Was ist der Unterschied zwischen Majoran und Oregano?

Auf den ersten Blick sehen sich Majoran und Oregano zum Verwechseln ähnlich. Bei näherem Hinsehen spielt jede Kräuterpflanze in einer eigenen Liga. Dieser Ratgeber macht Sie vertraut mit wichtigen Unterschieden in Bezug auf Aussehen, Geschmack und Verwendung.

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Die Blätter vom Oregano sind unbehaart

Majoran und Oregano Unterschiede

Mit scheinbarer Ähnlichkeit täuschen Majoran und Oregano hinweg über prägnante Unterschiede. Schauen Hobbygärtner oder Gourmet nur flüchtig hin, sind Enttäuschungen vorprogrammiert. Damit Kräuterfreunde Majoran und Oregano perfekt nutzen, bringt folgende Tabelle auf den Punkt, was beide Gewürzpflanzen unterscheidet:

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UnterschiedeMajoranOregano
Aussehen (Laub)kleinere, behaarte Blättergrößere, glatte, schwach gezähnte Blätter
Aussehen (Blüte)weiße oder rosane Blütenweiße oder rosa bis purpurfarbene Blüten
Geschmackwürzig-süßkräftig-herb
HerkunftKleinasien, ZypernMittelmeerraum
Kultivierungeinjährig/nicht winterhartmehrjährig/winterhart
botanische ZuordnungOriganum majoranaOriganum vulgare

Unterschiedliche Herkunft und Namensgebung signalisieren wichtige botanische Unterschiede zwischen Majoran und Oregano, die sich niederschlagen in Aussehen und Geschmack von Majoran und Oregano. Diese gegensätzlichen Eigenschaften werden im Folgenden näher beleuchtet:

Aussehen

Markantes Merkmal von Majoran sind zart behaarte Pflanzenteile. Die feinen Härchen bedecken zumeist auch die länglichen bis kreisförmigen 20 mm bis 25 mm kleinen Blätter. Von Juni bis September legt Majoran ein apartes Blütenkleid an aus weißen, zweilippigen Blüten.

Charakteristisch für Oregano sind glatte, 25 mm bis 40 mm große, spitz zulaufende Blätter. Mitunter können Sie am Blattrand eine hauchzarte Behaarung ertasten. Von Juli bis September setzt sich die Kräuterpflanze mit rosa bis purpurfarbenen, zweilippigen Blüten in Szene.

Geschmack

Unter allen Origanum-Arten wird Majoran das lieblichste Aroma attestiert. Der sanfte, süß-würzige Geschmack macht Majoran zu einer beliebten Zutat leckerer Gewürzmischungen mit Basilikum, Thymian und Rosmarin. Diesem Umstand hat die Gewürzpflanze ihre Alternativnamen zu verdanken, wie Wohlgemut und Wurstkraut.

Leise, kulinarische Töne sind Oregano fremd. Origanum vulgare hat einen kräftigen Geschmack im Gepäck, der im Kochtopf keine weiteren Kräuter neben sich duldet. Das wissen die Freunde der italienischen Küche zu schätzen und verwenden beispielsweise auf ihrer heißgeliebten Pizza oder angebeteten Tomatensoße Oregano als dominierendes Kräutergewürz.

Herkunft und Kultivierung

Obschon Majoran in seinen heimatlichen Verbreitungsgebieten mehrjährig gedeiht, empfiehlt sich im mitteleuropäischen Kräutergarten die einjährige Kultivierung. Die wärmeliebende Kräuterpflanze hat im dauerwarmen Klima Kleinasiens nicht gelernt, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt die widerstehen.

Oregano ist beheimatet im Mittelmeerraum und folglich Kummer gewöhnt in Bezug auf frostige Temperaturen. Gärtner ordnen die Kräuterpflanze der Winterhärtezone Z5 zu, was eine Frosthärte von bis zu – 28,8 Grad Celsius impliziert. Im Kräuterbeet nördlich der Alpen vermag Origanum vulgare mehrjährig zu gedeihen, wenn eine Abdeckung aus Laub und Reisig als Winterschutz fungiert.

Unterschied zu Thymian

Im Gegensatz zu Majoran und Oregano bildet Thymian eine eigene Gattung innerhalb der Familie der Lippenblütler. Diesem Umstand haben Kräuterfreunde einen bunten Reigen aromatischer Thymian-Arten zu verdanken, wie Echten Thymian (Thymus vulgare), Zitronen-Thymian (Thymus citriodorus), Sand-Thymian (Thymus serpyllum) oder Polster-Thymian (Thymus cherlerioides) mit artspezifischem Aussehen und Geschmack. Festzuhalten für den Anbau und die Verwendung in der Küche sind folgende wichtige Unterschiede von Majoran und Oregano zu Thymian:

Anbau-Unterschied

Im Kräutergarten stehen Majoran und Thymian auf floralem Kriegsfuß, weil einjährige und mehrjährige Kräuter im Beet grundsätzlich nicht zusammenpassen. Kundige Hobbygärtner planen daher zwischen beiden Kräutern einen angemessenen Abstand ein. Demgegenüber pflegen Oregano und Thymian gute Nachbarschaft und gedeihen prächtig Seite an Seite.

Verwendung-Unterschied

Aus kulinarischer Sicht steht die Kräuterwelt auf dem Kopf. Im Kochtopf vereinen sich milder Majoran und sanfter Thymian zum würzigen Gaumenkitzel. Der kräftig-herbe Geschmack von Oregano verbietet hingegen eine Liaison mit Thymian.

Tipps

Oregano wächst als mehrjähriger Halbstrauch. Diese Eigenschaft erfordert eine alljährliche Schnittpflege. Seine würzigsten Blätter trägt Origanum vulgare an nicht verholzten Trieben. Für eine Kräuterernte in Premium-Qualität schneiden Sie jedes Frühjahr alle Triebe um ein bis zwei Drittel zurück.

Text: Paula Jansen
Artikelbild: Sunbunny Studio/Shutterstock

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