Die Blätter der Königskerze

Die Königskerze (Verbascum) kommt nicht nur wild an vielen Bahndämmen und in Kiesgruben vor, sie wird heutzutage aufgrund der beeindruckenden Blüten auch oft gezielt in Gärten angepflanzt. Die besonders gearteten Blätter haben der Königskerze einige ihrer umgangssprachlichen Namen eingebracht.

Verbascum Blätter
Die Blätter der Königskerze haben heilende Kräfte

Verschiedene Bezeichnungen für eine traditionsreiche Gartenpflanze

Die Königskerze wird aufgrund ihrer Einsatzmöglichkeiten in der traditionellen Naturheilkunde schon seit Jahrhunderten gezielt in Klöster und Bauerngärten kultiviert. Schon Hildegard von Bingen beschrieb in ihren Abhandlungen die positiven Wirkungen der in den Blüten und Blättern enthaltenen Inhaltsstoffe. Über die Jahrhunderte haben sich für diese auch in ihrer Wildform mit prächtigen Blüten besetzten Pflanze die verschiedensten Namen im Volksmund eingebürgert:

  • Donner- und Blitzkerze
  • Kunkel
  • Himmelsbrand
  • Unholdskerze
  • Wetterkerze
  • Winterblom
  • Wollkraut oder Wollblume

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Die besondere Funktion der Blätter bei den Königskerzen

Die Bezeichnung als „Wollblume“ oder „Wollkraut“ ist bei der Königskerze auf die Behaarung der Blätter zurückzuführen. Diese Behaarung der Blattrosetten mit gräulich gelben Sternhaaren fungiert gleichermaßen als Schutz vor starker Sonneneinstrahlung und vor Verdunstung. Außerdem sind die Blätter in der Regel so um den Stängel angeordnet, dass auf die Blätter treffendes Regenwasser direkt zur Basis der Pflanze abgeleitet wird. Insgesamt stellen die wollartig aussehenden Blätter somit eine der Voraussetzungen dafür dar, dass Königskerzen auch an extrem heißen und trockenen Standorten ohne besondere Pflege gedeihen können.

Die Verwendung der Blätter in der Naturheilkunde

Für die Verwendung in der Naturheilkunde werden nicht nur die Blütenblätter gezupft, sondern auch die Blätter aus den Blattrosetten in Bodennähe geerntet. Damit diese schneller trocknen und während der Trocknung nicht schimmeln, sollten Sie die Blätter am späten Vormittag eines trockenen Sommertags schneiden. Teilweise werden mit hochwertigen Öle auch Auszüge und Inhalationsmischungen aus Königskerzen hergestellt, häufiger ist aber das Aufbrühen von Tee aus den gut getrockneten Blättern.

Tipps & Tricks

Die Blätter der Königskerze werden in der sanften Naturheilkunde zu verschiedenen Zwecken eingesetzt: So sollen diese eine wohltuende Wirkung bei Erkältungen und Asthma, aber auch bei der Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden entfalten. Wenn Sie sich bei der Bestimmung von Pflanzen unsicher sind, können Sie fertige Teemischungen auch unter der Bezeichnung „Verbasci flos“ in der Apotheke bekommen.

Text: Alexander Hallsteiner

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