Selber Maische ansetzen – wie geht das?

Aromatischen Wein aus selbst geernteten Früchten herzustellen ist ein immer beliebter werdendes Hobby. Es genügt jedoch nicht, das Obst einfach in ein Gefäß zu füllen und einige Zeit stehenzulassen. Voraussetzung für gute Spirituosen ist die Maische, die anschließend vergärt. Wie Sie diese ansetzen und weiterverarbeiten müssen, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Maische selber zu machen, ist nicht ganz einfach

Was ist Maische?

Es handelt sich um ein stärke- und zuckerhaltiges Gemisch aus zerdrückten Früchten, das die Basis für alkoholische Gärprozesse darstellt. Maische wird zu Herstellung von:

  • Bier,
  • Branntwein,
  • Wein

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benötigt. Hierzu wird der Prozess der Mazeration ausgenutzt. Zu unterscheiden ist hierbei in:

  • Die Umwandlung von Stärke in Zucker, beispielsweise bei Getreide- oder Kartoffelmaische.
  • Die Vergärung von Fruchtzucker in Alkohol bei Obstmaische.

Die Herstellung der Maische

Sollen Farb- und Aromastoffe in den Fruchtwein übergehen, muss zwingend eine Maischegärung durchgeführt werden.

Zutaten:

  • Obst nach Belieben
  • Läuterzucker
  • Zitronensäure
  • Turbohefe
  • Antigeliermittel
  • Kaliumpyrosulfit
  • Gelatine oder Tannin

Zusätzliche benötigen Sie zur Herstellung von Fruchtweinen diese Gerätschaften:

  • 2 Gärgefäße, die luftdicht verschließbar sind
  • Gärverschlüsse, die Gase entweichen lassen, ohne dass Luft eindringen kann
  • Weinheber
  • Kartoffelstampfer oder Pürierstab
  • Weinflaschen
  • Korken

Herstellung der Maische

  1. Verwenden Sie ausschließlich frische, vollreife und unbeschädigte Früchte. Geschält werden muss das Obst nicht.
  2. Früchte sorgfältig zerkleinern. Dies klappt je nach Menge mit einem Kartoffelstampfer oder Pürierstab sehr gut.
  3. Kerne und Schalen nicht ausfiltern. Diese sorgen für intensivere Färbung und Geschmack.
  4. Läuterzucker im Verhältnis 1:1 hinzugeben und gut vermengen.
  5. Turbohefe untermischen.
  6. Um ein Gelieren des Fruchtbreis zu verhindern, mischen Sie nun das Antigeliermittel unter.
  7. pH-Wert ermitteln und gegebenenfalls mit Zitronensäure nachsäuern. Wie viel Sie benötigen, hängt von den Früchten und der zugesetzten Zuckermenge ab.

Weiterverarbeitung

Die fertige Maische wird in Gärbehälter umgefüllt. Dabei wird nur die Hälfte des verfügbaren Volumens genutzt, da ansonsten die Flüssigkeit beim Gären überlaufen könnte. Der Gärbehälter, der an einem Ort stehen sollte, an dem zwischen 18 und 21 Grad herrschen, wird luftdicht verschlossen. Nach circa zwei bis drei Tagen beginnt die Gärung, die Sie an den in der Flüssigkeit aufsteigenden Blasen erkennen können.

Wenn nach etwa vier Wochen keine Bläschen mehr sichtbar sind, wird der Fruchtwein weiter verarbeitet. Stellen Sie den Gärbehälter in einen kühlen Raum, damit sich die Trübstoffe absetzen. Anschließend mit dem Weinheber in saubere Flaschen abfüllen und für längere Haltbarkeit mit Kaliumpyrosulfit schwefeln. Durch diesen Stoff wird die Nachgärung und ein unerwünschtes Bakterienwachstum verhindert.

Nach der Gärung beginnt sich der Obstwein zu klären. Dieser Prozess lässt sich durch die Zugabe von Gelatine oder Tannin beschleunigen. Sind alle Teilchen abgesunken, wird der Wein erneut abgezogen, in Flaschen abgefüllt und verkorkt.

Tipps

Bitte bedenken Sie, dass das Brennen von Alkohol für den Eigenbedarf nicht in jedem Land gestattet ist. Auskunft über die geltenden Regelungen erhalten Sie beim zuständigen Zollamt. Sie finden diese auch im Internet.

Text: Michaela Kaiser
Artikelbild: Mountains Hunter/Shutterstock

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