Alle Kreuzkraut-Arten sind extrem giftig

Kreuzkräuter oder auch Greiskräuter (Senecio) sind eine rund 1000 verschiedene Arten umfassende Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Bei uns sind vor allem das gelb blühende Jakobs-Kreuzkraut (Senecio jacobaea) sowie das Gewöhnliche Greiskraut (Senecio vulgaris) weit verbreitet. Gefährdet sind vor allem Weidetiere, doch über die Nahrungskette sowie Gefahren durch Verwechslungen mit essbaren Pflanzen sind häufig auch Menschen betroffen. Eine Vergiftung führt in vielen Fällen zum Leberversagen und damit zum Tod.

Greiskraut giftig
Kreuzkraut ist für Mensch und Tier hochgiftig
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Kreuzkraut enthält stark giftige Pyrrolizidin-Alkaloide

Alle Kreuzkräuter enthalten hochgiftige Pyrrolizidin-Alkaloide, die sowohl leberschädigend als auch krebserregend sind. Besonders hohe Anteile des Giftes sind dabei in den Blüten sowie in jungen Pflanzen zu finden. Dabei wirken die Alkaloide nicht direkt toxisch, sondern entfalten ihre Giftwirkung erst durch die Umwandlung in der Leber mit Hilfe von Enzymen. Die gefährlichen Giftstoffe konnten schon in Eiern, Honig, Milch sowie in diversen Kräutertees (vor allem in Kamillentee) nachgewiesen werden.

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Gefährdung von Weidetieren

Zwar schmeckt das Kreuzkraut bitter und wird daher nicht gern gefressen, allerdings nur, solange es nicht getrocknet wurde. Getrocknetes Kreuzkraut – beispielsweise im Heu – verliert seine warnenden Bitterstoffe, nicht jedoch seine Giftigkeit. Außerdem ist eine langsame Vergiftung nicht ausgeschlossen, da sich die fraglichen Alkaloide allmählich in der Leber ansammeln und schließlich zum Tod führen können. Eine Vergiftung kann sich somit auch noch nach mehreren Monaten zeigen.

Gefährdung für den Menschen

Das Jakobs-Kreuzkraut ist vor allem aufgrund seiner hohen Verwechslungsgefahr mit essbaren Pflanzen für den Menschen gefährlich. So ähneln die gefiederten Blätter etwa sehr stark dem Rucola, aber auch das heilkräftige Johanniskraut sieht der Giftpflanze nicht unähnlich. Vorsicht ist also vor allem bei Wildkräutern, Wildsalaten und selbst gesammeltem Blattgemüse geboten, denn schon kleine Mengen können gravierende Folgen haben.

Tipps

Vorsicht ist übrigens auch beim Beinwell (Symphytum) geboten, der ebenfalls große Mengen an Pyrrolizidin-Alkaloiden enthält und daher für Mensch und Tier stark giftig ist.

Text: Ines Jachomowski

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