Kreuzkraut

Giftiges Kreuzkraut: Verwechslungsgefahren und Risiken

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Kreuzkräuter sind weit verbreitet und bergen eine ernstzunehmende Gefahr für Weidetiere und Pferde. Dieser Artikel erläutert die Giftigkeit, die verschiedenen Arten und gibt Empfehlungen zur Bekämpfung.

Greiskraut giftig
Kreuzkraut ist für Mensch und Tier hochgiftig

Giftigkeit von Kreuzkräutern

Kreuzkräuter, trotz ihrer malerischen Erscheinung, stellen eine erhebliche Gefahr für Mensch und Tier dar. Alle Teile der Pflanze enthalten hochgiftige Pyrrolizidin-Alkaloide, die bei Verzehr schwere Leberschäden verursachen und sogar zum Tod führen können. Besorgniserregend ist die verzögerte Wirkung der Giftstoffe, da Symptome oft erst nach längerer Zeit auftreten und die Behandlungsmöglichkeiten dann begrenzt sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Giftigkeit der Pflanze durch Trocknung oder Lagerung nicht beeinträchtigt wird. So bleibt die Gefahr, insbesondere in Heu oder Silage, bestehen. Der bittere Geschmack, der als natürliche Warnung dient, geht durch den Trocknungsprozess verloren, während die giftigen Inhaltsstoffe weiterhin aktiv sind.

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Weidetiere meiden die Pflanze im frischen Zustand aufgrund ihres bitteren Geschmacks. Getrocknet und in Heu oder Silage versteckt, entfällt diese natürliche Schutzfunktion. Pferde und Rinder sind besonders gefährdet, da bereits geringe Mengen der Giftstoffe zu akuten und oft tödlichen Leberschäden führen können. Schafe und Ziegen zeigen zwar eine höhere Toleranz, sind aber dennoch nicht immun gegen die toxischen Effekte.

Neben der direkten Aufnahme durch die Pflanze besteht auch die Gefahr der Kreuzkontamination von Futtermitteln durch Samen oder Pflanzenteile. Um jegliches Risiko zu vermeiden, sollte Futter, bei dem auch nur der geringste Verdacht auf Kreuzkrautkontamination besteht, nicht verfüttert werden.

Kreuzkrautarten

In Deutschland sind etwa 25 Arten von Kreuzkräutern heimisch, die alle unterschiedlich starke giftige Wirkungen haben können. Zu den giftigsten Vertretern auf deutschen Wiesen und Weiden gehören das Jakobskreuzkraut, das Wasser-Kreuzkraut, das Alpen-Kreuzkraut, das Raukenblättrige Kreuzkraut und das Schmalblättrige Kreuzkraut.

Wasser-Kreuzkraut

Das Wasser-Kreuzkraut bevorzugt feuchte Standorte und lückiges Grünland. In den letzten Jahren hat es sich, vor allem in Bayern, stark ausgebreitet und stellt eine Bedrohung für das Grünland dar. Seine hohe Schnittverträglichkeit und Samenproduktion erschweren die Bekämpfung. Eine Methode zur Eindämmung ist die sogenannte Ausdunklungsmethode, bei der der Grünlandaufwuchs nicht mehr gemäht, sondern lediglich im Spätherbst gemulcht wird, um eine Verholzung des Bestandes zu verhindern.

Alpen-Kreuzkraut

Das Alpen-Kreuzkraut ist an nährstoffreiche Hochlagen bis über 2.000 Meter Höhe angepasst und stellt somit eine Herausforderung in alpinen Regionen dar. Alle Pflanzenteile, insbesondere die Blüten, sind stark giftig und können die Gesundheit von Weidetieren gefährden. Auf den Weiden wird die Pflanze vom Vieh gemieden, in Heu und Silage jedoch oft mitgefressen, da die Tiere die Giftigkeit nicht erkennen können.

Schmalblättriges Kreuzkraut

Das Schmalblättrige Kreuzkraut stammt ursprünglich aus Südafrika und hat sich als invasive Art etabliert, die sich vor allem entlang von Verkehrswegen und in urbanen Gebieten ausbreitet. Auch auf Wirtschaftsgrünland kann es vordringen und durch seine rasche Vermehrungsrate und hohe Toleranz gegenüber verschiedenen Bodenbedingungen das Risiko durch Kreuzkraut-Giftpflanzen verstärken.

Gefährdung

Pferde und Rinder reagieren besonders empfindlich auf Kreuzkraut, während Schafe und Ziegen eine höhere Resistenz aufweisen. Der Verzehr von mit Kreuzkraut verseuchtem Futter kann bei Pferden und Rindern bereits nach wenigen Tagen zu akuten, tödlichen Leberschäden führen. Auch geringere Toxinkonzentrationen können chronische Lebererkrankungen auslösen, gegen die es oft keine wirksame Behandlung gibt.

Tödliche Dosis Jakobskreuzkraut

Die tödlichen Dosen von Jakobskreuzkraut variieren je nach Tierart:

  • Pferde: 40 bis 80 g Frischmasse pro kg Körpergewicht
  • Rinder: 140 g Frischmasse pro kg Körpergewicht
  • Schafe und Ziegen: Mehr als 2 kg Frischmasse pro kg Körpergewicht für Schafe und zwischen 1,25 bis 4 kg für Ziegen

Diese Differenzen zeigen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Beobachtung und Vermeidung von Jakobskreuzkraut auf Flächen, die von Weidetieren genutzt werden.

Bekämpfung von Kreuzkräutern

Die effiziente Bekämpfung der Kreuzkräuter erfordert einen zielgerichteten Ansatz.

Jakobskreuzkraut

Das Jakobskreuzkraut lässt sich durch regelmäßiges Mähen vor der Blütenbildung effektiv verdrängen. Mehrmaliger Schnitt innerhalb einer Vegetationsperiode verhindert die Entwicklung und Ausbreitung der Pflanze. Bei großflächigem Befall empfiehlt sich das Ausstechen oder Ausreißen der Pflanzen. Eine sorgfältige Pflege der Grünlandflächen sowie eine konsequente Nachsaat tragen dazu bei, der Ausbreitung von Kreuzkraut vorzubeugen. Bei einer weitreichenden Verunreinigung kann der Einsatz von Herbiziden mit den Wirkstoffen Dicamba oder Aminopyralid notwendig werden. Nach einer erfolgreichen Behandlung ist es wichtig, die entstandenen Lücken in der Grasnarbe durch eine gezielte Nachsaat zu schließen, um ein erneutes Aufkommen von Kreuzkräutern zu vermeiden. Regelmäßige Kontrollen und bei Bedarf das manuelle Entfernen neu keimender Pflanzen sind essentiell, um eine nachhaltige Bekämpfung zu gewährleisten.

Empfehlungen

Die Behandlung von kreuzkrautbelasteten Flächen erfordert ein umsichtiges und zielgerichtetes Vorgehen. Hierzu einige konkrete Maßnahmen:

  • Vermeidung der Futterverwendung: Jegliches Futter, das Kreuzkraut enthält, sollte unter keinen Umständen verfüttert werden. Eine Entsorgung oder alternativ die Verwertung in Biogasanlagen sind anzustreben.
  • Chemische Bekämpfung: Bei großflächigem und starkem Befall kann eine chemische Bekämpfung nötig sein. Die Auswahl des Herbizids muss dabei sowohl die Wirksamkeit gegen Kreuzkraut berücksichtigen als auch die Verträglichkeit für die umgebende Flora und die Einhaltung des Natur- und Artenschutzes gewährleisten.
  • Pflege der Grasnarbe: Eine dichte und gesunde Grasnarbe verhindert die Etablierung von Kreuzkraut. Standortgerechte Nutzung und eine aktive Grünlandpflege sind daher zentral.
  • Manuelle Entfernung bei Anfangsbefall: Kleine Bestände von Kreuzkraut können und sollten durch Ausstechen oder Ausreißen von Hand entfernt werden. Wichtig ist, die Pflanzen vor der Samenreife zu entfernen.

Diese Maßnahmen tragen dazu bei, die Verbreitung von Kreuzkraut effektiv einzudämmen und sowohl die Gesundheit der Tiere als auch die Qualität der Weideflächen zu schützen.