Wenn Orchideen kleben – Das ist jetzt zu tun

Das Phänomen klebriger Blätter tritt vornehmlich an den beliebten Orchideenarten Phalaenopsis und Cattleya auf. Dabei handelt es sich um einen natürlichen Prozess, der auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist. Lesen Sie hier, warum die klebrige Absonderung auftritt. So gehen Sie damit richtig um.

Orchidee klebrig
Wenn Orchideen kleben, ist das meist kein gutes Zeichen

Häufigste Ursache für klebrige Blätter: Stress pur

Bilden sich harzige Tröpfchen auf dem Laub, signalisieren Orchideen eine Befindlichkeitsstörung. Diese beruht zumeist auf Stress infolge von zu großen Temperaturschwankungen am Standort. Phalaenopsis und Cattleya favorisieren eine gut austarierte Wärmeskala, die nicht um mehr als 5 Grad Celsius fluktuieren sollte. Schaffen Sie die folgenden Rahmenbedingungen am Standort, bleibt die klebrige Absonderung aus:

  • Temperaturen im Sommer 20 bis 28 Grad, im Winter 16 bis 20 Grad Celsius
  • Helle Lichtverhältnisse, ohne pralle Sonneneinstrahlung zur sommerlichen Mittagszeit
  • Hohe Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 Prozent

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Mit einem einfachen Minimum-Maximum-Thermometer können Sie genau nachvollziehen, ob es am Standort zu den problematischen Schwankungen von mehr als 5 Grad Celsius zwischen Tag und Nacht kommt.

Staunässe bringt Orchideen ins Schwitzen

Kommt es zu einer Kombination aus Staunässe und hoher Luftfeuchtigkeit, wird die lebenswichtige Transpiration behindert. Um den Wasserstrom dennoch aufrecht zu erhalten, pressen Orchideen in ihrer Not die Feuchtigkeit durch die Spaltöffnungen der Blätter, was als klebrige Absonderung zu erkennen ist. Diesen Prozess bezeichnen Botaniker als Guttation.

Kann Staunässe als Ursache für klebrige Blätter diagnostiziert werden, topfen Sie die Orchidee idealerweise um, sofern sie sich nicht gerade inmitten ihrer Blütezeit befindet. Andernfalls lassen Sie das Substrat gut antrocknen und gießen ab sofort sparsamer.

Blattläuse verursachen klebrige Blätter

Können Standortprobleme und Staunässe als Ursachen ausgeschlossen werden, rücken Blattläuse als Auslöser in den Fokus. Die Schädlinge stechen die Blätter an und saugen den Pflanzensaft auf. Die Abfallstoffe scheiden sie als klebrige Absonderung aus. Haben Sie die winzigen Läuse auf den Unterseiten des Laubs entdeckt, dann gehen Sie so vor:

  • Die Blätter abwischen mit einem feuchten, weichen Tuch
  • Eine Lösung herstellen aus 1 Liter Wasser, 1 Esslöffel Schmierseife (32,68€ bei Amazon*) und 1 Teelöffel Spiritus
  • Damit die befallene Orchidee in Intervallen von 2 bis 3 Tagen besprühen

Isolieren Sie die Pflanze, solange sich Blattläuse darauf tummeln, um eine weitere Ausbreitung zu unterbinden.

Blätter konsequent abwischen

Die harzigen Tröpfchen auf Orchideen enthalten im wesentlichen Zucker und andere Nährstoffe. Wischen Sie die klebrige Absonderung bitte regelmäßig mit einem weichen Tuch ab. Sofern Blattläuse diese nicht bereits verursachten, werden die Plagegeister und andere Schädlinge davon magisch angezogen.

Tipps

Es besteht kein Grund, die klebrigen Blätter an Orchideen abzuschneiden. Die klebrige Absonderung ruft keine Krankheiten hervor und ist nicht infektiös. Bleiben Sie bitte auch in diesem Fall dem Grundsatz treu, dass an Orchideen lediglich vollkommen abgestorbene Pflanzenteile geschnitten werden dürfen.

Text: Paula Jansen

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