Die häufigsten Krankheiten und Schädlinge am Oleander

Eigentlich sind Oleander sehr pflegeleichte Pflanzen, die in ihren warmen Heimatregionen ohne irgendwelche besonderes Maßnahmen üppig wachsen und gedeihen. Da die Sträucher jedoch bei uns nicht ausreichend winterhart sind, werden sie hierzulande bevorzugt in Kübeln kultiviert. Diese Haltung begünstigt allerdings eine ganze Reihe verschiedener Krankheiten, da Kübeloleander oft aufgrund von falscher bzw. mangelnder Pflege geschwächt und daher anfälliger für Erreger und auch Schädlinge sind.

Oleander Schädlinge
Läuse haben Oleander zum Fressen gern
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Häufige Krankheiten und wie man sie behandelt

Einige Krankheiten – meist durch Bakterien oder Pilze verursacht – treten bei Oleander sehr häufig auf. In vielen Fällen holen Sie sich die Erreger schon mit dem Kauf eines neuen Oleanderstrauches ins Haus, weshalb eine zunächst isolierende Haltung des Neuzugangs sinnvoll ist – damit verhindern Sie eine sich auch bei anderen Pflanzen ausbreitende Infektionswelle. Derart eingeschleppte Erkrankungen machen sich sehr schnell bemerkbar und können, je früher Sie sie erkennen und bekämpfen, recht gut in den Griff bekommen. Als vorbeugende Maßnahmen können Sie lediglich dafür sorgen, die Oleander so gewissenhaft wie möglich zu pflegen sowie ihnen einen warmen und sonnigen Standort ohne Zugluft zu gewähren. Außerdem ist ein vorbeugendes Spritzen beispielsweise mit Fungiziden möglich, was in der Regel im Herbst durchgeführt wird. Allerdings reagieren viele Oleander auf fungizide Pflanzenschutzmittel sehr empfindlich.

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Oleanderkrebs (Pseudomonas)

Der durch Pseudomonas-Bakterien verursachte Oleanderkrebs ist eine der häufigsten Erkrankungen. Im Grunde sind nahezu alle Oleander bereits mit den Erregern infiziert, wobei die Krankheit nicht immer ausbricht. Folgende Kennzeichen sind typisch:

  • Meist zeigen sich die ersten Symptome an den Blüten bzw. Knospen.
  • Blüten und Knospen verkümmern und können sich nicht richtig entfalten.
  • Stattdessen verdicken sie sich, werden oftmals schwarz und – im Falle von infizierten Knospen – platzen sie.
  • Verkrüppelte Knospen öffnen sich erst gar nicht.
  • An den Trieben zeigen sich blumenkohlartige Wucherungen.
  • Befallene Triebe können abknicken oder abbrechen.
  • An den Blättern zeigen sich braune Stellen bzw. die Blätter färben sich braun.
  • Die braunen Stellen platzen schließlich auf und das Blatt krümmt sich.

Eine Bekämpfung ist nur mit starken Schnittmaßnahmen möglich, bei denen Sie befallene Pflanzenteile bis weit ins gesunde Holz zurückschneiden. Wirksame, für den Hausgarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gibt es leider nicht. Außerdem wird die Krankheit höchstwahrscheinlich immer wiederkehren, sofern sie einmal ausgebrochen ist – die Bakterien stecken in der Pflanze drin und lassen sich nicht entfernen.

Trockenfäule (Ascochyta)

Die Trockenfäule wird durch Pilze verursacht und tritt zumeist infolge einer Überwinterung oder nach einem verregneten Sommer auf. Auch hier sind zunächst die Blüten betroffen, die vertrocknen und abfallen. Bei fortschreitender Erkrankung zeigen sich die Symptome auch bei den Trieben und wandern von dort aus weiter bis zu den Wurzeln. Sind erst einmal die Wurzeln betroffen, ist der Oleander in der Regel nicht mehr zu retten. Auch in diesem Fall ist eine Bekämpfung nur durch einen radikalen Rückschnitt bis weit ins gesunde Holz möglich. Handeln Sie so schnell wie möglich, um ein Vordringen des Pilzes bis zur Basis zu verhindern. Allerdings sind hier vorbeugende Maßnahmen mit fungiziden Spritzmitteln möglich, damit eine Infektion erst gar nicht stattfindet. Die entsprechenden Mittel werden am besten im Herbst gespritzt. Übrigens: Um die Wahrscheinlichkeit einer Infektion zu minimieren, sollten Oleander niemals im Herbst geschnitten werden – die dabei entstehenden Wunden sind ideale Eintrittspforten für Pilze und andere Krankheitserreger.

Grauschimmel (Botrytis)

Der durch den Botrytis-Pilz verursachte Grauschimmel befällt ausschließlich die Blüten des Oleanders, bevorzugt bei den Sorten mit den gefüllten Blüten. Die Krankheit tritt vornehmlich im Winterquartier, aber auch in feuchten und warmen Sommern bzw. bei hoher Luftfeuchtigkeit auf. Vorbeugend können Sie pilzabtötende Mittel spritzen bzw. die Oleanderblüten vor dem Einräumen ins Winterquartier abzupfen. Auch in verregneten Sommern kann es sinnvoll sein, Verblühtes zu entfernen und so Risikofaktoren auszuschalten. Bevorzugen Sie beim Kauf selbstreinigende Oleandersorten, denn diese sind in der Regel deutlich weniger gegen Grauschimmel empfindlich als andere.

Häufige Schädlinge und wie man sie behandelt

Insbesondere während der Wintermonate kommt es oft zu einem Befall mit verschiedenen Pflanzensaft saugenden Schadinsekten. Aufgrund der wenig optimalen Bedingungen während der kalten Jahreszeit ist Oleander besonders anfällig für Spinnmilben und Co. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren und rechtzeitig einzuschreiten – je früher Sie einen Befall bemerken und gegensteuern, desto schneller verschwinden die lästigen Tierchen wieder.

Blattläuse

Diese hartnäckigen Schädlinge sind nur an den weichen Trieben des Oleanders zu finden, vornehmlich jedoch an den Blütenständen sowie an den neuen Trieben. Problematisch sind dir allem die klebrigen Ausscheidungen der Blattläuse, denn diese können einen Pilzbefall (insbesondere mit Rußpilzen) fördern. Blattläuse lassen sich mit einem scharfen Wasserstrahl abspritzen, beispielsweise unter der Dusche. Die Behandlung sollte mehrfach wiederholt werden.

Spinnmilben

Diese winzig kleinen Tierchen sind sehr schwer zu entdecken, denn sobald die typischen feinen Gespinste mit bloßem Auge zu erkennen sind, haben sie sich bereits stark ausgebreitet. Spinnmilben lassen sich – auch vorbeugend – sehr gut mit Pflanzenschutzmitteln auf Rapsölbasis behandeln.

Woll- und Schmierläuse

Auch diese ebenfalls sehr häufigen Pflanzenläuse lassen sich mit Mitteln auf Rapsölbasis gut bekämpfen, alternativ hilft auch das regelmäßige Abwischen mit einer Schmierseifenlösung.

Tipps

Wenn der Oleander seine Knospen abwirft, so ist häufig mangelndes Licht – beispielsweise infolge einer Schlechtwetterperiode – die Ursache.

Text: Ines Jachomowski

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