So werden Ihre Orchideen zudringliche Läuse wieder los – Tipps für die Bekämpfung

Sie sind winzig klein, fähig zur Jungfernzeugung und saugen Orchideen den Pflanzensaft aus den Blattadern. Läuse zeigen keine Ehrfurcht vor der Königin der Blumen, sondern breiten sich explosionsartig auf Blättern und Trieben aus. Wie Sie der Plage einen Riegel vorschieben, verdeutlichen unsere Tipps für die erfolgreiche Bekämpfung. So gelingt es ohne chemische Mittel.

Orchideen Wollläuse
Watteähnliche Substanzen deuten auf Läusebefall hin

Diese Symptome signalisieren einen Befall mit Läusen

Läuse treten in mannigfaltigen Erscheinungsformen auf. Woll- und Schmierläuse sind 3-5 mm klein, weiß, hellbraun oder rosa gefärbt und mit einer schmierenden, wolligen Behaarung. Demgegenüber sind Deckel- oder Napfschildläuse ebenso winzig und befinden sich unter einem panzerartigen Schild, der eine Bekämpfung ungemein erschwert. Gelblich-grüne bis dunkle Blattläuse sind 2-7 mm klein und mobiler als andere Läuse. Die häufigsten Symptome für einen Befall haben wir hier für Sie zusammengefasst:

  • Weiße Gespinste und kleine Wattebäusche deuten auf Woll- und Schmierläuse hin
  • Winzige Höcker auf den Blättern zeigen die Anwesenheit von Schildläusen an
  • Blattläuse besiedeln in Heerscharen zuerst die Unterseiten des Laubs

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Indem die Läuse den Orchideen den Lebenssaft entziehen, werden diese extrem geschwächt. Im fortgeschrittenen Stadium verformen sich die Blätter und sterben ab. Triebe sowie Pseudobulben verkrüppeln und es breiten sich Pilzinfektionen aus.

Läuse mit natürlichen Mitteln bekämpfen – So geht es

Haben Sie die Schädlinge ausfindig gemacht, stellen Sie die betroffene Orchidee bitte sogleich unter Quarantäne. Im frühen Befallsstadium bestehen gute Aussichten, die Plage mit natürlichen Mitteln zu bekämpfen, statt zu chemischen Insektiziden zu greifen. Diese Methoden haben sich in der Praxis gut bewährt:

  • Die Wurzeln in eine Plastiktüte verpacken, um die Pflanze kopfüber mit möglichst kräftigem Wasserstrahl abzubrausen
  • Im Anschluss die Blätter abwischen mit einem alkoholgetränkten Tuch
  • Einzelne Woll-, Schmier- und Schildläuse wiederholt betupfen mit einem in Spiritus getauchten Wattestäbchen

An Orchideenarten mit kräftigen Blättern beseitigt die klassische Schmierseifen-Lösung alle verbliebenen Läuse auf Dauer. Zu diesem Zweck lösen Sie 15 Gramm Schmierseife (4,95€ bei Amazon*) auf in 1 Liter Wasser und geben 1 Esslöffel Spiritus hinzu. Mit dieser Mischung besprühen Sie die Ober- und Unterseiten der Blätter im Abstand von 2 Tagen, bis keine Läuse mehr auftreten.

Neemhaltige Insektizide helfen bei hohem Befallsdruck

Erzielen Naturmittel nicht den erhofften Erfolg, hält der Fachhandel wirksame Insektizide mit natürlichen Inhaltsstoffen für Sie bereit. An dickblättrigen Orchideen, wie Phalaenopsis oder Dendrobium, vernichten Sie die Läuse mit Akarizid Spritzmitteln. Im Zweifel testen Sie das Insektizid im Vorfeld an einem einzelnen Blatt.

Tipps

Eine sachgemäß gepflegte Orchidee entwickelt eigene Abwehrkräfte gegen Schädlinge und Krankheiten. Zu den zentralen Kriterien in der Pflege zählt ein heller, nicht vollsonniger Standort mit angenehmen Zimmertemperaturen. Sprühen Sie Blätter und Luftwurzeln täglich ein mit gefiltertem Regenwasser. Von Frühjahr bis zum Herbst geben Sie dem Gießwasser einen flüssigen Spezialdünger für Orchideen hinzu.

Text: Paula Jansen

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