So bekämpfen Sie Schimmel an Orchideen richtig

Breitet sich auf den Luftwurzeln und im Substrat ein weißer Belag aus, ist eine Orchidee von Schimmel befallen. Wird den Erregern jetzt kein Einhalt geboten, steht die florale Existenz auf dem Spiel. Lesen Sie hier, wie Sie Schimmel mit einfachen Maßnahmen wirksam bekämpfen.

Orchidee schimmelt
Bei Schimmel im Substrat oder an der Orchidee sollte schnell gehandelt werden

Schimmelige Orchidee umtopfen – So geht es

Schimmel an Orchideen ist nicht unter Kontrolle zu bekommen, indem lediglich die befallenen Luftwurzeln abgeschnitten und befallene Substratstücke aussortiert werden. Die Erreger sind für das menschliche Auge lange unsichtbar, bevor sie sich als mehlig-grauer Belag zeigen. Wir empfehlen, bereits bei den ersten Anzeichen die betroffene Pflanze unter Quarantäne zu stellen und zeitnah umzutopfen. In diesen Schritten gehen Sie dabei fachgerecht vor:

  • Die schimmelige Orchidee austopfen, um das Substrat mit scharfem Wasserstrahl abzubrausen
  • Mit einer sauberen, frisch geschärften Schere oder einem Skalpell die infizierten Wurzeln abschneiden
  • Einen neuen Kulturtopf zur Hand nehmen und mit einer 1-2 cm hohen Drainage aus Blähton füllen
  • Darüber eine Handvoll frisches Orchideensubstrat einfüllen

Setzen Sie die ausgetopfte Orchidee mit einer Drehbewegung in die frische Pinienrinde. Daraufhin füllen Sie weiteres Substrat sukzessive nach, wobei Sie ab und zu den Topf auf den Tisch stoßen für eine lückenlose Verteilung. Da sich der Schimmel infolge zu hoher Feuchtigkeit bilden konnte, gießen oder tauchen Sie die Pflanze in den ersten Tagen nicht. Lediglich tägliches Besprühen mit kalkfreiem Wasser versorgt Wurzeln und Blätter mit der nötigen Feuchtigkeit.

Tipps für die Vorbeugung gegen Schimmel

Schimmelsporen fühlen sich überall dort wohl, wo eine kontinuierliche Feuchtigkeit dominiert. Da Orchideen gleichwohl nach einer hohen Luftfeuchtigkeit verlangen, ist in dieser Hinsicht eine gute Portion Fingerspitzengefühl gefragt. Sie entziehen Schimmel die Lebensgrundlage, wenn Sie die folgenden Aspekte in der Pflege beherzigen:

  • Luftwurzeln und Blätter alle 2-3 Tage besprühen
  • Eine Orchidee erst dann gießen, wenn das Substrat gut angetrocknet ist
  • Idealerweise den Wurzelballen in weiches, lauwarmes Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr erscheinen
  • Überschüssiges Wasser stets sorgfältig ablaufen lassen, bevor der Kulturtopf in den Übertopf kommt
  • Im Winter nur sehr sparsam wässern und häufiger besprühen

Für die erwünschte Luftfeuchtigkeit von mehr als 50 Prozent sorgen einfache Luftbefeuchter, die kostengünstig im Handel angeboten werden. Im Winter stellen Sie auf jeden aktiven Heizkörper eine mit Wasser gefüllte Schale. Hilfreich sind überdies ein plätschernder Zimmerbrunnen oder ein Aquarium im Raum. Einen vorhandenen Untersetzer füllen Sie einfach mit Blähton und Wasser.

Tipps

Sind die Blätter einer Orchidee mit einer mehlig-grauen Patina überzogen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um Schimmel, sondern um die Pilzinfektion Mehltau. Schneiden Sie das kranke Laub im frühen Stadium nicht ab. Stattdessen bekämpfen Sie die Krankheit mit einem Mix aus kalkfreiem Wasser und frischer Milch im Verhältnis 9:3. Die Lösung wird auf die Ober- und Unterseiten alle 2 Tage versprüht, bis der Belag verschwindet.

Text: Paula Jansen

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