Melisse

Melissen-Garten: Artenvielfalt für Aroma und Schönheit

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Die Gattung der Melissen umfasst verschiedene Arten mit einzigartigen Eigenschaften und Verwendungszwecken. Dieser Artikel stellt die vier bekannten Melissenarten vor, beleuchtet ihre Verbreitung und ihren Lebensraum und gibt Einblicke in ihre vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten.

Melisse Arten

Artenvielfalt der Melissen

Die Gattung der Melissen (Melissa) umfasst insgesamt vier bekannte Arten, die sich durch ihre unterschiedlichen Standorte und Eigenschaften auszeichnen. Die bekannteste Art ist die Zitronenmelisse (Melissa officinalis), die ursprünglich aus dem östlichen Mittelmeerraum stammt und mittlerweile in vielen Teilen Europas, Nordafrikas und Asiens verbreitet ist. Daneben gibt es drei weitere Melissenarten, die hauptsächlich in Ostasien beheimatet sind: Melissa axillaris, Melissa flava und Melissa yunnanensis.

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Zitronenmelisse (Melissa officinalis)

Die Zitronenmelisse ist die bekannteste und weitverbreitetste Art innerhalb der Gattung. Sie ist eine mehrjährige, krautige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch werden kann. Die Blätter sind eiförmig mit gesägtem Rand und verströmen bei Berührung einen intensiven Zitronenduft. Die Blüten sind weiß bis blassrosa und ziehen viele Bienen an, weshalb die Pflanze auch als Bienenkraut bekannt ist. Zitronenmelisse wird sowohl als Gewürz- als auch als Heilpflanze geschätzt und ist für ihre beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften bekannt.

Melissa axillaris

Melissa axillaris kommt im Himalaya, in Nepal, Südchina und Malesien vor. Diese Art ist durch ihre länglichen, lanzettlichen Blätter und violettfarbene Blüten gekennzeichnet. Auch Melissa axillaris wird traditionell als Heilpflanze verwendet und findet in der Volksmedizin Anwendung.

Melissa flava

Melissa flava ist ebenfalls im Himalaya sowie in Tibet beheimatet und zeichnet sich durch ihre gelben Blüten und behaarten Blätter aus. In der traditionellen chinesischen Medizin wird sie zur Behandlung von Fieber, Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden genutzt.

Melissa yunnanensis

Melissa yunnanensis wächst in den chinesischen Provinzen Tibet und Yunnan. Diese Art ähnelt in ihren Merkmalen Melissa flava und wird ebenfalls in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Sie wird bis zu 1,5 Meter hoch und hat gelbe Blüten.

Verbreitung und Lebensraum

Zitronenmelisse (Melissa officinalis) stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und Westasien. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich von der Türkei bis nach Pakistan. Aufgrund ihrer vielseitigen Einsatzmöglichkeiten wurde sie bereits im Mittelalter in Klostergärten kultiviert und ist heute weltweit verbreitet. Bevorzugt wächst sie auf nährstoffreichen, warmen, und gut durchlässigen Böden.

Die ostasiatischen Melissenarten wie Melissa axillaris, Melissa flava und Melissa yunnanensis sind in den Höhenlagen des Himalayas sowie in Tibet und Yunnan beheimatet. Diese Arten bevorzugen sonnige und felsige Standorte in Höhenlagen zwischen 1000 und 4000 Metern und tragen durch ihre Anpassung an diese spezifischen klimatischen Bedingungen zur biologischen Vielfalt der Regionen bei.

Verwendung

Melissenarten, insbesondere die Zitronenmelisse, haben vielseitige Verwendungszwecke. Ihre medizinische Nutzung reicht über 2000 Jahre zurück, wobei die beruhigenden und krampflösenden Eigenschaften im Vordergrund stehen. Zitronenmelisse wird zur Linderung von Stresssymptomen, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Äußerlich hilft sie bei Lippenherpes und Hautentzündungen dank ihrer antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften.

Die frischen Blätter der Melisse sind vielseitig in der Küche einsetzbar. Sie eignen sich hervorragend zum Aromatisieren von Tees, Salaten, Saucen und Desserts und verleihen besonders Erfrischungsgetränken eine dezente Zitronennote.

Im Garten ist die Zitronenmelisse nicht nur ein ästhetisches Gewächs, sondern auch eine wertvolle Bienenweide. Das ätherische Öl findet Anwendung in der Kosmetikindustrie, etwa in Cremes, Lotionen und Badezusätzen.

Melissenpflanzen sind gut winterhart und gedeihen in Blumenbeeten, Staudengärten und auf Balkonen. Ob im Blumentopf oder direkt im Garten, sie bereichern mit ihren vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten jeden Garten und jede Hausapotheke.

Bilder: HeikeRau / iStockphoto