Jakobskreuzkraut

Jakobskreuzkraut im Heu? Schutzmaßnahmen für Pferde & Rinder

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Jakobskreuzkraut behält seine Giftigkeit auch nach dem Trocknen. Für Tierhalter ist es daher wichtig, die Pflanze zu erkennen und Maßnahmen zu ergreifen, um eine Kontamination des Futters zu vermeiden.

Jakobsgreiskraut getrocknet
Auch trockenes Jakobskreuzkraut ist hoch giftig

Giftigkeit von Jakobskreuzkraut auch im getrockneten Zustand

Jakobskreuzkraut bleibt aufgrund der enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide (PA) auch im getrockneten Zustand giftig. Diese Substanzen wirken bei Wirbeltieren lebertoxisch und bleiben auch nach dem Trocknen stabil. Daher birgt das Verfüttern von kontaminiertem Heu oder Silage erhebliche Gesundheitsrisiken für Weidetiere wie Pferde, Rinder und Schafe.

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Schleichende Vergiftung

Vergiftungen mit Jakobskreuzkraut erfolgen oft schleichend, da die Giftstoffe sich im Körper anreichern und die Leber allmählich schädigen. Sichtbare Symptome treten häufig erst im fortgeschrittenen Stadium der Vergiftung auf:

  • Gewichts- und Appetitverlust
  • Gelbsucht (Gelbfärbung der Schleimhäute)
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Koliken und Bauchschmerzen
  • Erschöpfung

Im Endstadium können die Tiere aufgrund von Nervenschädigungen ziellos umherwandern, unkontrollierte Bewegungen zeigen und sogar erblinden. Letztlich führt eine schwere Vergiftung meist zum Leberversagen.

Prävention

Um das Risiko einer Vergiftung zu minimieren, sollte die Weide regelmäßig auf Jakobskreuzkraut kontrolliert und betroffene Pflanzen entfernt werden. Ebenso ist eine sorgfältige Kontrolle des Futters unerlässlich. Bei Verdacht auf Vergiftung sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren, um rechtzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.

Erkennen von getrocknetem Jakobskreuzkraut

Das Erkennen von getrocknetem Jakobskreuzkraut im Heu oder in der Silage ist anspruchsvoll, da es leicht mit harmlosen Pflanzen verwechselt werden kann. Einige charakteristische Merkmale helfen jedoch bei der Identifikation:

  1. Stängel: Jakobskreuzkraut hat oft rötliche bis rötlich-braune Stängel, die auch getrocknet erkennbar bleiben.
  2. Blätter: Die Blätter sind faserig und können mit einem leichten Flaum überzogen sein und bei Zerreiben einen charakteristischen Geruch verströmen, der bei getrocknetem Material jedoch schwächer ausgeprägt sein kann.
  3. Blüten: Gelbe Blütenköpfe mit typischen Röhrenblüten können ebenfalls Hinweise geben, sind aber im getrockneten Zustand oft zerstört.

Die zuverlässige Identifikation von getrocknetem Jakobskreuzkraut kann häufig nur durch eine chemische Analyse im Fachlabor erfolgen. Daher sollten Weideflächen vor der Heuernte gründlich auf die Pflanze geprüft und kontaminierte Pflanzen entfernt werden.

Vermeidung von Jakobskreuzkraut in Futtermitteln

Zur Sicherung der Futterqualität sind folgende Maßnahmen wichtig:

  1. Regelmäßige Kontrolle der Weideflächen: Überprüfen Sie die Weiden regelmäßig auf das Vorkommen von Jakobskreuzkraut, insbesondere an offenen Bodenflächen und Weiderändern.
  2. Frühzeitige Entfernung der Pflanzen: Entfernen Sie gefundenes Jakobskreuzkraut vor der Blüte mitsamt der Wurzel, um eine Samenbildung zu verhindern.
  3. Sorgfältige Entsorgung: Entsorgen Sie die Pflanzen in verschlossenen Säcken über den Restmüll oder in einer Biogasanlage, und vermeiden Sie Kompostierung.
  4. Vermeidung befallener Weideflächen: Lassen Sie Ihre Tiere nicht auf Flächen grasen, die mit Jakobskreuzkraut befallen sind.
  5. Sorgfältige Futterernte und -lagerung: Stellen Sie bei der Heuernte sicher, dass keine Jakobskreuzkrautpflanzen mitgeerntet werden, und kontrollieren Sie das Futter gründlich vor der Lagerung.
  6. Weidepflege und Nachsaat: Pflegen Sie die Weideflächen durch regelmäßiges Nachsäen, Schleppen, Striegeln und Düngen, um offene Stellen zu schließen und neuen Pflanzen Platz zu entziehen.
  7. Frühzeitiges Mähen: Mähen Sie befallene Flächen vor der Blüte, um die Samenbildung zu verhindern und die Pflanze zu schwächen.

Diese Maßnahmen helfen, die Belastung des Futters durch Jakobskreuzkraut zu reduzieren und die Gesundheit der Tiere zu sichern.

Dekorative Verwendung von getrocknetem Jakobskreuzkraut

Getrocknetes Jakobskreuzkraut wird gelegentlich für dekorative Zwecke verwendet, beispielsweise in Trockensträußen. Aufgrund seiner Giftigkeit sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden, besonders im Hinblick auf den Hautkontakt und die Inhalation von Pflanzenpartikeln.

Sichere Handhabung

Um riskante Begegnungen zu vermeiden, befolgen Sie diese Sicherheitsmaßnahmen:

  • Tragen Sie Schutzhandschuhe bei der Handhabung.
  • Bewahren Sie getrocknete Pflanzen außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf.
  • Entsorgen Sie Pflanzenreste in verschlossenen Beuteln über den Hausmüll.
  • Sorgen Sie für eine gute Belüftung des Arbeitsbereichs, um die Inhalation von Pflanzenpartikeln zu minimieren.

Diese Vorsichtsmaßnahmen ermöglichen eine sichere dekorative Nutzung des Jakobskreuzkrauts, ohne die Gesundheit zu gefährden.

Bilder: Whiteway / iStockphoto