Mais, Bohnen und Kürbis: Eine Mischkultur ohne gleichen

Schon die Ureinwohner Mexikos säten auf ihren Feldern Mais, Bohnen und Kürbis gleichzeitig aus. Diese Mischkultur wird also schon seit tausenden von Jahren praktiziert und das mit gutem Grund. Erfahren Sie im Folgenden, wie sich Mais und Bohnen als Mischkultur wunderbar ergänzen und wie Sie selbst ein Milpa-Beet anlegen.

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Mais bietet Bohnen eine natürliche Rankhilfe

Die Herkunft des Milpa-Beetes

Noch heute wird der Begriffe Milpa in Mexiko für Felder, auf denen Mais und Bohnen gemischt mit anderen nativen Pflanzen angebaut werden, verwendet. Ursprünglich stammt der Begriff aus der indigenen Sprache „Nahuatl“ und bedeutet soviel wie „was man auf dem Feld sät“.

Exkurs

Pestizide statt Milpa

Leider wurde auch in Mexiko diese ökologische Anbauvariante größtenteils verdrängt, da die Mischkultur ja dank stark umweltschädlicher Pestizide nicht mehr notwendig ist. Wer noch wie früher anbaut ohne Chemie zu benutzen, gilt als veraltet. In Mexiko sind derzeit über 100 Pestizide im Umlauf, die in Europa längst verboten sind. Viele davon werden von deutschen Firmen produziert.

Das Traum-Trio: Mais, Bohnen und Kürbis

Die Mischkultur von Bohnen, Mais und Kürbis hat gleich mehrere Vorteile:

  • Der Mais dient den Stangenbohnen als Kletterhilfe, was den Kauf und Aufbau von Rankhilfen erspart.
  • Die Bohnen versorgen den Mais, Kürbis und andere Pflanzen auf dem Beet mit Stickstoff.
  • Die lange Blüte der Bohnen versorgt Bienen und andere Insekten mit Nahrung.
  • Der Kürbis sorgt für Schatten an den Wurzeln und verhindert somit ein Austrocknen des Bodens sowie Unkrautwachstum.

Die richtige Bohnensorte fürs Milpa-Beet

Im Milpa-Beet kommen nur Stangenbohnen zum Einsatz, denn nur diese klettern. Sie sollten aber darauf achten, dass Sie eine niedrig wachsende Sorte wählen, damit die Bohnen dem Mais nicht wortwörtlich über den Kopf wachsen. Sorten mit einer Wuchshöhe von bis zu zwei Metern sind ideal.

Tipps zum Anlegen der Bohnen-Mais-Mischkultur

  • Das Beet sollte möglichst sonnig liegen, damit Bohnen, Mais und Kürbis ausreichend Licht abbekommen. Sonne, Nährstoffe und Wasser sind das A und O für eine reichliche Ernte.
  • Damit der Mais den Bohnen ordentlich Halt geben kann, ist es ratsam, diesen daheim vorzuziehen und im Mai die Maispflanzen auszusetzen und die Bohnensamen daneben zu pflanzen.
  • Um eine Maispflanze können ein bis fünf Bohnenpflanzen gesät werden.
  • Neben der natürlichen Stickstoffdüngung ist es ratsam, das Beet mit etwas Kompost oder Hornspäne zu versorgen.

Tipps

Experimentieren Sie! Mischen Sie unter Ihr Milpa-Beet andere Pflanzen, z.B. kletternde oder auch Bodendecker, um Ihre ganz eigene Variante des Milpa-Beets zu erschaffen.

Text: Sara Müller
Artikelbild: vitaliy1203/Shutterstock

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