Moosrose pflanzen und pflegen

Lesen Sie hier im kommentierten Moosrose-Steckbrief wissenswerte Hinweise aus Wachstum, Blüte und Blatt. Viele lesenswerte Pflege-Tipps rund um Rosa centifolia muscosa und schöne Moosrosen-Sorten.

moosrose
Die Moosrose wird auch Provence-Rose genannt

Steckbrief

  • Wissenschaftlicher Name: Rosa centifolia ‚Muscosa‘
  • Synonym: Moosröschen, Provence-Rose
  • Rosengruppe: Zentifolien (Rosa x centifolia)
  • Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
  • Wuchstyp: sommergrüner Strauch
  • Wuchsform: überhängend, ausladend
  • Wuchshöhe: 100 cm bis 150 cm
  • Blatt: gefiedert, gesägt
  • Blüte: halb gefüllt
  • Frucht: Hagebutte
  • Winterhärte: winterhart
  • Verwendung: Naturgärten, Bauerngärten

Wachstum

Die Moosrose ist eine ungewöhnliche Variante der Zentifolie Rosa x centifolia, auch Provence-Rose genannt. Zentifolien zählen zu den historischen Rosensorten, die mit üppig gefüllten Blüten begeistern. Rosa centifolia muscosa überbietet andere Zentifolien mit einem sehenswerten Detail. Knospen, Blütenstiele und Kelchblätter sind übersät mit gekräuselten Blattauswüchsen und grünen Öldrüsen. Dadurch erscheinen diese Pflanzenteile wie bemoost, worauf sich der Name Moosrose bezieht. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Moosrosen ein fester Bestandteil in traditionellen Bauerngärten. Heute erleben die wild-romantischen Blütenschönheiten ein Revival dank dieser Eigenschaften des Wachstums:

  • Wuchstyp: großer Rosenstrauch mit einmal blühenden, halb gefüllten rosafarbenen Blüten, bemoosten Knospen, Kelchblättern und Stängeln.
  • Wuchsform: aufrecht, buschig-ausladend, überhängend.
  • Wuchshöhe: 100 cm bis 150 cm, selten bis 200 cm.
  • Wuchsbreite: 70 cm bis 120 cm, selten bis 150 cm.
  • Wurzeln: Tiefwurzler
  • Gärtnerisch interessante Eigenschaften: winterhart, pflegeleicht, blattgesund, bienenfreundlich, ökologisch wertvoll, stark bestachelt, ungiftig, intensiv duftend, lange Blütezeit, Rückschnitt nicht obligatorisch.

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Blüte

Ihre majestätische Wuchsform kombiniert Rosa muscosa mit diesen Blüten-Merkmalen:

  • Blütenform: halb gefüllt, halbkugelig, bemooster Kelch.
  • Blütenanordnung: in Büscheln.
  • Blütengröße: 4 cm bis 10 cm im Durchmesser.
  • Blütenfarbe: rosa
  • Besonderheit: verströmt einen würzigen Duft.
  • Blütezeit: einmal blühend von Juni bis Juli, Moosrosen-Sorten blühen von Juni bis September.

Dank der halbgefüllten Blüten gehen Wildbienen, Käfer und andere pollensammelnde Insekten beim Besuch einer Provence-Rose nicht leer aus. Bestäubte, zwittrige Moosrosen-Blüten verwandeln sich in rote Hagebutten mit zahlreichen Samen, die hungrige Vögel als winterliche Nahrungsquelle sehr zu schätzen wissen.

Blatt

Als grüne Leinwand für das pompöse Blütenfestival dienen schmucke Moosrosen-Blätter mit diesen charakteristischen Erkennungsmerkmalen:

  • Blattform: gestielt, unpaarig gefiedert.
  • Fiederblättchen: elliptisch bis eiförmig mit gesägtem Blattrand.
  • Blattfarbe: grün, leicht glänzend.
  • Blattanordnung: gegenständig

Verwendung

Seit die Moosrose vom Weltrosenkongress (World Rose Convention) in die Hall of Fame der 10 besten Rosensorten aufgenommen wurde, nimmt ihre Verwendung in Hobbygärten wieder Fahrt auf. Folgende Ideen-Tabelle möchte Sie inspirieren, wo und wie Sie die märchenhafte Blütenpracht eindrucksvoll in Szene setzen:

Garten Idee Balkon/Terrasse Idee
Bauerngarten als Herzstück im Rosenrondell Kübel Blickfang neben dem Sitzplatz
Landhausgarten Begrünung für den Staketenzaun Blumenkasten (24,00€ bei Amazon*) mit Spalier blühender Sichtschutz
Naturgarten eingebunden in die Vogel-freundliche Mischhecke Terrassen-Sichtschutz Moosrosenhecke
Duftgarten im Duett mit Kletterrosen am Rosenbogen Weidenkorb nostalgische Bienenweide
Vorgarten Solitär im Rasen    

Moosrose pflanzen

In Baumschule und Gartencenter können Sie wurzelnackte oder getopfte Moosrosen kaufen ab einem Preis um 12 Euro. Preisgünstiger gelingt die Rosa-muscosa-Pflanzung nach einer Vermehrung durch Stecklinge. Beste Pflanzzeit ist im Herbst. Wo und wie Sie eine Moosrose richtig pflanzen, lesen Sie in diesen praxiserprobten Tipps:

Vermehrung

Im Juni und Juli ist die beste Zeit für eine Rosenvermehrung durch Stecklinge. Eine Überwinterung unter Glas begünstigt Wachstum und Blütenpracht. So machen Sie es richtig:

  1. Einen einjährigen oder diesjährigen Zweig ohne Knospen abschneiden.
  2. Als Steckling ein 15-20 cm langes Mittelstück herausschneiden (Schnittstelle kurz unter bzw. kurz über einem Blatt).
  3. Moosrosen-Stecklinge in der unteren Hälfte entlauben und für 48 Stunden in Weidenwasser stellen.
  4. Jeden Ableger zu zwei Drittel in locker-durchlässige Anzuchterde stecken und angießen.
  5. Am hellen, warmen Standort leicht feucht halten, keinen Rosendünger verabreichen.
  6. Moosrosen-Stecklinge von November bis März hell und frostfrei überwintern.

Standort

Das sind die idealen Rahmenbedingungen für eine Moosrose:

  • Am sonnigen bis halbschattigen Standort.
  • Luftige, regengeschützte Lage für beste Blattgesundheit.
  • Normaler Gartenboden mit einem pH-Wert von 6,5, vorzugsweise humos, locker-durchlässig und frisch-feucht.

Extra-Tipp: Handeln Sie bei der Standortwahl nach der Faustregel: „Moosrose wird nie nach Moosrose oder anderen Rosen gepflanzt“. Aufgrund von Bodenmüdigkeit ist für alle Rosensorten eine Fruchtfolge von 5 bis 7 Jahren dringend zu empfehlen.

Pflanzung

Die richtige Pflanztechnik hängt davon ab, ob es sich um eine wurzelnackte oder getopfte Moosrose handelt. Folgende Pflanz-Tipps erklären, worauf es wirklich ankommt:

  • Vorbereitung: wurzelnackte Moosrose für 24-48 Stunden, Topfware für 5 Minuten in Wasser stellen, Boden tiefgründig auflockern.
  • Pflanzschnitt Wurzelware: alle Triebe 10-15 cm einkürzen, Wurzeln 1-2 cm zurückschneiden.
  • Pflanzschnitt Container-Rose: nicht erforderlich.
  • Pflanztiefe: Veredelungsstelle 5 cm tief in die Erde pflanzen, unveredelte Moosrosen so tief pflanzen, wie zuvor im Anzuchtbeet oder Topf (Erdmarke an den Trieben beachten).
  • Pflanzabstand: Solitär 1,20-2,00 m, Hecke 80-100 cm.
  • Anhäufeln: wurzelnackte Rose nach der Pflanzung zu zwei Drittel der Wuchshöhe anhäufeln mit Komposterde.
  • Im Topf: Moosrose im 40 cm hohen Kübel in Rosenerde pflanzen über einer Drainage aus Blähton.(19,00€ bei Amazon*)

Geben Sie bitte keinen Rosendünger oder Kompost ins Pflanzloch. Dem spricht nicht entgegen, dass Sie den Erdaushub anreichern mit einer Handvoll Hornspänen (9,00€ bei Amazon*) für eine Extraportion Nährstoffe.

Exkurs

Rosenthal Sanssouci – Hommage an die Moosrose

Mit einer edlen Porzellan-Kollektion verneigt sich das traditionsreiche Unternehmen Rosenthal vor der historischen Moosrose. Prachtvoll wird die nostalgische Rose auf Tassen, Tellern, Schüsseln und Kannen in Szene gesetzt, umrahmt von schimmerndem Poliergold. Seit vielen Jahrzehnten interpretiert Rosenthal das Moosrosen-Dekor in immer neuen Porzellan-Serien, wie der legendären ‚Pompadour Moosrose Ramona‘ oder ‚Moliere Moosrose‘ und ‚Rosenthal Classic Rose Kollektion‘.

Moosrose pflegen

Die Moosrose ist pflegeleicht. Wasser- und Nährstoffversorgung sowie Schnittpflege und Überwinterung bewegen sich auf Anfänger-freundlichem Niveau. Die besten Pflege-Tipps für Rosa centifolia muscosa zum Nachlesen:

Gießen

  • Moosrose bedarfsgerecht gießen bei fühlbar trockener Erde (Fingerprobe 1-2 cm tief).
  • Idealerweise seltener und durchdringend wässern (30 l/m²), statt täglich in kleinen Mengen.
  • Wichtig: Gießwasser immer direkt auf die Wurzelscheibe laufen lassen (Blattfeuchte zieht pathogene Erreger an).

Düngen

Eine ausgepflanzte Moosrose düngen Sie in zwei Etappen. So geht es:

  • Ende März und Ende Juni einen Spezial-Rosendünger verabreichen nach Anleitung des Herstellers.
  • Naturgärtner düngen mit Komposterde, Pferdedung, Rindenhumus oder Hornspänen.
  • Regelmäßig mulchen mit Brennnesselblättern, Stroh, Rasenschnitt oder Komposterde.
  • Überbrausen der Wurzelscheibe mit Kalium-reicher Beinwelljauche stärkt die Winterhärte.
  • Ab August eine Moosrose nicht mehr düngen, damit die Rosenzweige ausreifen.

Bio-Rosendünger versorgt Moosrosen mit der richtigen Nährstoff-Kombination aus Stickstoff, Kalium und Phosphor im Einklang mit der Natur.

Schneiden

Moosrosen blühen am mehrjährigen Holz. Obligatorisch ist ein Rückschnitt demzufolge nicht. Am besten ist, Sie schneiden Moosröschen, wie einmal blühende Strauchrosen. Ein ausführliches Schnitt-Tutorial können Sie hier nachlesen. Schnellleser erfahren alle wichtigen Aspekte in diesen Tipps:

  • Moosrosen-Strauch Ende Februar auslichten, verwelkte Blüten und Hagebutten-Mumien entfernen.
  • Nach der Blütezeit alle Langtriebe zurückschneiden, die aus der Moosrose ragen.
  • Rosenschere kurz über einem Auge ansetzen, idealerweise als Ableitungsschnitt.

Wie einfach eine Moosrose zu schneiden ist, sehen Sie im folgenden Video:

James der Gärtner erklärt die Schnittpflege an einmal blühenden Rosen

Überwintern

Für diesen leichten Winterschutz sind alle Moosrosen Sorten dankbar:

  • Im November die Blütenstiele 20 cm hoch anhäufeln.
  • Nadelreisig rund um den Moosrosen-Strauch in die Erde stecken.
  • Topf-Rosen auf Holz stellen, mit Stroh mulchen, Gefäß ummanteln mit Vlies oder Jute.

Krankheiten und Schädlinge

Auf einer robusten Moosrose haben es Pilzkrankheiten und Schädlinge schwer. Ist der historischen Rosenschönheit ein luftumspülter, regengeschützter Standort vergönnt, werden Sie über Mehltau, Sternrußtau oder Blattläuse selten zu klagen haben. Aus diesem Grunde sollten Moosrosen nie mit dem Gießkannen-Brauseaufsatz von oben gegossen werden.

Beliebte Sorten

Aus der historischen Moosrose (Rosa centifolia muscosa) sind diese prächtigen Rosensorten hervorgegangen:

  • Rosa centifolia muscosa ‚Rubra‘: historische Moosrosen-Sorte mit violettroten bis purpurroten, üppig gefüllten Blüten und besonders langer Blütezeit von Juni bis September.
  • Mme de la Roche Lambert: seltene, sattrosa Moosrose, mehrfachblühend von Juni bis September, Wuchshöhe 100-150 cm.
  • Nuits de Young: dunkelste Moosrose Jahrgang 1845, blüht von Juni bis Juli mit schwarzroten, prall gefüllten Blüten, Wuchshöhe 100-150 cm.
  • Mousseux Ancien: legendäre Moosrose Jahrgang 1825, einmalblühend mit lilarosa, dicht bemoosten Blütenkelchen, Wuchshöhe 100-120 cm.

FAQ

Eignen sich Moosrosen als Schnittblume?

Moosrosen sind hervorragende Schnittblumen. Für eine lange Haltbarkeit als üppig-romantischer Blumenstrauß, schneiden Sie Blütenstiele mit geschlossenen und halb geöffneten Knospen. Vor dem Einstellen in die Vase, schneiden Sie jeden Stängel mit einem scharfen Messer schräg an. Dieser ergänzende Schnitt sorgt für eine optimale Wasseraufnahme. Am hellen, nicht zu warmen Standort bleibt Ihnen die nostalgische Blütenpracht wochenlang erhalten, wenn Sie das Blumenwasser alle zwei bis drei Tage austauschen.

Ist die Moosrose mehrfachblühend?

Mehrheitlich sind Moosrosen einmalblühend, wie alle alten Rosensorten. In der Regel erstreckt sich die Blütezeit von Juni bis Juli oder August. Einige wenige Moosrosen-Sorten sind mehrfachblühend. Hierzu zählt beispielsweise die historische Sorte ‚Mme de la Roche Lambert‘, die von Juni bis September fleißig remontiert mit rosafarbenen Blüten.

Meine Moosrose blüht nicht. Was tun?

In der Regel sind zwei Gründe verantwortlich für den Ausfall einer Moosrosen-Blüte. Ein Rückschnitt im Frühjahr entfernt den Großteil der am mehrjährigen Holz angelegten Knospen. Für die einmal blühende Rose öffnet sich das Zeitfenster für einen Rückschnitt erst im August, wenn alle Blüten verwelkt sind. Zweite Ursache ist eine falsche Nährstoffversorgung. Handelsübliche Düngemittel enthalten eine zu hohe Stickstoff-Konzentration und einen zu geringen Phosphor-Anteil. Phosphor ist der wichtigste Nährstoff für eine üppige Blütenbildung. Düngen Sie zukünftig mit einem speziellen Rosendünger.

Sollte man verwelkte Blüten einer Moosrose abschneiden?

Aus ästhetischen Gründen können Sie verwelkte Moosrosen-Blüten ausputzen. Da es sich um eine einmal blühende Rosensorte handelt, fördert der Schnitt allerdings keine Nachblüte. Fernerhin werden Sie im Herbst vergeblich Ausschau halten nach den leuchtend roten Hagebutten, die alle Rosensorten mit einfachen oder halb gefüllten Blüten bilden.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: marinatakano/Shutterstock
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