Schädlinge befallen vor allem Zimmeroliven

Oliven sind sehr pflegeleichte und im Grunde äußerst robuste Bäume, die nur selten von Schädlingen, Pilzen oder Krankheiten befallen werden. Meist geht ein solcher Befall auf eine unsachgemäßige Pflege, insbesondere im Winter, zurück.

Olivenbaum Schädlinge

Olivenfruchtfliege in Deutschland selten

In den Anbauländern gefürchtet, aber hierzulande eher selten – d. h. bislang nicht bekannt – ist die Olivenfruchtfliege. Dieser auf Oliven spezialisierte Schädling legt seine Eier in die noch unreifen Früchte und kann nicht nur selbst Schädigungen am Baum verursachen, sondern auch das Bakterium Pseudomonas syringae übertragen. Dieses Bakterium verursacht den nicht heilbaren Olivenkrebs, der sich durch starke Zellwucherungen an Zweigen und Stamm bemerkbar macht. Auch andere, in den herkömmlichen Anbauländern gefürchtete, Schädlinge sind derzeit hierzulande noch nicht nachgewiesen.

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Häufiger Befall mit Schildläusen und Wollläusen

Stattdessen werden deutsche Oliven oft von hartnäckigen Schild- und Wollläusen geplagt, insbesondere dann, wenn die befallene Olive nicht optimal überwintert wurde. Die Pflanzenläuse lieben Wärme und befallen bevorzugt geschwächte Pflanzen. Demzufolge sind Zimmeroliven oder Oliven in der Winterruhe die perfekten Opfer. Pflanzenläusen können Sie am besten vorbeugen, indem Sie die Oliven im Freien bzw. an einem kühlen und hellen Standort bei maximal 10 °C überwintern. Leichter Frost tötet die Schädlinge dabei ab. Im Sommer stellen Sie befallene Oliven am besten in die pralle Sonne – und separieren sie von anderen Pflanzen, damit der Befall sich nicht ausbreitet.

Auch Spinnmilben und Blattläuse sind häufig

Ebenfalls ein Kennzeichen falscher Überwinterung ist ein Befall mit Spinnmilben. Diese sehr weit verbreiteten Pflanzenschädlinge stammen oft aus nur unzureichend desinfizierter Blumenerde. Sie sitzen an der Blattunterfläche und können an dem namensgebenden, weißen Gespinst identifiziert werden. Spinnmilben lieben Trockenheit -und zwar ebenso trockene Raumluft wie trockene Erde.

Bekämpfung von Spinnmilben

Spinnmilben werden Sie recht einfach wieder los:

  • kleine Olivenbäume kräftig gießen und anschließend in eine Plastiktüte stecken
  • das Bäumchen so einige Tage stehen lassen
  • in der Tüte entwickelt sich ein feuchtes Klima, das die Spinnmilben zum Absterben bringt
  • größere Bäume bzw. alternativ mit Brennnesselsud rundherum einsprühen

Auch Blattläuse sitzen vermehrt an der Blattunterseite bzw. an jungen Trieben. Da dieses Ungeziefer Blätter und Triebe verkümmern lässt, ist eine Behandlung sinnvoll. Auch hier hilft das Einsprühen mit Brennnesselsud.

Herstellen von Brennnesselsud

  • Pflücken Sie etwa 250 Gramm Brennnesselblätter – Handschuhe nicht vergessen!
  • Hacken Sie diese grob klein.
  • Weichen Sie die Brennnesseln für 24 Stunden in zwei Liter Wasser ein.

Besprühen Sie die befallenen Pflanzen an mehreren Tagen hintereinander mit dem unverdünnten Sud.

Tipps & Tricks

Schädlinge lassen sich vorbeugen, indem Sie Ihre Olive entsprechend ihrer Bedürfnisse überwintern, nicht zu trocken halten und zudem ausschließlich sterile Erde zum Einpflanzen verwenden.

Text: Ines Jachomowski

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