Warum hat Oleander nach dem Winter vertrocknete Blätter?

In seiner Eigenschaft als Pflanze aus dem Mittelmeerraum zaubert der Oleander zwar einen mediterranen Hauch in den heimischen Garten, ist aber auch nicht unbedingt unkompliziert in der Pflege. Insbesondere während des Winters gilt es, einige wichtige Hinweise zu beachten, damit der Oleander nach dem Winter keine vertrockneten Blätter bekommt.

Oleander verliert Blätter nach Winter
Trockene Blätter nach dem Winter können die Folge von Frostschäden sein

Vertrocknete Blätter durch Frostschäden

Sind die Blätter grün und sitzen fest an den Trieben, jedoch zugleich knochentrocken und zerbröseln leicht, dann haben sie vermutlich einen Frostschaden. Dieser kann auch dann auftreten, wenn die Pflanzen vermeintlich winterfest gemacht wurden – beispielsweise warm eingepackt wurden oder in einem (nicht frostsicheren) Gartenhäuschen überwintert haben. Bei der frostempfindlichen Pflanze genügt oft schon eine frostige Nacht, damit der Oleander erfriert. Ob das betroffene Exemplar noch zu retten ist, hängt dabei vor allem von der Beschaffenheit der Wurzeln ab: Sind diese intakt, können Sie den Oleander stark zurückschneiden und er wird neu austreiben. Haben jedoch auch die Wurzeln Frost abbekommen, ist die Pflanze in den meisten Fällen nicht mehr zu retten.

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Oleander nach dem Ausräumen langsam an die Sonne gewöhnen

Wenn der Oleander nach dem Winter vertrocknete Blätter bekommt, liegt das nicht unbedingt an Winterschäden. Viele Schäden entstehen auch durch ein zu rasches Ausräumen aus dem Winterquartier. Grundsätzlich gilt, dass Sie den Oleander nicht direkt aus der dunkleren Überwinterung in die Sonne stellen dürfen. Stattdessen gehört der Strauch zunächst einmal stundenweise in den Schatten. Die Außen- sowie die Sonnenstunden werden nur langsam verlängert.

Oleander auch im Winter regelmäßig gießen

Ein weiterer häufiger Fehler beim Überwintern des Oleanders ist, dass das Gießen vergessen wird bzw. zu selten vorgenommen wird. Oleander braucht zwar in der kalten Jahreszeit deutlich weniger Wasser als während der Wachstumsperiode, sollte jedoch trotzdem etwa einmal die Woche gegossen werden.

Trockenfäule tritt häufig nach dem Winter auf

Vertrocknete Blätter, Blütenstände und Triebe nach der Winterpause sind außerdem häufig ein Merkmal für die so genannte Trockenfäule (Ascochyta), einer für Oleander typischen Pilzerkrankung. Diese tritt meist während oder nach der Überwinterung auf und befällt die oberirdischen Teile des Strauches, um dann allmählich in Richtung der Wurzeln zu wandern. Dieser Erkrankung kann nur mit vorbeugenden Spritzungen entgegnet werden.

Tipps

Kalt überwinterte Pflanzen können Sie generell früher aus dem Winterquartier ausräumen als wärmer überwinterte. Erstere haben über die kalte Jahreszeit eine gewisse Abhärtung erfahren und sind daher robuster.

Text: Ines Jachomowski

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