Wie Sie den Kompost beschleunigen

Ein gut zersetztes Kompostsubstrat benötigt seine Zeit. Manchmal kommt es vor, dass die Aufspaltung des Bioabfalls zu lange dauert oder nicht richtig funktioniert. In diesen Fällen hilft ein Aktivator, um die Bodenfauna zu animieren. Allerdings sollten auch die Grundbedingungen stimmen.

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Dem Kompost kann nachgeholfen werden

Regenwürmer

Die natürlichste Form von Kompostbeschleunigern sind Regenwürmer, denn sie zersetzen das organische Material effektiv. Ihre Ausscheidungen verbessern die Fruchtbarkeit und sorgen für eine lockere Struktur. Sammeln Sie die Tiere beim Umgraben ihrer Beete ein und platzieren Sie diese auf dem Kompost. Alternativ lassen sich die Kompostwürmer in das Substrat locken, wenn Sie zuckerhaltiges Material wie überreifes Obst anbieten.

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Pflanzenjauchen

Farnwedel, Brennnesseln, Baldrian und Beinwell liefern ideales Material, um die Zersetzungsprozesse zu aktivieren. Sammeln Sie frisches Kraut und gießen Sie es mit lauwarmem Wasser auf. Als Gärbehälter eignet sich ein herkömmlicher Eimer. An einem warmen Ort steigen nach ein bis zwei Tagen die ersten Blasen auf. Die Gärung ist beendet, sobald keine Bläschen mehr zu sehen sind. Gesteinsmehl (19,00€ bei Amazon*) wirkt der Geruchsbildung entgegen. Die Pflanzenjauchen werden im Verhältnis 1:10 mit Wasser gemischt und auf den Kompost gegossen.

Hefelösung

Eine Zucker-Hefe-Lösung gilt als effizienter Aktivator. Füllen Sie zehn Liter lauwarmes Leitungswasser in einen Eimer und geben Sie einen Würfel Frischhefe oder ein Tütchen Trockenhefe hinzu. Rühren Sie die Mischung kräftig um und lassen Sie diese etwa eine Viertel Stunde ziehen. Damit die Mikroorganismen arbeiten und sich vermehren, schütten Sie ein Kilogramm Zucker in die Lösung. Haben sich die Zutaten vollständig aufgelöst, gießen Sie den Beschleuniger über das Kompostsubstrat. Er entfaltet bei Temperaturen von 20 Grad seine optimale Wirkung.

Tipps

Achten Sie darauf, dass der Bioabfall nicht zu nass wird. Sie können die Wassermenge bei gleicher Zutatendosierung auch reduzieren.

Hinweise zur Nutzung

Prinzipiell können Sie das Hefewasser jederzeit auf den Kompost gießen, wenn dieser nicht einwandfrei funktioniert. Für eine schnelle und gleichmäßige Kompostierung empfiehlt es sich, bereits in der frühen Phase mit der Kur zu beginnen. Sobald der Komposthaufen um 20 Zentimeter gewachsen ist, können Sie die Mischung hinzufügen.

Standortwahl

Kein Aktivator wirkt effektiv, wenn die Grundbedingungen nicht stimmen. Der Standort spielt eine wesentliche Rolle. Platzieren Sie den Kompostbehälter an einem schattigen Platz unter einem Baum. Hier besteht keine Gefahr, dass das Substrat zu schnell austrocknet. Gleichzeitig muss es vor Wind und Wetter geschützt werden, um eine Vernässung zu verhindern. Kompostbehälter mit einem offenen Boden gewährleisten, dass Flüssigkeit ablaufen kann und Regenwürmer sowie Mikroorganismen den Weg in das Innere finden.

Das wirkt sich positiv aus:

  • organischen Abfall zerkleinern
  • Materialien mit gegensätzlichen Eigenschaften schichten
  • feuchte und trockene sowie stickstoffreiche und -arme Zusammensetzung ideal
  • geschichtete Abfälle regelmäßig durchmischen

Text: Christine Riel
Artikelbild: Lonny Garris/Shutterstock

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