So aktiviert Hefe die Prozesse im Kompost

Hefen sind bekannt aus der Alkoholherstellung, doch im gut durchlüfteten Kompost haben die Hefepilze positive Auswirkungen auf die Zersetzungsprozesse. Mit einer selbst hergestellten Lösung können Sie Ihren Kompost aktivieren. Alternativ eignet sich ein Ansatz aus verschiedenen Kräutern.

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Aus Hefe lässt sich ein natürlicher Kompostbeschleuniger herstellen

Wirkung der Hefe

Hefen kommen natürlicherweise auf den Schalen von Früchten vor. Auf dem Kompost sind Hefepilze ein wichtiger Bestandteil der chemischen Verrottungsprozesse. Sie sind bei Temperaturen um die 20 Grad Celsius aktiv und benötigen Zucker, damit ihr Stoffwechsel arbeiten kann.

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Der Stoffwechsel der Hefen funktioniert mit oder ohne Sauerstoff. Wenn der Kompost nicht gut durchlüftet ist, sorgen Hefen für eine Fermentation. In einem gut durchlüfteten Substrat produzieren die Hefen neben CO2 auch Wasser und Wärme, wodurch die Umwandlungsprozesse maßgeblich beschleunigt werden. Gleichzeitig vermehren sich die Hefen bei hoher Sauerstoffverfügbarkeit in hohem Maß, was den Zersetzungsprozess wiederum positiv beeinflusst.

Durch die aktive Einbringung von Hefe in den Kompost kann die Wärmeerzeugung zusätzlich gefördert werden. Es entstehen Temperaturen von mehr als 60 Grad Celsius. Ab dieser Temperatur erfolgt die Heißrotte, in der biologische Abfallprodukte schneller abgebaut werden. Ein weiterer Vorteil von hohen Temperaturen im Kompost ist die Tatsache, dass die Samen unerwünschter Unkräuter abgetötet werden. Bakterien und Schimmelpilzsporen werden unschädlich gemacht.

Rezept für eine Hefe-Zucker-Lösung

Im Frühjahr können Sie Ihren Kompost mit einer Lösung aus Zucker und Hefe aktivieren und die Prozesse beschleunigen. Die Außentemperatur muss bei 20 Grad Celsius liegen, damit die Hefen aktiv sind.

Sie benötigen:

  • 500 bis 1.000 Gramm Zucker
  • eine Gießkanne mit lauwarmem Wasser
  • ein frischer Hefewürfel

Natürliche Verrottungsbeschleuniger

Kräuterjauchen wirken als Verrottungsbeschleuniger, denn sie aktivieren das Leben im Boden. Die Sude enthalten einen hohen Anteil an Bakterien und Hefepilzen, die das Pflanzenmaterial zersetzen. Durch die Jauche wird der Kompost gleichzeitig befeuchtet, sodass die Mikroorganismen besser arbeiten können. Nebenbei wird die Fäulnisbildung vorgebeugt.

Sammeln Sie im Frühjahr Brennnesseln und Löwenzahnblätter und geben Sie die Pflanzenteile in einen Eimer voll Wasser. Der Behälter sollte für mindestens zwei Wochen abgedeckt an einem warmen Ort stehen. Kräuter wie Beinwell, Baldrian, Schafgarbe oder die Blattwedel von Farnpflanzen können der Jauche beigemischt werden. Sie enthalten Mineralien und Vitamine und versorgen den Kompost mit bioaktiven Substanzen.

Text: Christine Riel
Artikelbild: tamkor/Shutterstock

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