozent Wasser können Sie den Pilz bekämpfen. Sprühen Sie die betroffenen Pflanzen regelmäßig mit der Lösung ein. Betroffene Triebe sollten großzügig abgeschnitten werden.

Grauschimmel

Der Pilz besiedelt faulige Pflanzenteile, die sich durch Staunässe entwickeln. Die Sträucher vertrocknen, da sie ihren Wasserhaushalt nicht aufrecht halten können. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und Wurzeln großzügig. Lassen Sie die Pflanze an der Luft trocknen, bevor Sie den Wurzelballen einpflanzen.

Wenn sich Grauschimmel im Moorbeet verbreitet hat, sollten die Pflanzen zwischenzeitlich in Kübel mit keimfreiem Substrat gesetzt werden. Tauschen Sie das Substrat aus und setzen Sie die Zwergsträucher ein, sobald die Gefahr eines Grauschimmelbefalls gebannt ist.

Schädlinge

Gelegentlich werden Glockenheiden von Schädlingen befallen, die sich unter trockenen und warmen Bedingungen ausbreiten.

Heideblattkäfer

Die Schädlinge fressen Blätter und Triebspitzen. Larven der Käfer ernähren sich von der feinen Außenhaut der Blätter, sodass diese wie vertrocknet erscheinen. Am Abend können die Käfer von den Pflanzen abgesammelt werden. Gegen Larven hilft eine Spritzkur mit Pflanzensuden.

Blattläuse

Sie lassen sich mit ölhaltigen Präparaten bekämpfen. Besprühen Sie die Pflanzen mit Niem- oder Teebaumöl. Der schmierige Film legt sich über Triebe und Blätter, sodass die Schädlinge darunter eingeschlossen sind.

Tipps

Die rustikale Glockenheide kommt im silbernen Zinktopf besonders gut zur Geltung. In der verzinkten Gießkanne mit Patina verschönert der blütenreiche Zwergstrauch Bauerngärten.

Sorten

  • Beauty Queens(R): Erica gracilis-Serie. Eine Züchtungen mit gelbem Laub. Kolbenförmige Blütenstände mit purpurrosa, roten oder weißen Blüten.
  • Alba: Erica tetralix-Sorte. Hellgrau bis grünliches Laub, silbrig behaart. Blüten weiß, zwischen Juni und Oktober.
  • Pink Star: Erica tetralix-Sorte. Laub silbrig graugrün. Blüten hellrosa, von Juli bis Oktober.
  • Con Underwood: Erica tetralix-Sorte. Aufrechter Wuchs, Laub graugrün. Blüten dunkel gefärbt, lila bis rosa. Blüht von Juli bis Oktober.

Text: Christine Riel Artikelbild: nito/Shutterstock

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