Wenn Motten im Blumentopf wohnen

Bei Motten denkt jeder sofort an Kleidermotten, die Löcher in die Kleidung fressen. Doch Motten sind nicht nur Textilschädlinge, sie befallen unter anderem auch Lebensmittel. Selbst in der Blumenerde findet man mottenähnliche Tiere, die bekämpft werden sollten.

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Kleine, weiße Motten im Blumentopf sind vermutlich Mottenschildläuse

Die Fluginsekten in der Blumenerde

Meist handelt es sich nicht um Motten, sondern um Mottenschildläuse, die tatsächlich wie Motten aussehen. Allein in Europa gibt es 17 Arten, die der Laie kaum unterscheiden kann. Wenn die Tiere in Massen auftreten, können sie besonders in gewerblichen Treibhäusern Schäden anrichten.
Auch im heimischen Blumentopf haben diese kleinen Schädlinge nichts zu suchen.

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Bekämpfung der „Motten“

Hier unterscheidet man unter anderem chemische oder biologische Mittel:

  • biologische Bekämpfung mit Schlupfwespen
  • chemische Bekämpfung mit Pheromonfallen (Klebefallen)
  • Austausch der Erde im Blumentopf

Der Einsatz der Schlupfwespen

Treten die „Motten“ im Garten auf, kann der Einsatz von Schlupfwespen (21,90€ bei Amazon*) gute Erfolge bringen. Diese Tiere sind winzig klein und für den Menschen nicht gefährlich. Sie legen mit ihrem Legestachel Eier in Eier der „Motten“. Es entwickelt sich eine Wespenlarve, die sich vom Ei des Schädlings ernährt bis sie schlüpft.

Pheromonfallen

Sie bestehen aus einem Stück Karton, welcher mit Sexuallockstoff (Pheromon) versehen ist. Der Duft lockt männliche Tiere an, die hier eine weibliche „Motte“ erwarten. Statt dessen hält sie eine Klebeschicht fest, sie sterben ab. So wird Nachwuchs verhindert, die Population verkleinert sich. Die Pheromonfallen sollten etwa drei Monate aufgestellt werden.
Im Garten angewandt, ziehen die Klebetafeln auch noch andere Insekten an. Sind die Tafeln voll, müssen sie ausgetauscht werden. Stellt man die Tafeln auf der Fensterbank im Zimmer auf, sollten die Fenster geschlossen bleiben, um eine gute Wirkung zu erzielen.

Andere Bekämpfungsmöglichkeiten

Wer keine Lust auf Schlupfwespen oder Lockstoffe hat und auch nicht warten möchte, bis alle „Motten“ ausgestorben sind, der topft seine Blumen einfach um. Dazu wird die Pflanze aus dem Topf genommen und soviel Erde wie möglich von den Wurzeln geschüttelt. Nur so kann es gelingen, die kleinen Falter und ihre Nester zu beseitigen.
Der Blumentopf muss nun gründlich geschrubbt werden. Eine Spülung mit heißem Essigwasser dringt auch in die kleinsten Ritzen, in denen gerne Eier abgelegt werden. Nun lässt man den Topf am besten in der Sonne austrocknen. Danach kann er wieder mit qualitativ hochwertiger Blumenerde bepflanzt werden.

Text: Gartenjournal.net
Artikelbild: Kari Marttila/Shutterstock

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