Kreuzkraut

Welche Greiskraut-Arten gibt es und wie erkenne ich sie?

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Greiskräuter sind in Deutschland weit verbreitet und besiedeln eine Vielzahl von Lebensräumen. Trotz ihrer Bedeutung für die Biodiversität ist Vorsicht geboten, da sie giftige Pyrrolizidinalkaloide enthalten.

Kreuzkraut Arten
Das Wald-Kreuzkraut ist nur eines von vielen Kreuzkräuter-Arten

Bekannte Greiskraut-Arten

In Deutschland gibt es mehrere bedeutsame Greiskraut-Arten, die sich in ihrer Wuchshöhe, den Standorten und weiteren Merkmalen unterscheiden:

  • Gewöhnliches Greiskraut (Senecio vulgaris): Diese einjährige Pflanze erreicht eine Höhe von 10 bis 30 Zentimetern. Charakteristisch sind die gelappten Blätter und gelben Blüten, die ganzjährig erscheinen können. Das Gewöhnliche Greiskraut ist weit verbreitet und findet sich häufig an Wegrändern und in Gärten.
  • Jakobs-Greiskraut (Jacobaea vulgaris): Auch als Jakobskreuzkraut bekannt, wächst diese Art bis zu über einem Meter hoch. Sie ist zweijährig und bevorzugt magere, weniger bewirtschaftete Böden wie Wegränder und Wiesen. Im Sommer zeigt sie ihre auffälligen gelben Blüten.
  • Wald-Greiskraut (Senecio sylvaticus): Mit einer Höhe von 15 bis 80 Zentimetern ist das Wald-Greiskraut in Wäldern und an Waldlichtungen heimisch. Es handelt sich um eine kurzlebige Pionierpflanze, die sich schnell auf gestörten Bodenflächen ansiedelt.
  • Fuchs-Greiskraut (Senecio ovatus): Diese Art erreicht eine Höhe von 60 bis 150 Zentimetern und wächst bevorzugt in feuchten Wäldern. Sie ist eine wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge und hat kräftige Stängel und gelbe Blüten als typische Erkennungsmerkmale.
  • Raukenblättriges Greiskraut (Senecio erucifolius): Es wird zwischen 30 und 120 Zentimetern hoch und breitet sich durch Ausläufer aus. Halbtrockene Standorte werden bevorzugt, und es dient Schmetterlingen und Bienen als wichtige Nahrungsquelle.

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Diese Greiskraut-Arten tragen nicht nur zur Biodiversität bei, sondern sind auch für ihre Anpassungsfähigkeit und Verbreitung auf unterschiedlichen Böden bekannt. Achten Sie darauf, diese Pflanzen in Ihrem Garten bewusst zu identifizieren und zu handhaben, da viele von ihnen giftige Pyrrolizidinalkaloide enthalten.

Merkmale von Greiskraut

Greiskraut-Arten, botanisch als Senecio bekannt, sind äußerst vielfältig und anpassungsfähig. Die Pflanzen können je nach Art Wuchshöhen von 10 bis 250 Zentimetern erreichen und wachsen meist als ein- oder zweijährige krautige Pflanzen, manche Arten auch als ausdauernde Sträucher.

Vegetative Merkmale

Greiskraut-Arten haben wechselständig angeordnete Blätter, die sowohl gestielt als auch sitzend sein können. Die Blattformen variieren stark, von lanzenförmig über eiförmig bis hin zu fiederspaltig oder fiederteilig. Der Blattrand kann glatt, gezähnt oder gesägt sein. Die Stängel sind meistens aufrecht, können aber auch liegend sein und sind bei einigen Arten ästig oder verholzen nahe der Basis.

Generative Merkmale

Die charakteristischen gelben Blüten erscheinen das ganze Jahr über und sind in aufrechten Dolden angeordnet. Die Blütenstände enthalten in der Regel sowohl Strahlenblüten (Zungenblüten) als auch Röhrenblüten, bei manchen Arten fehlen die Zungenblüten jedoch. Die Samen sind klein, meist zylindrisch und mit einem Haarbüschel (Pappus) versehen, der die Ausbreitung durch den Wind ermöglicht, ähnlich wie bei Löwenzahn.

Greiskraut ist für seine Anpassungsfähigkeit und Robustheit bekannt, besonders in nährstoffarmen Böden. Diese Vielfalt an Merkmalen ermöglicht es den verschiedenen Arten, in einer Vielzahl von Umgebungen zu gedeihen. Achten Sie darauf, diese Pflanzen in Ihrem Garten zu identifizieren, um ihre Verbreitung zu kontrollieren.

Vorkommen von Greiskraut

Greiskräuter sind äußerst anpassungsfähig und kommen in einer Vielzahl von Lebensräumen vor. Sie besiedeln unterschiedlichste Standorte, die oft wenig Nährstoffe enthalten und wenig attraktiv für andere Pflanzen sind.

Häufige Standorte

Greiskräuter finden Sie oft an Böschungen und Wegrändern, da diese offenen und stickstoffreichen Bereiche ideale Bedingungen bieten. Wiesen und Weiden, besonders nährstoffreiche und regelmäßig beweidete Flächen, sind ebenfalls typische Standorte. Im urbanen Bereich wachsen Greiskräuter in Gärten, auf unbewirtschafteten Flächen und extensiv begrünten Flachdächern. Einige Arten gedeihen auch auf trockenen Kiesplätzen und in anderen wenig bewässerten Umgebungen.

Ausbreitungsmechanismen

Die leichten Samen der Greiskräuter sind mit einem haarähnlichen Pappus ausgestattet, der die Windverbreitung über große Entfernungen ermöglicht. Als typische Pionierpflanzen besiedeln sie schnell gestörte Bodenflächen, wie sie beispielsweise nach Bauarbeiten zu finden sind.

Einflussfaktoren

Das vermehrte Auftreten von Greiskräutern in den letzten Jahren kann auf verschiedene Faktoren zurückgeführt werden, darunter der Klimawandel, landwirtschaftliche Praktiken wie der Rückgang der Nutzung von Herbiziden und eine erhöhte Anzahl von Weidetieren pro Fläche, sowie biologische Faktoren wie Rückgänge in Populationen von wilden Nagetieren, die als natürliche Kontrolleure der Greiskräuter fungieren könnten.

Durch ihre Anpassungsfähigkeit haben Greiskraut-Arten eine weitreichende ökologische Bedeutung und erfordern gleichzeitig eine bewusste Beobachtung und Handhabung, um negative Auswirkungen, insbesondere auf Weidetiere, zu minimieren. Identifizieren Sie Greiskraut in Ihrem Garten und überwachen Sie seine Verbreitung sorgfältig.

Giftigkeit von Greiskraut

Greiskraut-Arten, auch als Kreuzkräuter bekannt, enthalten giftige Pyrrolizidinalkaloide (PA), die die Pflanzen vor Fressfeinden schützen, jedoch gesundheitsschädlich für Menschen und Tiere sind.

Auswirkungen auf Tiere

Greiskraut ist besonders gefährlich für Weidetiere wie Pferde, Kühe und Schafe. Diese Tiere meiden das frische Kraut aufgrund seines bitteren Geschmacks meistens. Doch die Alkaloide bleiben auch nach dem Trocknen in Heu oder Silage giftig. Beim Verzehr können diese Stoffe die Leber schädigen und zu chronischen Vergiftungen führen, die tödlich enden können.

Gefahr für Menschen

Auch für Menschen sind die Pyrrolizidinalkaloide in bestimmten Mengen gesundheitsschädlich. Diese Stoffe können insbesondere durch Berührung oder versehentlichen Verzehr in den Körper gelangen und in der Leber zu giftigen Abbauprodukten umgewandelt werden. Dies kann zu leberschädigenden und potenziell krebserregenden Effekten führen. Daher ist beim Umgang mit Greiskraut Vorsicht geboten: Tragen Sie Schutzkleidung, insbesondere Handschuhe und Mundschutz, und vermeiden Sie Verwechslungen mit essbaren Pflanzen wie Johanniskraut oder Rucola.

Präventionsmaßnahmen

Regelmäßige Kontrolle der Weideflächen ist unerlässlich. Identifizieren und entfernen Sie Greiskraut-Pflanzen, bevor sie sich stark vermehren. Auch die Heukontrolle ist wichtig, um sicherzustellen, dass das Heu frei von Greiskraut ist, um Vergiftungen bei Weidetieren zu vermeiden. Durch diese Vorkehrungen können Sie die Risiken im Umgang mit Greiskraut deutlich reduzieren und Ihre Tiere sowie sich selbst schützen.

Verwechslungsgefahr

Greiskräuter können aufgrund ihrer ähnlichen Erscheinung leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden, was potenziell gefährlich ist. Eine häufige Verwechslung tritt zwischen Greiskraut und Rucola auf. Die langgestielten, schmalen Blätter des Schmalblättrigen Greiskrauts ähneln den Blättern von Rucola. Achten Sie daher genau auf die Blattstruktur: Während Rucola-Blätter meist stark gezahnt oder fiederspaltig sind, sind die Blätter des Schmalblättrigen Greiskrauts eher länglich und ungeteilt.

Eine weitere Verwechslungsgefahr besteht mit dem Johanniskraut. Beide Pflanzen haben gelbe Blüten, doch Johanniskraut lässt sich durch seine gegenüberliegenden, länglich ovalen Blätter und die typischen durchscheinenden Punkte (Ölbehälter) leicht identifizieren, während Greiskraut wechselständige und oft feiner gelappte Blätter aufweist.

Um Verwechslungen beim Sammeln von Wildpflanzen zu vermeiden, sollten Sie die Blattform und -anordnung gründlich prüfen, Bestimmungsbücher oder Pflanzen-Apps nutzen und bei Unsicherheiten fachkundige Personen oder die örtliche Naturschutzbehörde konsultieren.

Da Greiskräuter toxische Pyrrolizidinalkaloide enthalten, die sowohl für Menschen als auch für Tiere giftig sind, ist besondere Vorsicht geboten. Diese Giftstoffe können Leberfunktionsstörungen verursachen und sind auch nach dem Trocknen in Heu oder anderen Produkten nachweisbar. Meiden Sie daher den Verzehr oder die Verwendung von Wildpflanzen, die Ihnen nicht eindeutig bekannt sind.

Bilder: StefanieLislSaathoff / iStockphoto